Richtet nicht…richtet doch!


Bei vielen Christen kommt es wie aus der Pistole geschossen, wenn man Kritik an Personen oder deren Verhalten übt: “Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet!” Es ist wahr, der Herr Jesus gebietet dies. Aber kann man dieses Gebot wirklich so vorschnell auf jede Art von Urteil oder Kritik anwenden? Was meint der Herr überhaupt mit Richten?


Eine Auslegung zu Matthäus 7,1-6 von William MacDonald.


Dieser Abschnitt über das Richten folgt direkt auf Jesu provokative Lehren über den Reichtum. Die Verbindung dieser beiden Themen ist wichtig. Es ist leicht für den Christen, der alles aufgegeben hat, reiche Christen zu kritisieren. Andererseits gibt es Christen, die ihre Pflicht, für die zukünftigen Bedürfnisse ihrer Familie vorzusorgen, sehr ernst nehmen, die dazu neigen, den wörtlichen Gehorsam derer herunterspielen, die diese letzten Worte Jesu sehr ernst nehmen. Da aber niemand völlig aus dem Glauben lebt, ist solche Kritik nicht angebracht.


Dieses Gebot, nicht zu richten, beinhaltet die folgenden Bereiche: Wir sollten nicht über die Motivation anderer richten, denn nur Gott kennt sie; wir sollten nicht nach dem Äußeren richten (Johannes 7,24; Jakobus 2,1-4); wir sollten die nicht richten, die sich aus Dingen ein Gewissen machen, die an sich weder gut noch böse sind (Römer 14,1-5); wir sollten nicht den Dienst anderer Christen richten (1. Korinther 5,1-5) und wir sollten unsere Mitchristen nicht richten, indem wir schlecht über sie sprechen (Jakobus 4,11.12).


7,1: Manchmal werden diese Worte von Menschen mißverstanden, die aus ihnen herauslesen, daß alle Formen des Richtens verkehrt seien. Ganz gleich, was geschieht, sie sagen fromm: »Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet!« Aber Jesus lehrt nicht, daß wir nicht mehr unterscheiden sollen. Er wollte nie, daß wir unsere Fähigkeit, Dinge kritisch zu durchdenken und zu unterscheiden, aufgeben sollten. Das NT kennt viele Fälle von gerechtfertigtem Gericht über den Zustand, das Verhalten oder die Lehre anderer. Außerdem gibt es verschiedene Gebiete, auf denen dem Christ sogar befohlen ist, eine Entscheidung zu treffen, zwischen Gut und Böse zu unterscheiden oder zwischen dem Guten und dem Besten. Dazu gehören:



  1. Wenn sich Streitfragen unter Gläubigen ergeben, dann sollten sie in der Gemeinde vor Gliedern geklärt werden, die in diesem Falle entscheiden können (1. Korinther 6,1-8).

  2. Die Ortsgemeinde sollte schwere Sünden ihrer Glieder richten und entsprechende Maßnahmen ergreifen (Matthäus 18,17;1. Korinther 5,9-13).

  3. Gläubige sollen die Lehre von Predigern und Lehrern am Wort Gottes messen (Matthäus 7,15-20;1. Korinther 14,29;1.Johannes 4,1).

  4. Christen haben herauszufinden, ob andere wirklich gläubig sind, damit sie dem Gebot von Paulus in 2.Korinther 6,14 gehorchen können.

  5. Die Gemeindeglieder sollen erkennen, welche Männer die notwendigen Eigenschaften haben, um Älteste und Diakone zu werden (1. Timotheus 3,1-13).

  6. Wir haben zu entscheiden, welche Menschen unordentlich, kleinmütig oder schwach sind, um mit ihnen entsprechend den Anweisungen der Bibel zu verfahren (1. Thessalonicher 5,14).

