21.1.1950 – Todestag von George Orwell, britischer Schriftsteller («1984», «Farm der Tiere»)

Sein Buch „1984“ von George Orwell war eines der Bücher, die im 20. Jahrhundert einen sehr großen Einfluss hatten. Heute (geschrieben im Jahr 2018) ist das Buch wieder in aller Munde. Zum einem liegt das an dem rasanten technischen Fortschritt und der damit verbundenen Überwachung und zum anderen an dem erneuten Heranwachsen von totalitärem Denken und Handeln.

In dem Buch „1984“ beschreibt Orwell einen Staat („Ozeanien“), der seine Bürger völlig überwacht und ihr ganzes Denken verändert. Die Hauptfigur des Romans ist Winston Smith, der sich von „dem großen Bruder“ nicht dominieren lassen will und sich so manches „Gedankenverbrechen“ genehmigt. Er wird gefangen genommen, ausgiebig verhört und gefoltert. Der Mann, der ihn im Sinn des „großen Bruders“ umerziehen will, heißt O’Brien.

Dieser sagt zu ihm: „Die alten Kulturen erhoben Anspruch darauf, auf Liebe oder Gerechtigkeit gegründet zu sein. Die unserige ist auf Hass gegründet. In unserer Welt wird es keine anderen Gefühle geben als Hass, Wut, Frohlocken und Selbstbeschämung. Alles andere werden wir vernichten – und zwar alles. Wir merzen bereits die Denkweisen aus, die noch aus der Zeit vor der Revolution stammen. Wir haben die Bande zwischen Kind und Eltern, zwischen Mensch und Mensch und zwischen Mann und Frau durchschnitten. Niemand wagt es mehr, einer Gattin, einem Kind oder einem Freund zu trauen. Aber in Zukunft wird es keine Gattinnen und keine Freunde mehr geben. Die Kinder werden ihren Müttern gleich nach der Geburt weggenommenwerden, so wie man einer Henne die Eier wegnimmt. Kreaturen mit dem Mal des Tieres auf der Stirn werden vor uns über diese Erde schlurfen, so wie es die Herren dieser Erde wünschen. Denn sie werden nur noch Tiere sein und wenn sie noch etwas wissen, dann das, dass sie nur noch Tiere sind.“

Bemerkenswerte Worte! Der Autor wollte die Worte von O’Brien sicher als Warnung verstanden haben, heute scheint man sie vielfach eher als Anleitung zu betrachten: Man zerschneidet durch diverse Maßnahmen die Familienbande, zerstört das Vertrauen untereinander und versucht, bereits die Jüngsten zu kontrollieren und zu formen. Und in der Tat ist die Zeit nicht mehr fern, wenn die Menschen das Malzeichen des Tieres annehmen und sich einem rücksichtslosen Diktator völlig unterwerfen werden (siehe Offenbarung 13).

Doch das ist nicht das Ende der ganzen Entwicklung. Diese Welt wird schließlich eine Herrschaft erleben, die auf Gerechtigkeit und Liebe gegründet ist (Psalm 93)! Es ist das Reich unseres Herrn Jesus Christus. Er wird regieren, er wird sich mit Hoheit bekleiden und sich umgürten mit Stärke. Eine Zeit ungeahnten Segens wird noch auf dieser Erde anbrechen.

Gerrid Setzer

Aktuelles Beispiel aus der Süddeutschen Zeitung:

Eine App schockiert Amerika (20.1.2020)

Clearview war bislang praktisch unbekannt. Das Unternehmen gibt sich Mühe, im Hintergrund zu bleiben: Auf der Webseite und in Geschäftsunterlagen fanden sich falsche Adressen – angeblich ein Tippfehler, wie Clearview erklärt. Das einzige Linkedin-Profil, das einen Verweis auf Clearview enthält, gehört einem gewissen “John Good”. Tatsächlich steckt dahinter Unternehmensgründer Hoan Ton-That, der einen falschen Namen benutzte. Als Hill dem Unternehmen nachspürte, erhielt sie monatelang keine Antwort. Schließlich meldete sich eine Expertin für Krisenkommunikation, die ein Treffen mit Ton-That arrangierte.

All das schreit nach Betrug: So gehen meist obskure Start-ups vor, die vollmundige Versprechungen machen, Millionen an Investorengeldern einsammeln und dann nicht liefern. Im Fall von Clearview scheint das Gegenteil der Fall zu sein. Mehrere Ermittler sagten der NYT, sie wüssten selbst nicht genau, wie Clearview arbeite – die Resultate seien aber überzeugend. Innerhalb kurzer Zeit hätten sie Verdächtige identifiziert und Verbrechen aufgeklärt, darunter Diebstahl, Kreditkartenbetrug, Mord und Kindesmissbrauch.

Das Vorgehen von Clearview ist fragwürdig. Erstens verstößt die massenhafte Datensammlung gegen die Nutzungsbedingungen von Plattformen wie Facebook. “Viele Menschen machen das”, sagte Ton-That der New York Times. “Facebook weiß es.” Zweitens ist völlig unklar, wie sicher die Datenbank ist. Behörden speichern sensible Informationen auf den Servern eines kleinen Unternehmens, über das sie kaum etwas wissen und das keiner externen Kontrolle unterliegt. Drittens birgt das System großes Missbrauchspotenzial. Ein Polizist, der Zugriff auf die Software besitzt, könnte damit Frauen stalken, die er auf der Straße getroffen hat. Autoritäre Regime könnten Teilnehmer an Demonstrationen identifizieren, wie es Russland bereits mit vergleichbarer Technologie vormacht.

Den vierten Grund hat Hill selbst erlebt. Offenbar überwacht Clearview nämlich, nach welchen Personen die Behörden suchen. Als die Reporterin Polizisten gebeten habe, ein Foto von ihr analysieren zu lassen, habe das System keinen Treffer angezeigt, obwohl es viele Bilder von Hill im Netz gibt. Kurz darauf habe Clearview die Ermittler angerufen und sich erkundigt, ob sie mit der Presse sprächen. Ton-That spielt den Vorfall herunter. Die Software habe nur Alarm geschlagen, weil sie ungewöhnliche Suchanfragen erkannt habe. Süddeutsche.de

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