Kennst du das Lied „Amazing Grace“? Wenn ja, kennst du auch den Autor dieses weltbekannten Songs?

Kennst du das Lied „Amazing Grace“? Wenn ja, kennst du auch den Autor dieses weltbekannten Songs?

Es wurde von einer kaum mehr übersehbaren Vielzahl von Künstlern interpretiert. Zu nennen sind Connie Francis,Louis Armstrong, Ray Price, Vera Lynn, Mahalia Jackson, Janis Joplin, Elvis Presley, Judy Collins, Hayley Westenra, Johnny Cash, Yes, Rod Stewart, Willie Nelson, George Jones, Groundhogs, Lena Valaitis (1976, Ein schöner Tag), Helmut Lotti, Ireen Sheer, David Hasselhoff, André Rieu, Céline Dion, Steve Morse, Leann Rimes sowie Katie Melua und Jessye Norman. 1985 eröffnete Joan Baez ihren Beitrag zum legendären Live Aid-Konzert zugunsten der Hungerhilfe in Afrika mit einer Aufführung von „Amazing Grace“. Mike Oldfield verwandte den Text mit neuer Melodie auf seinem Album „The Millennium Bell“ und auf dem Konzert an der Berliner Siegessäule zum Jahreswechsel von 1999 zu 2000. Weiter gibt es Punk- (Dropkick Murphys) sowie Heavy-Metal-Versionen (Stryper). Schließlich existieren zahllose Instrumentalfassungen insbesondere schottischer Dudelsackbands, von denen die kommerziell wohl erfolgreichste von der Militärkapelle der Royal Scots Dragoon Guards stammt, die 1972 sogar Platz 1 der Verkaufscharts in Großbritannien war.Amazing Grace verdankt seine Entstehung einem Bekehrungserlebnis seines Autors John Newton, der Kapitän eines Sklavenschiffs war. Hier der deutsche Text:
O Gnade Gottes,
wunderbar hast du errettet mich,
ich war verloren ganz und gar,
war blind, jetzt sehe ich.
Die Gnade hat mich Furcht gelehrt
und auch von Furcht befreit,
seitdem ich mich zu Gott bekehrt
bis hin zur Herrlichkeit.
Durch Schwierigkeiten mancher Art
wurd’ ich ja schon geführt,
doch hat die Gnade mich bewahrt,
die Ehre Gott gebührt.
Wenn wir zehntausend Jahre sind in seiner Herrlichkeit,
mein Herz noch von der Gnade singt
wie in der ersten Zeit.
John Newton wurde 1725 in London geboren und starb 1807 im Alter von 82 Jahren, ebenfalls in London.
Von seiner Mutter heißt es, daß sie oft mit Tränen für ihn gebetet hat. Sie starb, als er noch keine 7 Jahre alt war. 2 Jahre lang besuchte er die Schule, dann nahm ihn sein Vater mit auf ein Handelsschiff, auf dem er Kapitän war.   Newton hatte Angst vor seinem Vater.
Als 17jähriger wurde er in den Militärdienst auf einem Kriegsschiff gezwungen, geriet in ausgesprochen schlechte Gesellschaft, von der er alles Schmutzige, Verdorbene und Verkommene übernahm. Seine Gewissen starb, Gottesfurcht kannte er nicht und er erhielt sogar den Spitznamen: „John, der Gotteslästerer“
Wegen Fahnenflucht wurde er zum normalen Matrosen herabgestuft, und danach von seinen früheren Untergebenen in übelster Weise beleidigt. Es ging Newton so dreckig, dass er schwankte, ob er sich das Leben nehmen oder den Kapitän ermorden sollte. Dann wurde er auf ein Handelsschiff versetzt, das Sklaven aus Afrika holen sollte.
In Afrika angekommen, erhielt er keinen Lohn und musste als Knecht im Haus einer Afrikanerin überleben, wo man ihm nur Essensabfälle gab, die ihn schwer krank machten.
Mit Sklavenhändlern entkam er dieser Hölle und brachte es irgendwann tatsächlich bis zum Kapitän eines eigenen Sklavenschiffs. Gefangen, unmenschlich behandelt – brachte er Sklaven nach Übersee. Die Besatzung hatte manchmal den Eindruck, er sei nicht viel mehr als ein Tier, so brutal behandelte er Sklaven und Mannschaft.
Im Januar 1748 sollte Newtons Schiff überholt werden, aber auf der Überfahrt brach ein fürchterlicher Sturm los, so mörderisch, dass fast alle Lebensmittel über Bord gespült wurden. Überall herrschte Chaos. John Newton verlor alle Hoffnung. Alles Pumpen war vergeblich. Das Wasser im Schiff stieg immer höher.
Diese aussichtslose Lage brachte Newton zur Besinnung. Er schrie in den Sturm hinein: „Herr, hab Erbarmen mit uns!“ Dann fragte er sich allerdings postwendend: Was für ein Erbarmen kann es denn für mich geben?  Weil man so viel über Bord geworfen hatte war das Schiff so leicht, dass es trotz eingedrungenem Wassers nicht unterging. Nach vier Wochen in Eiseskälte mit wenig Lebensmitteln erreichte man Irland.
Den 10. Mai 1748, als John Newton im Sturm zu Gott geschrien hatte, sah er später als den Tag seiner Bekehrung an. John Newton hatte Gottes Güte und Gnade erfahren und war ein anderer Mensch geworden: wie ein verlorener Sohn – heimgekehrt zum Vater.
2 Jahre später heiratete er seine Jugendliebe, war allerdings immer noch als Sklavenhändler unterwegs, was in jener Zeit ein völlig legales Handwerk war. Dann allerdings wurde ihm bewusst, was für ein Verbrechen die Sklaverei ist.  Plötzlich konnte er die Ketten und Fesseln und das Elend der geschundenen Menschen nicht mehr sehen. Er wurde darüber körperlich krank, gab die Seefahrt auf, schloss sich dem Erweckungsprediger George Whitefield an und ließ sich zum Pastor ausbilden.
In London arbeitete er mit einem jungen Politiker zusammen und nahm den Kampf gegen die Sklaverei auf. 1807 starb John Newton, wenige Monate bevor in England die Ein- und Ausfuhr von Sklaven verboten wurde.
John Newton ist ein leuchtendes Beispiel der verändernden Gnade Gottes. Vom Sklavenhändler zum Pastor und Sklavenbefreier. Auf seinen Grabstein stehen die Worte:
„John Newton, Pfarrer, einst ungläubig und liederlich, im Dienst der Sklaverei in Afrika, wurde durch die reiche Gnade des Herrn und Retters Jesus Christus gerettet, erneuert, vergeben und berufen, den Glauben zu predigen, den er lange zu zerstören trachtete.“ ccfg-neunkirchen.blogspot.de/

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