7,2  Jesus warnte, daß ungerechtes Gericht auf gleiche Weise zurückgezahlt würde: »Denn mit welchem Gericht ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden.« Dieses Prinzip, daß man erntet, was man sät, findet sich in allen menschlichen Angelegenheiten und im ganzen Leben wieder. Markus wendet das Prinzip auf unsere Aneignung des Wortes Gottes (Markus 4,24) und Lukas auf unsere Bereitschaft zum Geben an (Lukas 6,38).


7,3-5 Jesus stellte unsere Neigung heraus, den kleinsten Fehler bei anderen zu entdecken, während wir den gleichen Fehler bei uns übersehen. Er überspitzte die Situation absichtlich (er benutzte eine sprachliche Ausdrucksweise, die man Übertreibung nennt), um die Sache auf den Punkt zu bringen. Jemand, der selbst einen Balken im Auge hat, nimmt oft Anstoß an dem Splitter im Auge eines anderen, und verkennt dabei seine eigene Situation. Es ist Heuchelei zu meinen, wir könnten jemandem bei einem Fehler helfen, wenn wir selbst einen noch größeren Fehler haben. Wir müssen unsere eigenen Fehler beseitigen, ehe wir sie an anderen kritisieren können.


7,6 Vers 6 zeigt, daß Jesus nicht jede Form des Richtens verurteilt. Er warnte seine Jünger davor, Heiliges nicht den Hunden zu geben und Perlen nicht vor die Schweine zu werfen. Unter dem mosaischen Gesetz waren Hunde und Schweine unreine Tiere. Diese Ausdrücke werden hier benutzt, um böse Menschen zu bezeichnen. Wenn wir schlechten Menschen begegnen, die göttliche Wahrheiten ausgesprochen verachtungsvoll mit Füßen treten und auf unsere Predigt über die Ansprüche Christi mit Schimpfen oder sogar Gewalt reagieren, sind wir nicht mehr verpflichtet, ihnen noch weiter das Evangelium zu bringen. Wenn wir hier weitermachen, bringen wir nur noch schlimmere Verdammnis über diese Menschen.


Es ist sicher nicht nötig zu betonen, daß man geistliche Unterscheidungsgabe braucht, um diese Menschen herauszufinden. Vielleicht deshalb beschäftigen sich die nächsten Verse mit dem Gebet, in dem wir etwa um Weisheit bitten können.


Aus: William MacDonald, Kommentar zum Neuen Testament, CLV Bielefeld, 2001

Kommentare

  1. Walter Wendschlag

    Verbotenes Richten bedeut sicher auch, wenn wir nur in Gedanken den anderen verurteilen, weil er sich nach unserer Erkenntnis nicht ganz biblisch verhält und wir uns dadurch gedanklich über ihn stellen. Dabei denken wir, wie kann er sich nur so verhalten. Dabei achten wir zu sehr auf seine Schwächen im Glauben und sehen nicht auch seine Stärken im Glauben. Dabei sehen wir im Gegenzug zu sehr unsere Stärken im Glauben und sehen nicht auch unsere Schwächen im Glauben.

  2. ali

    Wir erleben heute in der Gesellschaft, in den Kirchen und bis hinein in die christlichen Gemeinden eine durch die Medien verbreitete neue Toleranz, derer sich auch viele Christen gar nicht bewußt sind.  Nicht nur in der evangelischen Kirche herrscht heute ein Pluralismus und Synkretismus, auch bis hinein in die evangelikalen Gemeinden ist man im Zuge einer falschen Einheitsbestrebung offen für Relativismus und aller Art unbiblischer Kompromisse. Manche halten noch fest an ihren Traditionen und äußeren Formen, während der Zeitgeist auch in diesen ‚konservativen‘ Kreisen schon viele erfaßt hat.  Man wehrt sich jedoch in der Regel gegen jegliche biblische Beurteilung von Lehren und Praktiken mit dem aus dem Zusammenhang gerissene Bibelwort „Richtet nicht“.

