Große Sorge bei allen Fans der Toten Hosen. Frontmann Campino (55) hat einen Hörsturz erlitten. Ist nun auch der Auftritt am Sonntag beim Rockavaria 2018 in München in Gefahr?

Campino, bürgerlich Andreas Frege, wird am 22. Juni 1962 in Düsseldorf geboren. Mit 20 gründet er die Punkband Die Toten Hosen. Seit 30 Jahren steht auf der Showbühne, im Juni 50 Jahre auf der Bühne der Welt. Trotz seiner unvorstellbaren Erfolge ist immer noch auf der „Zurück zum Glück“ und aus seinem Rockerherzen schreit es immer noch „Ich bin die Sehnsucht in Dir“. Grundlage seiner ungestillten Sehnsucht sind wohl die unvollkommen Beziehung in seinem Leben. Sein Punker – Säufer – Drogen – Hurenleben haben Spuren hinterlassen. Er hat keine Familie, hat sich vor Jahren von Karina Krawczyk, der Mutter seines Sohnes getrennt und lebt wahrscheinlich unterschiedlichen Beziehungen. Ist zwar modern, aber dennoch krank und für Kinder unvorstellbar dramatisch. Eine noch ungelöstere und ungleich wichtigere Beziehungsstörung kann der interessierte Betrachter seines Lebens auch in der Sache und der Suche nach Gott ausmachen.

„??? Gott und Glaube ist spätestens seit der „Opium fürs Volk“ ein festes Thema in Euren Liedern, jetzt auch wieder in dem Stück „Beten“…
Campino: Gott, Glaube, Religion, Moral, Gesellschaft – das sind Sachen, da kann man nicht einmal eine Meinung zu haben und das war es dann. Das ist ein ständiger Dialog und eine ständige Auseinandersetzung, die bis zum Tod nicht ausdiskutiert sein wird. In „Beten“ geht es darum, dass man noch so sehr so tun kann, als ob man nichts mit der Kirche zu tun hat, aber wenn es zu einer Totalkatastrophe kommt, dann ist das immer noch der letzte Ort, wo sich alle versammeln. Da sitzt du dann in der Bank und erwartest Trost, obwohl du dich jahrelang nicht blicken lassen hast und obwohl du auch rational gar nicht erklären kannst, wo das Bedürfnis jetzt plötzlich herkommt. Es fällt uns oft gar nicht auf, wie sehr wir im Alltag von dieser christlichen Kultur geprägt sind.“ (dietotenhosen.de)
In einem Interview mit dem Dresdner Jugendmagazin «Spiesser» betonte Campino: „Die Auseinandersetzung mit dem Glauben sollte nie enden.“ Seit dem Tod seines Vaters, so der Sänger, habe er sich mehr mit dem Glauben beschäftigt. Auf dem Dachboden habe er alte Briefe seines Vaters gefunden, die dieser als Soldat während des Zweiten Weltkrieges aus Russland nach Hause geschickt hatte. Darin, so erklärte Campino, habe sein Vater geschildert, wie ihm das Gottvertrauen geholfen habe, auch schwierigste Situationen zu überstehen. „Du musst mir keine Gnade schenken, ich brauch auch keinen neuen Freund. Nur eine Frage brennt in mir: Was hast du mit Erlösung gemeint?“, singt Campino im Lied „Beten“. Eines muß der gereifte Immernochpunkerspieler wissen, mit „Eisgekühlter Bommerlunder“ in Birne und Leber kommt er nicht ins Paradies, weil besoffen der Weg zu schwierig ist. Lieber Campino, weniger punken – mehr ehrlich beten. Bitte Gott um Gnade und sein nicht so frech zu ihm. Das bist du wahrscheinlich deinem Vater gegenüber gewesen. Bei Gott könnte das schief gehen. Ewig schief.
Im Himmel gibt es keine Punker – im Himmel gibt es nur gerettete und geheiligte Menschen.

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