Amokläufer trifft Engel und bekehrt sich!!!

Der Killer und der Engel
Brian Nichols wird am morgigen Mittwoch erstmals vor Gericht stehen. Die Anklage: Er habe am vergangenen Samstag in Atlanta, Georgia, einen Richter, einen Gerichtsreporter, einen Polizisten und einen Zollbeamten getötet.

Nichols stellte sich 26 Stunden nach der Tat am Sonntagmorgen der Polizei. Zwischendurch begegnete er seinem "von Gott gesandten Engel", wie er selbst sagt. Ashley Smith, 26, Mutter einer Fünfjährigen, erwarb sich mit Warmherzigkeit und Besonnenheit hohes Lob der Polizei.

Die Medien kolportieren die sehr amerikanische Geschichte einer Bekehrung. Bevor Nichols ihr Haus verließ, um sich auszuliefern, bot er Ashley Smith noch an, ihr beim Bilder- und Gardinenhängen zur Hand zu gehen, wie die Polizei am Montag mitteilte. 

Nächtliche Begegnung
Die junge Frau war am Samstag in die Wohnung eingezogen, und sie war Nichols mitten in der Nacht zum Sonntag bei einer Zigarettenpause vom Kistenauspacken auf der Straße begegnet. Gegen zwei Uhr bohrte sich ihr ein Lauf in die Seite, und der Mann, der sie bedrohte, nahm seine Baseballmütze ab, damit sie ihn als den erkannte, der über alle Medien wegen der vier Morde gesucht wurde.

Er band ihr die Hände mit Klebeband zusammen, fesselte ihre Füße mit Gardinenschnur. Dann legte er die Waffe ab und sagte, er wolle duschen. Er müsse sich entspannen. "Ich hatte einen langen Tag."

Nach dem Duschen löste er Smiths Fesseln. Sie nahm das Gespräch auf, spann eine persönliche Bindung zu ihm, indem sie ihm ihr Fotoalbum zeigte. Sie erzählte ihm, dass sie Mutter sei und Witwe, dass ihr Mann bei einer Messerstecherei getötet worden sei.

"Ich bin schon tot"
Sie bat ihn, sie nicht zu töten, weil ihre Tochter sonst eine Waise sei. "Meine Tochter erwartet, dass wir uns am Morgen in der Kirche treffen."

Ashley Smith sprach mit Nichols über seine Verzweiflung, über seine Tat, wie sie CNN erzählte. "Ich habe als Soldat gehandelt", sagte er. Er nannte sich selbst einen Toten. "Sieh in meine Augen, ich bin schon tot." "Du bist nicht tot, du stehst hier direkt vor mir", sagte sie. Sie brachte ihn dazu, sich im Gespräch seinen Opfern zu stellen und dem, was ihr Tod für ihre Familien bedeutete. Sie drängte ihn dazu, sich der Polizei auszuliefern, um weiteres Blutvergießen zu vermeiden.

Nichols sagte, er wolle nur ein wenig fernsehen und etwas anständiges essen.

Sie las ihm laut Medienberichten aus ihrer aktuellen Lektüre vor, dem Buch "Das sinnvolle Leben" ("The Purpose Driven Life"), einem Stück populärer christlicher Beratungsliteratur: "Wir dienen Gott, indem wir anderen dienen. Die Welt definiert Größe über Macht, Prestige und Stellung. Wenn du von anderen Dienste verlangen kannst, bist du angekommen. In unserer Selbstbedienungskultur mit ihrer Ich-zuerst-Mentalität ist es unpopulär, zu dienen."

Nichols wollte das zweimal hören.

Sie schauten sich gemeinsam die Nachrichten an. Dass es bei den Schüssen im Gerichtsgebäude und den vier Toten um ihn ging, konnte Nichols kaum fassen.

Nicht abgehauen
Smith half ihm, den Wagen des getöteten Zollbeamten loszuwerden. Sie fuhren getrennt, doch aus Angst vor einem blutigen Showdown rief sie nicht mit ihrem Handy die Polizei. Als er das Auto irgendwo abgestellt hatte und mit ihr zurück zu ihrer Wohnung fuhr, sagte Nichols: "Du bist nicht abgehauen. Ich hätte gedacht, du würdest abhauen."

Er frühstückte Pfannkuchen, Eier und Orangensaft. Smith wusch noch ab, bevor sie in Ruhe losging, ihre Tochter in der Kirche zu treffen. Er bot ihr noch an, mit einem aus dem Auto des Zollbeamten gestohlenen Akkubohrer Löcher für Bilder und Gardinenstangen zu bohren. Dazu war sie in der Nacht nicht gekommen. Nichols drückte Smith 40 Dollar in die Hand. "Du bist ein Engel, den mir Gott gesandt hat", sagte er.

Wenige Minuten später rief Smith bei der Polizei an. Nichols sei in ihrer Wohnung, sagte sie. Er trat vor die Tür, unbewaffnet, ein weißes Tuch in der Hand.

Halt gibt ihr die Religion.
"Mein Lebenssinn ist erfüllt", sagte sie dem "Atlanta Journal-Constitution", "sei es, indem ich selbst nicht getötet wurde, sei es, indem nicht noch weitere Polizisten umgekommen sind, oder sei es, weil er (Nichols) noch Hunderte weitere Menschen im Gefängnis retten wird".

 

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