    Es ist exegetisch falsch und irreführend, dieses Wort gegen ein vom Wort Gottes gebotenes Prüfen der Geister (1. Joh. 4,1) und einer geistlichen Beurteilung aller Dinge (1.Kor. 2,15 ) zu mißbrauchen.  Der Herr wendet sich in Matth. 7 gegen ein ungeistliches, liebloses und persönliches Richten und Verurteilen anderer bei eigener geistlicher Blindheit.  Im gleichen Kapitel sagt der Herr, daß wir uns vor falschen Propheten hüten sollen und forderte uns geradezu auf, dieselben zu ‚beurteilen‘:  „An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen“.   Und wenn wir dem im gleichen Kapitel stehenden Gebot des Herrn:  ‘Ihr sollt das Heilige nicht den Hunden geben, und eure Perlen sollt ihr nicht vor die Säue werfen!’ Gehorsam leisten wollen, dann müssen wir Dinge, Zustände und Menschen beurteilen.  Es handelt sich eben um zwei ganz verschiedene Dinge: liebloses und selbstgerechtes „richten“ oder eine notwendigen Beurteilung geistlicher Strömungen und religiöser Verführer.  

    Der Herr selbst fordert uns auf: ‘Richtet nicht nach dem Schein, sondern richtet ein gerechtes Gericht’ (Joh. 7,24).  Fritz Rienecker schrieb in der Wuppertaler Studienbibel zu Matth. 7:  ‘Jesu Wort: „Richtet nicht„ heißt nicht … jeder Urteilsbildung über das Verhalten der Menschen sich enthalten. Nein, „Prüfen und Wachen und Achthaben„ auf alles das, was vor Gott nicht recht ist, ist Aufgabe des einzelnen Christus-Nachfolgers, als auch Pflicht der Gemeinde Jesu  … Und Jesus hat die Heuchler scharf gerichtet’

    Gleichermaßen fordert uns Gottes Wort auf:  ‘Prüft aber alles, und das Gute behaltet’ (1.Thess. 5,21).  ‘Prüft, was dem Herrn wohlgefällig ist und habt nicht Gemeinschaft mit den unfruchtbaren Werken der Finsternis; deckt sie vielmehr auf.’ (Eph. 5,10.11).  Es ist symptomatisch für unsere Zeit einer falschen, unbiblischen Toleranz, daß dieses gebotene „Prüfen“ oder „Beurteilen“ als böswilliges Richten gebrandmarkt wird, um auf diese Weise jede Art von unbiblischer Lehre und Praxis zu entschuldigen!  Es gibt eine Grenze zwischen Licht und Finsternis, zwischen drinnen und draußen. Was sich ‚drinnen‘, im christlichen Lager abspielt, haben wir nach dem Wort Gottes zu beurteilen:  ‘Denn was gehen mich die draußen an, daß ich sie richten sollte. Habt ihr nicht die zu richten, die drinnen sind?’ (1.Kor. 5,12)

