Matthias – 30 Jahre ohne Gott

Hallo, ich bin der Matthias, bin 31 Jahre alt und ich möchte euch erzählen wie Gott mich gefunden hat. Es mussten doch tatsächlich erstmal 30 Jahre vergehen, bis ich bereit gewesen bin, mich mit diesem Thema auseinanderzusetzen.

Also, ich fange mal von ganz vorne an.
Ich komme aus Dithmarschen, das ist ein kleiner Landkreis im Norden Deutschlands. Dithmarschen ist bekannt für Kohlköpfe und Querköpfe. Es gibt bei uns ein Sprichwort: Wat de Buer ni kennt, dat fret he nich. Das heißt übersetzt: Was der Bauer nicht kennt, das isst er nicht. Getreu diesem Motto wusste ich auch nicht viel von Gott, geschweige denn von Jesus und wollte es auch nicht. Ich wurde zwar kirchlich getauft, war auch spätestens zu meiner Konfirmation sehr dankbar dafür (€), wusste aber gar nicht wofür dass alles gut sein sollte. Bei uns in der Familie gab es halt keinen Platz für Glauben. Die einzige Erfahrung mit der Kirche hatte ich gemacht, als meine Oma starb und sie das Erbe zu einem Drittel der Kirche vermacht hatte und es dort Schwierigkeiten gab, als mein Vater das zum Erbteil gehörende Haus meiner Oma kaufen wollte. So lebte ich 30 Jahre von Gott getrennt, ich brauchte ihn auch nicht, da ich doch mein Leben selbst ganz gut in Griff hatte. Dachte ich.

Schon öfter hatte Gott mir, im Nachhinein betrachtet, Zeichen zum Nachdenken gegeben, nur hatte ich sie nie erkannt.

1995 lernte ich meine jetzige Frau Katrin kennen, mit der ich einen wundervollen Sohn habe und uns war von Anfang an klar, dass unsere Beziehung etwas ganz besonderes ist.
Es sollte sich herausstellen das Katrin in meinen Leben das größte Zeugnis von Gott werden sollte.
Vor 4 Jahren begann meine Frau mit ihrem Theologiestudium. Ich bemerkte erst sehr spät mit welchen Schwierigkeiten sie zu kämpfen hatte, habe aber auch nie wirklich nachgefragt. Ab und an hatten wir darüber gesprochen, dass sie nach Auswegen suchte, nicht mehr so weiter machen wollte.  Es war im November letzten Jahres, als Katrin zu mir sagte: Wenn der ganze Prüfungsstress vorbei ist, möchte ich ein Wochenende zu einer Christlichen Gemeinde nach Göttingen fahren.
Als ich das hörte, wurde ich sofort aggressiv und fuhr sie an, dass sie doch gefälligst, wenn die Prüfungen vorbei sind Zeit mit uns, bzw. mir verbringen sollte. Sie versuchte mir zu erklären, warum sie das möchte.
Sie erzählte mir, dass sie jetzt an Gott und den Herrn Jesus als ihren Erretter glaubt und dass sie sich gerne mit Leuten unterhalten möchte, die auch so denken. Wir hatten zwar schon vorher darüber gesprochen, ich hatte es aber nie so ernst genommen. Ich konnte es aber auch absolut nicht verstehen.
Sie hatte doch Theologie studiert und die Bibel gelesen, wo sollte also der Unterschied liegen?
Ich sagte zu mir: Lass sie nur hinfahren und sich das angucken. Die wird schon wieder normal werden. Nun kam das besagte Wochenende. Zu der Zeit waren in ganz Deutschland Warnstreiks der Bahn und da sie mit dem Zug fahren wollte, dachte ich bereits, dass die Fahrt nicht stattfinden kann und freute mich schon irgendwie innerlich.
Doch genau der Zug, mit dem Katrin fahren sollte fuhr. Zufall?
Also brachte ich sie zum Bahnhof. Ich muss euch sagen, es war ein schreckliches Wochenende. Ich saß abends alleine zuhause, fühlte mich total verlassen und hatte  gleichzeitig das Gefühl von Eifersucht im Bauch, obwohl Katrin mir nie einen Grund dafür gegeben hatte.
So saß ich nun an dem Samstagabend bei uns und starrte an die Wand. Ich schaute mich im Zimmer um und mir fiel mir sofort ein Buch im Regal auf, das in einem knalligen Orange leuchtete. Ich stand auf und schaute mir das Buch an. Es war eine Bibel die Katrin Tage zuvor für ihre Abschlussprüfung gekauft hatte. Ich nahm sie mir zur Hand und begann darin zu blättern und fing an zu lesen. Ich wollte einfach verstehen, warum sie sich auf einmal so dafür interessiert.

