Auch grosse Künstler müssen

sich an die guten Gebote Gottes halten, den der Herr sagt deutlich:

"Hurer und Ehebrecher wird Gott richten."

Schluss mit langweiliger Historien-Malerei und mythisch-religiösen Schinken! Ganz bewusst brachen moderne Künstler Ende des 19. Jahrhunderts mit traditionellen Bildthemen und rückten das wahre Leben in den Mittelpunkt ihrer Arbeit. