Skins – woher – wohin?

Die ursprüngliche Skinbewegung hat ihre Wurzeln in Südengland. Sie entwickelte sich Ende der 60er aus den Mods. Meist kamen die Skins aus den unteren Arbeiterschichten. Sie wuchsen in ärmlicher Umgebung auf. Sie hatten wenig Perspektive und noch weniger Freizeitangebote. Arbeit war auch rar.


Diesen Leuten waren die Mods mit der Zeit einfach zu lasch. Falls Arbeit da war, mussten die Jungs während der Woche hart ran. Am Weekend war ausflippen und vergessen angesagt. Die Arbeitsklamotten wurden abgelegt und das Skinoutfit kam an den Leib. Levis-Jeans, Ben-Sherman-Hemden, Hosenträger und Boots waren angesagt. Für einen armen Worker war das eine große finanzielle Anstrengung, aber es musste sein.


Das Outfit muss stimmen. Es gehört halt schon was dazu, härter auszusehen als die Mods und übrigen Stinos. Das wirkt und auf Kohle wird nicht geachtet. Auf jeden Fall soll es härter aussehen.


Warum nun die Glatzen? Da gibt es verschiedene Antworten. Natürlich wollten die Skins provozieren und dadurch auffallen. Lange Haare störten auch bei den zahlreichen Schlägereien. Am Wochenende wurde meist in stadtteilgebundenen Gruppen abgehangen, gefeiert und gesoffen. Schlägereien gab es oft.


Musikalisch hielt man sich an Ska. Dieser Sound hat seine Wurzeln unter anderem in der Karibik. Billige Arbeitskräfte hatten diese Musik mitgebracht. Dieser Partysound mit Elektrogitarren und Bläser war total angesagt. Meist machten schwarze und weiße Leute diese Musik zusammen.


Anfang der 70er begann man dann härteren Sound zu konsumieren. Manchen war der Ska etwas zu soft. Der Oi! war geboren. Diese Bewegung entwickelte sich parallel zu den Punks und hatte dieselbe Wurzel. Die politische Einstellung war neutral, ja sogar unpolitisch. Wichtig war der Zusammenhalt der Gruppen, die sich dadurch im kalten Alltag über Wasser halten wollten. Oi!Oi!Oi!: Der Schlachtruf entstand dadurch, dass eine Band ihre Songs immer so anzählte.


Mitte und Ende der siebziger Jahre sah es arbeits- und perspektivtechnisch immer schlechter aus. Die „no-future“-Einstellung breitete sich aus. Die National Front, eine rechte Partei nutzte diese ungünstige Lebenslage der Skins und beeinflusste die Bewegung. „Rechte“ Gedanken sickerten in die Köpfe der Oi!-Leute. Die Bewegung spaltete sich. Manche wurden Punks, andere wollten gar nichts mehr damit zu tun haben, aber die meisten blieben dem „Spirit of 69“ treu.


Anfang der 80er breitete sich diese Bewegung auf Amerika, Japan und Resteuropa aus. In Resteuropa wurde die Skinbewegung meist von Jugendlichen der unteren Schichten aufgenommen. Jedoch hier waren die Skins gleich von Anfang in „links“ und „rechts“ getrennt. Der unpolitische Gedanke kam nicht so zur Geltung. Ende der 80er wurde eine Bewegung gegen „rechts“ gegründet: SHARP (SkinHeads Against Racial Prejustice).


Nach der Wende kam es besonders in den neuen Bundesländern zu einer starken Zunahme der „rechten“ Skinheadszene. Medienträchtig setzten sie sich immer wieder in Pose und lebten ihre ewig gestrigen und dumpfen Gedanken aus. Immer wieder werden diese Leute in den Medien gezeigt. Es wird zwar vor ihnen gewarnt, jedoch begeistern diese martialisch auftretenden Glatzen immer mehr verängstigte Jugendliche. Innerhalb der 10.000 Skins in Deutschland machen diese „rechten“ Boneheads allerdings nur einen Teil aus. Es gibt immer noch den „normalen“ Skinhead und den punkorientierten Skinhead. Diese sind allerdings im Untergrund und feiern für sich.


Aber alle diese Bewegungen haben eines gemein; sie werden aus der Perspektivlosigkeit geboren und bleiben ohne Zukunft und Sinn. Manche von ihnen sind zum Glauben an Jesus gekommen und wissen sich jetzt geborgen bei Gott. Denn weder Gewalt, laute Musik, Parties und schon gar nicht die total hirnlose Naziideologie geben Hoffnung, sondern nur die Liebe Gottes überzeugt. Uns hat sie befreit. Gerne vermitteln wir dir Kontakt zu Aussteigern.

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