Bereits im Alter von 21 Jahren stieg der Sohn aus einer gutbürgerlichen Familie in dieses knallharte Business ein. “Ich war glücklich”, so Eriksen. “Im Milieu war ich ein geachteter Mann. Alle respektierten mich.” Ruhm und Ehre führte aber auch zu Neid und Eifersucht. Mordanschläge auf den “Top-Zuhälter” waren keine Seltenheit. Eriksen hatte Glück. Immer wieder gelang es ihm, dem Tod zu etkommen. Und als ehemaliger Spitzenboxer wusste er auch, sich bei Auseinandersetzungen zwischen verfeindeten Gangs zu wehren.
Alkohol-, Drogen- und Tablettenmissbrauch hinterliessen ihre Spuren. Eriksen wurde zu einem menschlichen Wrack. “Mit 27 hatte ich keine Zukunftsperspektiven mehr. Ich war am Ende.”
Er suchte Hilfe beim Blauen Kreuz. Dort traf er auf eine junge Frau – eine bekennende Christin. “Für meine Begriffe war sie etwas durchgeknallt. Aber sie war hübsch. Ich wollte Sex mit ihr.” Die Frau lehnte dankend ab. “Dafür erzählte sie mir von Jesus und dass er mir einen neuen Anfang ermöglichen wolle.” Die Botschaft stiess bei ihm zu seiner eigenen Überraschung auf fruchtbaren Boden. Eriksen wurde Christ und von seinen Süchten befreit. “Seit Jahren habe ich keinen Schluck Alkohol mehr getrunken. Und ich war auch nie versucht, es wieder zu tun.”
Heute besucht Eriksen überall in der Welt Gefängnisse und soziale Brennpunkte. Er erzählt den Mördern, Dealern und Zuhältern von seinem Leben und dass es auch für sie die Möglichkeit für einen Neuanfang gibt. “Die Jungs trauen mir. Ich war einer von ihnen, also akzeptieren sie mich.”
Nach seinem Neuanfang nutzte Jan Eriksen seine Erfahrungen und gründete “Street Aid”. Eine Art Missionswerk, das sich zu Skandinaviens erfolgreichstem Hilfsprojekt für Drogenabhängige und Prostituierte entwickelte. Quelle: Mindener Tagblatt/Glaubensnachrichten/Livenet
