“Bis zum Tod veröffentlichte er regelmässig weitere Alben, zuletzt «The Sun Is Shining Down» (2022). «Die Rolle, die John Mayall & the Bluesbreakers in der britischen Musikszene spielten», so schreibt Mick Fleetwood im Vorwort von Mayalls Autobiografie, «ist mehr als nur unglaublich wichtig, und zwar weit über den Horizont des Blues hinaus.» Am Montag ist John Mayall im Alter von 90 Jahren gestorben.” NZZ
“Als die Beatles im Herbst 1962 «Love Me Do» veröffentlichten, war John Mayall bereits ein erwachsener Mann, verheiratet, Vater von drei Kindern. Geboren am 29. November 1933 in der Nähe von Manchester, erinnerte er sich noch an die Kriegsreden von Winston Churchill. Dank seinem musikliebenden Vater entwickelte er sich früh zum Pianisten, Gitarristen und Blues-Fanatiker.
Einen eigentlichen Instrumentalunterricht lehnte er stets ab. Denn auch all seine Vorbilder – allen voran J. B. Lenoir – seien Autodidakten gewesen und hätten gerade darum einen eigenen Stil entwickelt. Dank einem Job als Dekorateur konnte er sich all die Platten leisten, die er sich wünschte. Diesen lauschte er in seiner Baumhütte, die er selber gebaut hatte und die er auch bewohnte…..
John Mayall genoss seinen Erfolg in vollen Zügen. So stürzte er sich in eine Reihe von Liebschaften, deren Komplikationen er in zahllosen Liedern breitschlug. 1969 entdeckte der zuvor abstinent lebende Musiker den Alkohol und kam jahrelang nicht mehr davon los. Bei einem Unfall – er hatte versucht, vom Balkon in den Swimmingpool zu springen – zog er sich schwere Beinverletzungen zu und bestritt die nächste Tournee auf Krücken.” NZZ
Jemand schrieb mal über ihn: “Außerdem sah John Mayall auf dem Cover der LP aus, als sei er der englische Stiefbruder von Jesus Christus.” Ob er jetzt bei Jesus ist? Nur wenn er am Ende seines langen Blues-Lebens zu Gott umgekehrt ist. Im Himmel gibt es keinen Blues. Dort wird Gott fröhlich gelobt.