    Auch geistliche Leiter und bekannte Evangelisten sind nicht unantastbar, und gerade ihr scheinbarer Erfolg ist ein Grund, ihr Tun zu beurteilen. Wir sollen die falschen Propheten erkennen, die viele verführen (Matth. 24,11.24).  Allein das Wort Gottes ist der Maßstab, an welchem wir alle Lehren und Praktiken zu beurteilen haben.  Die Männer der Bibel scheuten sich nicht, die Dinge und die Personen offen beim Namen zu nennen: ‘Unter ihnen sind Hymenäus und Alexander’ (1.Tim. 1,20); ‚Dazu gehören Hymenäus und Philetus, die von der Wahrheit abgeirrt sind‘ (2.Tim. 2,16); ‚Denn Demas hat mich verlassen, da er den jetzigen Zeitlauf liebgewonnen hat‘ (2.Tim. 4,10); ‘Alexander, der Schmied, hat mir viel Böses angetan … vor dem hüte dich’ (2. Tim. 4,14.15);  ‘Ich habe der Gemeinde kurz geschrieben; aber Diotrephes, der unter ihnen der Erste sein will, nimmt uns nicht auf’ (3.Joh. 9).  ‘Sie haben einen Schein der Frömmigkeit, aber deren Kraft verleugnen sie; solche Menschen meide!’ (2.Tim. 3,5); ‘Seht euch vor, daß ihr nicht verliert, was wir erarbeitet haben, sondern vollen Lohn empfangt. Wer darüber hinausgeht und bleibt nicht in der Lehre Christi, der hat Gott nicht; wer in dieser Lehre bleibt, der hat den Vater und den Sohn. Wenn jemand zu euch kommt und bringt diese Lehre nicht, so nehmt ihn nicht ins Haus und grüßt ihn auch nicht’ (2.Joh.8-10); ‘Wenn aber jemand unserm Wort in diesem Brief nicht gehorsam ist, den merkt euch (oder: den bezeichnet) und habt nichts mit ihm zu schaffen’ (2.Thess. 3,14); ‘Denn solche dienen nicht unserm Herrn Christus, sondern ihrem Bauch; und durch süße Worte und prächtige Reden verführen sie die Herzen der Arglosen’ (Röm. 16,18); ‘Wir sind ja nicht wie die vielen, die mit dem Wort Gottes Geschäfte machen’ (2. Kor. 2,17); ‘Denn solche sind falsche Apostel betrügerische Arbeiter und verstellen sich als Apostel Christi. Und das ist auch kein Wunder; denn er selbst, der Satan, verstellt sich als Engel des Lichts. Darum ist es nichts Großes, wenn sich auch seine Diener verstellen als Diener der Gerechtigkeit’  (2.Kor.11,13-15): ‘Auch aus eurer Mitte werden Männer aufstehen, die Verkehrtes lehren, um die Jünger an sich zu ziehen. Darum seid wachsam!’ (Apg. 20,30.31); ‘Nehmt euch in acht vor den Hunden, nehmt euch in acht vor den bösen Arbeitern’ (Phil. 3,2); ‘Denn viele wandeln, daß ich euch oft von ihnen gesagt habe, nun aber sage ich’s auch unter Tränen: sie sind die Feinde des Kreuzes Christi’ (Phil. 3,18).

    Diese wenigen Schriftstellen zeigen, daß es unsere Pflicht und Verantwortung ist, die Dinge klar zu sehen und zu beurteilen. Eine Toleranz, die Falschheit und Verführung duldet, ist Sünde. Wir selbst müssen bereit sein, jederzeit Korrektur anzunehmen und auch die Freimütigkeit haben, im Geiste der Sanftmut andere zu korrigieren und wo das nicht mehr möglich ist, falsche Lehre und Werke der Finsternis bloßzustellen.

  3. Christian W.

    Re: Kritische Anmerkungen

    “1.kor.2,15:Der geisterfüllte Mensch urteilt über alles, ihn aber vermag niemand zu beurteilen.

    doch, dürfen wir.
    ali”

    Ali, du kannst nicht einfach eine Bibelstelle rausziehen und für deine Zwecke (um-)deuten.
    In der Bibelstellen geht es um die beiden Ebenen des Lebens, bzw. wie und womit wir was deuten. Wir haben des Geist Gottes empfangen. Dadurch können wir die Dinge erkennen, die von Gott geschenkt sind (1.Kor2,12)
    Ein natürlicher Mensch kann diese Dinge nicht erkennen, bzw. deuten (14) weil er innerhalb der “weltlichen/menschlichen” Ebene verharrt. Er kann geistliche Dinge nicht geistlich beurteilen. Daher kann ein geistlicher Mensch von einem natürlichen Menschen nicht be(!)urteilt werden (15). Auf der geistlichen Ebene! Er kann geistliche Dinge nicht verstehen.
    Der geistliche Mensch hingegen, kann alles geistliche unterscheiden! (15)

    Hier geht es mehr um Unterscheidung und nicht um Urteilen. Darüber hinaus geht es ohnehin darum, Geistliches geistlich zu beurteilen. Hier geht es um kein Urteil über Menschen.