Katrin kam am Sonntag wohlbehalten zu Hause an und ich berichtete ihr, dass ich angefangen habe in der Bibel zu lesen. Sie hat sich daraufhin so sehr gefreut dass sie mich mit Büchern, die ich unbedingt lesen müsste, überschüttet hat. In diesen Moment fühlte ich mich etwas überfordert. Ich hab in meinen Leben nie viel gelesen und sollte neben der Bibel noch 3-5 weitere Bücher lesen. Ich blockte sofort ab und hatte wieder mit dem lesen aufgehört.

Ich dachte mir sowieso, dass es das nun gewesen sein müsste, dass sie ja hoffentlich wieder zur Vernunft kommt und sich wieder den wichtigen Dingen des Lebens zuwendet. Ich begriff zu dem Zeitpunkt nicht, dass Katrin schon längst angefangen hatte, sich mit den wirklich wichtigen Dingen zu befassen und nur ich es noch nicht erkannt hatte.
Sie fing an, sehr intensiv die Bibel zu studieren und es gab immer wieder heftige Auseinandersetzungen zwischen uns, in denen es nur darum ging, dass sie gefälligst mehr Zeit mit mir verbringen sollte und am besten ganz von Gott ablassen sollte. Aber ich bemerkte immer mehr, dass sich Katrin veränderte.

Früher hätte sie sich mit mir gestritten, aber so war es nicht mehr. Sie hörte sich meine Beschimpfungen ruhig an und erwiderte nichts. Bis ich dann irgendwann den Bogen überspannte und sie zum Weinen brachte.
Ich stellte ihr ein Ultimatum, entweder sie entscheidet sich für Jesus, nimmt ihre Bibel und einen Schlafsack und geht und sieht uns nie wieder, oder sie hört auf mit dem Bibellesen und kann bei uns bleiben. Sie entschied sich leise und mit gesenkten Kopf aber ohne Zögern für Jesus und versuchte mir zu erklären, dass sie nicht anders könnte, selbst wenn sie es noch so wollte. Wütend verließ ich das Zimmer. Ein paar Minuten später bereute ich, was ich gesagt hatte, ging zu ihr, entschuldigte mich und sagte zu ihr, dass sie weiterhin die Bibel lesen und auch wieder zur Gemeinde fahren könnte, wenn sie möchte. So kam es denn auch.

Es war der 08. Dezember 2007, wir saßen zusammen im Auto und Katrin hatte ihren MP3-Player auf den Ohren. Ich fragte sie was sie denn so hören würde. Sie erzählte mir, dass sie eine Predigt anhört. Das Thema lautete: Die Frau in der Gemeinde und Ehelosigkeit. Ich fühlte mich angegriffen und dachte dass sie mit dem Gedanken spielt mich zu verlassen, was natürlich gar nicht stimmte. Wieder gab es Streit. Ich behauptet, dass man als erstes versuchen sollte, sein Leben hier auf der Erde hinzubekommen und dann wenn noch Zeit ist könnte man sich ja noch mit Gott auseinandersetzen. Sie versuchte es mir zu erklären, aber ich wollte es nicht hören. Wir schwiegen uns an. Dann beruhigte ich mich wieder. Wie ihr seht musste meine liebe Katrin so einiges einstecken und ich danke Gott dafür, dass er ihr die nötige Kraft gegeben hat dies durchzustehen. Am Abend bat mich Katrin zu ihren PC zukommen. Dort zeigte sie mir den „Soulsaver-Adventskalender“. Es wurde an dem Tag der  8. Film gezeigt. Ich war schwer beeindruckt. Zum Ende hin wurde noch ein Bibelvers eingeblendet der mir die Augen öffnen sollte. Dieser Vers lautete wie folgt:

Phil 2,21: Denn sie suchen alle das ihre, nicht das, was Jesu Christi ist.
 

Ich musste an die ständigen Angriffe von meiner Seite gegen Katrin denken und was ich von ihr gefordert hatte. Ich hatte nur an mich gedacht und nur meinen Vorteil gesucht. Mir wurde in dem Moment klar, was für ein innerlicher Kampf in mir geherrscht hatte. Ständig hatte ich diese Gefühlsschwankungen. In den einen Augenblick voller Wut, im nächsten Moment tat mir alles wieder leid. Es kam mir vor wie ein Kampf zwischen Gut und Böse. In dieser Zeit bemerkte ich, dass sich etwas änderte. Ich begann zu begreifen das es ein kleines Licht im Dunkeln gab, auf das ich nur noch zugehen musste.

Joh 8,12: Da redete Jesus abermals zu ihnen und sprach: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Leben haben.

 Ab diesen Tag fing ich erneut an in der Bibel zu lesen. Doch irgendwas war anders. Es bereitete mir Freude und ich begann die Evangelien zu lesen und fing an zu verstehen was Katrin mir schon so oft versucht hatte zu erklären. Zusammen mit Gottes Wort hab ich dann immer mehr verstanden, um was es geht:

ich begriff, dass ich ein Sünder bin und dass ich, wenn ich nichts ändere, verdammt sein werde in Ewigkeit. Ein Kollege sagte mal zu mir, dass ich sowieso in den Himmel kommen würde, da ich doch ein so netter und lieber Mensch bin. Ich war mir plötzlich gar nicht mehr so sicher. Mir wurde klar, dass ich Vergebung brauche und dass der Herr Jesus der einzige Weg ist, sich mit Gott zu versöhnen.

