Am 8. November 1939 war sie explodiert, um 21.20 Uhr, 13 Minuten zu spät. Adolf Hitler und die nationalsozialistische Führung hatten den Raum bereits verlassen.

Heute jährt sich das missglückte Hitler-Attentat von Georg Elser zum 80. Mal. Bereits 1939 versuchte der gläubige Christ mit einer selbstgebauten Bombe den Diktatoren-Mord. Am Ende starb Elser selbst.

13 Minuten haben Georg Elser gefehlt. Wäre seine selbstgebaute Bombe nur 13 Minuten früher hochgegangen, wäre Adolf Hitler bereits 1939 gestorben, die Morde an Millionen Juden wären verhindert worden und der Zweite Weltkrieg hätte niemals richtig Fahrt aufgenommen. Vielleicht. Das ist freilich Spekulation, denn in Wahrheit scheiterte der Hitlerattentäter. Ein Held ist er für viele dennoch – etwa für den Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier.  Was viele nicht wissen: Für Georg Elser hat der christliche Glaube eine große Rolle gespielt. Oliver Hirschbiegel verfilmte seine Geschichte bereits 2015 mit Christian Friedel in der Hauptrolle für die große Leinwand – und zeigt dort seinen Wandel vom Pazifisten aus Überzeugung zum Attentäter. „Gewalt, das hat noch nie etwas gebracht“, lässt Hirschbiegel Elser sagen. Die Szene spielt Jahre vor seinem Attentat. Jahre, bevor, die ersten Juden in Konzentrationslagern sterben und die Nazis politisch Andersdenkende zu Zwangsarbeitern machen. Elser sagt diesen Satz zu einer Zeit, in der seine gläubige Mutter ihn noch dafür ausschimpft, dass er verheirateten Frauen nachstellt, als gäbe es keine größeren Probleme im Deutschland der 30er Jahre.

Als die Nazis einen kommunistischen Freund verhaften und eine Bekannte wegen ihrer Freundschaft zu einem Juden zum öffentlichen Gespött machen, beginnt der junge Mann, seine Meinung zu ändern. „Man muss machen, was richtig ist“, rechtfertigt er seine Tat später. Da weiß er noch nicht, dass er Hitler mit seiner Bombe nicht töten wird. Stattdessen reißt sie acht andere Menschen in den Tod. Noch bei seinem Verhör verweist Elser auf die Zehn Gebote, um die Gräuel der Nazis zu verdammen: „Du sollst nicht töten!“ Der SS-Mann kontert, das sage ausgerechnet jemand, der unschuldige Menschen auf dem Gewissen habe.

Regisseur Hirschbiegel und Drehbuchautor Fred Breinersdorfer stellten damals mit ihrem Film die Frage nach der Rechtmäßigkeit von Gegengewalt, beantworteten sie aber nicht. Stattdessen konzentrierten sie sich darauf, Elser zum einen als gläubigen Christen darzustellen, zum anderen aber auch sein Hadern mit dem göttlichen Willen aufzuzeigen. So sieht der Zuschauer ihn bei einem Gottesdienstbesuch mit der Familie. Vor der Kirche verspotten Kinder den Juden Jesus. Ein Hinweis darauf, dass der Nationalsozialismus Teile der Kirchen zwar als Verbündete begrüßte, der eigentlichen Glaubenswelt des Christentums aber feindlich gesinnt war.In zwei Schlüsselszenen betet Elser das Vater Unser: Vor seinem Geständnis des Mordversuchs an Hitler in seiner Zelle, kniend unter einem an die Wand gekritzelten Kreuz. Und später noch einmal kurz vor seiner eigenen Hinrichtung im Konzentrationslager Dachau im Jahr 1945. „Beten, das nützt nichts. Gott ist in Amerika oder in Moskau“, schimpft sein Bewacher da. (pro)

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