    Das Wort, das hier verwendet wird heißt “anakrino”.  
    Es bedeutet:
    untersuchen, ausfragen, beurteilen, prüfen, unterscheiden.
    DAS ZIELT AUF EIN PASSIVES VERHALTEN AB.

    Das Wort für “richten” aus der Matthäus-Stelle hingegen leitet sich von “krino” ab
    Es bedeutet:
    teilen, trennen, eine Entscheidung treffen, richten, urteilen.
    HIER GEHT ES UM AKTIVES VERHALTEN. Eine Entscheidung, ein Urteil formulieren.
    Dieses Verhalten erlaubt die Bibel nicht!

    Du kannst doch nicht einen einzelnen Vers aus dem Zusammenhang reißen, und ihn so zu entfremden!

  4. Christian W.

    Kritische Anmerkungen

    Lieber Alin,

    mit Freude habe ich mich an deinen Artikel gemacht, standet ihr doch in der letzten Zeit immer wieder der Kritik gegenüber über das Maß hinaus zu richten. Ich war interessiert daran, was ihr darüber schreiben würdet.
    Nun, nachdem ich deine Zeilen gelesen habe, bin ich sehr enttäuscht.

    Du zeichnest klar hinaus, welche Auswirkungen des Richtens die Bibel verurteilt.
    Um den Bogen zu spannen und “Außnahmen” aufzuzeigen, bzw. euer Verhalten zu legitimieren, verdeutlichst du dann, dass es für uns Christen wichtig sei “Dinge kritisch zu durchdenken und zu unterscheiden”. So weit so gut. Die Beispiele, die du bringst beziehen sich dann aber fast nur auf die Ortsgemeinde.

    Deine Punkte stellen aber “passive” Handlungen dar.

    Dein Punkt 1.
    Der Kern dieses Punktes ist, aufzuhören, immer Recht behalten zu wollen. Der Schreiber stellt Fragen, wie “Warum lässt ihr euch nicht unrecht tun? Warum lässt ihr euch nicht übervorteilen? Aber ihr selbst tut unrecht und übervorteilt …”
    Wenn sich zwei über eine Sache streiten, ist klar, dass einer Falsch liegt und der andere nicht nachgibt. Wenn dies öffentlich ausgetragen wird, richtet sich das gegen Jesu Prinzipien wie Gnade, Geduld usw.

    Hier geht es also nicht primär ums Richten, sondern darum, auch mal nachzugeben und Kämpfe nicht öffentlich auszutragen.

    Dein Punkt 2
    Die Matthäus-Stelle spricht von keinem öffentlichem(!) Richten!
    Zuerst sprichst du allein mit ihm. Dann holst du ein oder zwei dazu, dann die Gemeinde, dann is vorbei!
    Hier geht es um das Vorgehen in der Gemeindezucht. Dies findet zunächst nicht öffentlich (z.b. auf einer Internet-Seite) statt.

    Noch interessanter ist die Korinther-Stelle. Hier geht es wieder um keine aktive Sache, sondern vielmehr wird man aufgerufen keinen Umgang mit “solchen” Menschen zu haben.
    Die Verse 12 und 13 untermauern dies, indem sie unterstreichen, dass hier Richten nicht angebracht ist!!!

    Hier geht es also auch nicht um Richten, sondern um das Verhalten gegenüber Unzüchtigen. Um Distanz und keine aktive, richtende Ansprache