Joh 14,6: Jesus spricht zu ihnen: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.

Ich kann das echt kaum in Worten beschreiben, was ich da verstehen durfte.
Die Bibel drückt es so aus:

Joh 15,13: Niemand hat größere Liebe als die, dass er sein leben lässt für seine Freunde.

Und woanders heisst es:

Röm 5,8: Gott aber erweist uns seine Liebe zu uns darin, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren.

Ich gab mein Leben dem Herrn Jesus am 17.1.2008 – spät abends, als meine Frau bereits schlief.
Ich tat das in dem Wissen, dass Gott mich liebt und uns seinen Sohn geschickt hat, der mich von Sünde reinwäscht, damit ich mit Gott versöhnt bin. Es muss schon eine unfassbare Liebe zu uns sein. Ich bin selber Vater und wenn ich mir vorstelle ich sollte meinen Sohn in ein Land schicken in dem er verfolgt, gepeinigt und getötet wird – ich weiß nicht wie ich mich entschieden hätte. Und dafür danke ich Gott und dem Herrn Jesus, dass er bis zur letzten Sekunde standhaft geblieben ist und uns so eine Tür geöffnet hat, durch die wir nur durchgehen brauchen.

Der Herr Jesus sagt

Joh 10,9: Ich bin die Tür; wenn jemand durch mich hineingeht, wird er selig werden und wird ein- und ausgehen und Weide finden.

Kommentare

  1. ali

    war neulich in deiner nähe auf einer hochzeit in einem hotel “Freigeist”.
    hatte aber keine zeit zum herumschauen in der umgebung. musste gleich wieder nach hause zu den bayern hier.
    möge es der herr führen.
    ali

    Hey, wenn Du mal in Göttingen bist, schau doch mal bei uns vorbei – http://www.jesusonly.de
    fabi

  2. horstisfaxen

    zu deinem Zeugnis

    Es hat mich gefreut so natürlich von dir zu lesen auch ich sreche plattdeutsch und es würde mich freuen mich mit euch über Jesus zu unterhalten . Daas gibt halt im Leben . Ich habe ihn mit ca 20 Jahren in mein Leben aufgenommen … aber bin technisch leider nicht so wersiert es hier zu publizieren . Ihr findet es unter es geschah am KUhdamm auf der Seite von meinem Freund Joe Wittrock http://www.no-hope-in-dope.de  Lieber Leser meldet euch wenn Ihr Fragen zum Glauben habt hier aber noch unser Bauernhof http://www.junkergrund.de Wenn Ihr mal wieder in Göttingen seid könnt ihr gerne einen Absprung zu uns machen !!!!

  3. wolke

    Ich war 29 Jahre lang auch ohne Gott

    Hallo Matthias,

    ich war übrigens auch 29 Jahre ohne Gott. Ich habe nicht einmal daran gedacht, eine Lebensübergabe zu machen, als ich fünf Monate die Soulsaver besucht habe. Ich tat es erst 15 Monate später, auch dank des standhaften Gebets für mich durch diese Gemeinde. Nein, ich tue es sogar noch heute.

    Grüße,

    Wolfram

  4. Bernhard

    Danke

    Hi ihr beiden,

    gerade als ich euere Zeugnisse gelesen habe, bin ich einige Paralellen zu meinem Leben gestoßen.
    (Probleme mit der Wissenschaft und der Theologie, abstoßen von Gläubigen (meiner Schwester), Selbstgerechtigkeit…
    Zweieinhalb Jahre gehe ich nun schon den Weg mit Jesus und ich bin sehr froh, dass ich diesen Schritt gemacht habe.

    – Er hat mir einen Sinn im Leben gegeben.
    – Er hat mein Gewissen verschärft.
    – Er hat mich befreit von meiner Schuld.
    – Er gibt mir neue Lebenskraft.
    – Er gibt mir Zuversicht bezüglich meiner Zukunft, da ich ihm vertrauen kann.
    – Er zeigt mir, was „wahre Liebe“ ist.
    – Er tröstet mich in schwierigen Zeiten und macht mich glücklich.
    – Er erzieht mich mit vollkommener Perfektion.
    – Er schenkt mir ewiges Leben mit ihm und die Gewissheit bei Gott die schönste und beste Feier zu erleben – besser als jede Party! – die meine Erwartungen bei weitem übersteigen wird und auf die ich mich heute schon freuen darf.

    Wünsche euch viel Kraft auf eurem weiteren Weg mit:
    Galater 5,1:“ So steht nun fest in der Freiheit, zu der uns Christus befreit hat, und lasst euch nicht wieder in ein Joch der Knechtschaft spannen!“

    Bernhard

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