Kurz gesagt: Die Zeugen Jehovas berufen sich auf die Bibel, weichen aber in zentralen Punkten vom biblischen Glauben ab: Sie leugnen die Gottheit Jesu und die Dreieinigkeit, lehren Heil durch Gehorsam gegenüber ihrer Organisation und verändern Bibelverse in ihrer eigenen Übersetzung. Darum gelten sie in vielen christlichen Kreisen als Sekte und ihre Lehren als Irrlehre (Quelle).
Wer ist Jesus für die Zeugen Jehovas?
Hier liegt der entscheidende Unterschied. Die Zeugen Jehovas lehren, Jesus sei nicht Gott, sondern der Erzengel Michael, ein von Gott erschaffenes Wesen („Sind Zeugen Jehovas auch Christen?“). Die Bibel bezeugt dagegen, dass Jesus ewig ist und alles durch ihn geschaffen wurde (Kolosser 1,16–17; Johannes 1,3). Jesus sagt: „Ich und der Vater sind eins“ (Johannes 10,30). Thomas bekennt: „Mein HERR und mein Gott!“ (Johannes 20,28). Und Paulus schreibt: „Denn in ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig“ (Kolosser 2,9; Quelle).
„Das Wort war ein Gott“?
In ihrer „Neue-Welt-Übersetzung“ heißt es in Johannes 1,1: „Das Wort war ein Gott“ statt „Das Wort war Gott“ (Quelle). Eine ausführliche Untersuchung des griechischen Textes auf soulsaver.de zeigt, dass die Satzstellung diese Übersetzung nicht erlaubt. Johannes sagt über das Wort, also über Jesus: Er ist ewig, er ist göttlich, er ist eine eigene Person, und er hat alles erschaffen. Viermal steht „war“ für ein dauerndes Sein, während alles Geschaffene „wurde“. Auch Jesu Wort „Ehe denn Abraham ward, bin ich“ (Johannes 8,58) zeigt: Er ist kein Geschöpf („Klarheit tut gut: Wer ist Jesus überhaupt?“).
Weitere wesentliche Unterschiede
Der Artikel „Sind Zeugen Jehovas auch Christen?“ nennt unter anderem:
- Keine Dreieinigkeit: Sie lehnen den einen Gott in drei Personen als unbiblisch ab.
- Der Heilige Geist ist für sie keine Person, sondern nur Gottes wirksame Kraft. Die Bibel stellt ihn als Gott und Person dar (Apostelgeschichte 5,3–4; Johannes 14,26).
- Heil durch Gehorsam: Rettung wird an den Gehorsam gegenüber der Organisation geknüpft. Die Bibel lehrt Heil allein aus Gnade durch den Glauben (Epheser 2,8–9).
- Exklusivität: Nur Mitglieder ihrer Organisation könnten gerettet werden. Die Bibel sagt, dass Rettung durch Jesus allen offensteht, die an ihn glauben (Johannes 14,6; Römer 10,9–13).
- Keine ewige Hölle: Hölle bedeute nur Tod oder Nichtsein. Die Bibel spricht von ewigem Gericht (Matthäus 25,46; Offenbarung 20,10).
- Nur 144.000 im Himmel: Die übrigen Gläubigen sollen auf einer erneuerten Erde leben. Nach Offenbarung 7,9 haben alle, die an Jesus glauben, Zugang zum Himmel.
- Nicht eingetroffene Vorhersagen über das Weltende, etwa für 1914, 1925 und 1975. Die Bibel warnt vor Propheten, deren Worte nicht eintreffen (5. Mose 18,20–22).
- Weitere Punkte: Ablehnung des Kreuzes zugunsten eines Pfahls und die Verweigerung von Bluttransfusionen.
Warum ist das so ernst?
Die Bibel warnt davor, ihren Worten etwas hinzuzufügen oder wegzunehmen (Offenbarung 22,18–19), und betont, dass Gottes Wort ewig feststeht (Psalm 119,89; Matthäus 24,35). Viele Christen sehen die Lehren der Zeugen Jehovas als Irrlehren an, weil sie wesentliche Wahrheiten wie die Gottheit Jesu, die Dreieinigkeit und die Gnade verändern oder ablehnen. Darum fordert die Schrift auf, wachsam zu sein und die Geister zu prüfen (Galater 1,8–9; 1. Johannes 4,1; Quelle).
Häufige Anschlussfragen
Was tue ich, wenn Zeugen Jehovas an meiner Tür klingeln?
Hermann J. Karbaum gibt ihnen eine Übersicht mit Bibelstellen, die Jesus als Gott bezeugen, darunter Jesaja 9,5, Johannes 1,1–3, Johannes 20,28, Römer 9,5, Hebräer 1,8 und 1. Johannes 5,20: „Dieser ist der wahrhaftige Gott und das ewige Leben“ („Was mache ich, wenn Jehovas Zeugen an meiner Türe klingeln?“).
Glauben Zeugen Jehovas nicht auch an Jesus?
Sie sprechen von Jesus, bestreiten aber die zentrale Wahrheit, dass er der ewige Gott und Schöpfer aller Dinge ist. Der Artikel nennt sie darum zutreffender „Zeugen der Wachturmgesellschaft“ (Quelle).