    Zu Punkt 3.
    Auch hier geht es wieder nicht um aktives Richten, sondern darum, dass man für sich Dinge unterscheidet
    Matthäus-Stelle: Wir sollen uns vor falschen Propheten hüten, die wir an den Früchten erkennen sollen. Wieder steht hier NICHT, dass wir ihre Machenschaften ÖFFENTLICH aufdecken sollen.Dazu werden wir nicht aufgerufen. Vielmehr wird auf das Gericht Gottes verwiesen.
    Korinther-Stelle: Hier geht es um den Umgang mit Prohpetien in den Versammlungen. Die Gemeine wird aufgerufen, darüber zu urteilen (bzw. unterscheiden, was eine weitere Bedeutung des Wortes im Urtext ist), d.h., diese zu PRÜFEN.
    1: Johannes-Stelle: Hier geht es um das selbe wie in der Matthäus-Stelle. Hier wird zusätzlich ein Unterscheidungskriterium genannt! Wenn jemand behauptet, Jesus wäre nicht der fleischgewordene Sohn Gottes, dann ist er ein falscher Prophet.

    Hier geht es um Unterscheidung. Um Prüfung anhand verschiedener Kritierien. Wieder rufen die Bibelstellen nicht dazu auf, diese Dinge öffentlich aufzudecken. Es geht um persönliche Prüfung und nicht um Richten!

    Zu Punkt 4.
    Korinther-Stelle. “Geht nicht unter einem Joch mit den Ungläubigen” wird in dem Text in seinem Zusammenhang genau erklärt.
    Welche Übereinstimmung hat Gott mit Belial/Satan, ein Gläubiger mit einem Ungläubigen, Tempel Gottes mit Götzendienst.
    Vers 17 ruft dann dazu aus, sich abzusondern davon.

    Der ganze Text sagt an keiner Stelle, dass wir aktiv richten sollen, sondern, dass wir uns von solchen Dingen distanzieren sollen.

    Zu Punkt 5.
    Hier geht es um Kritierien, die Älteste und Diakone haben sollten.
    Das ist keine Richten, sondern eine Schablone, die man an Kandidaten anlegt. Entweder passt sie, oder nicht.

    Zu Punkt 6.
    “Wir haben zu entscheiden, welche Menschen unordentlich, kleinmütig oder schwach sind um mit ihnen entsprechend den Anweisungen der Bibel zu verfahren”
    Der Bibeltext spricht davon, die Unordentlichen zurecht zu weisen, Ja. Aber hier geht es um Anweisungen für das INTERNE Gemeindeleben. Darum, entprechend der Befürfnisse Menschen zurecht zu weisen, zu trösten, sich der Schwachen anzunehmen. Prinzipiell: Langmütig gegen alle zu sein.
    Diese bedürfnissorientierte Unterscheidung mit Richten gleichzusetzen ist ein wenig tollkühn.

    Weiter im Text wird wieder die passive Haltung unterstrichen, die bei jedem der Texte mitklingt.
    vers 21+22 “prüft aber alles, das Gute haltet fest. Von aller Art des Bösen haltet euch fern.

    In KEINER der Stellen wird aktives Richten, das offensive Aufdecken von Unzulänglichkeiten anderer legitimiert.
    Es heißt immer: prüft und haltet euch von falschem fern.

    Auch Matthäus 7, 6 drückt das aus! Werft die Perlen nicht vor die Säue. Wenn Sie nicht hören wollen, dann lasst sie in Ruhe.

    Es heißt nie: Richtet das Verhalten anderer!
    Die einzige Plattform, die eine offensive Bewertung des Verhaltens anderer erlaubt ist die Gemeindezucht. Aber auch diese läuft (siehe Punkt 2) zuerst diskret ab.

    Nochmal: Die deutlichste Sprache spricht 1. Korinther 5, 12-13
    Richte nicht die Heiden (die, die da draussen sind), kümmer dich eher um deine Ortsgemeinde (Gemeindezucht!).

    Schlussfolgerung: Auf der Grundlage dieser Bibelstellen habt ihr nicht das Recht, über euer Internetseite andere Christen (die nicht euerer Ortsgemeinde angehören) und Nichtchristen öffentliche zu beurteilen und verurteilen.

    Nach der Bibel unterscheidet man für sich und zieht für sich seine Schlüsse daraus, die bedeutet, dass man sich von solchen Personen absondert!

    DAS SAGT DIE BIBEL DAZU!!!

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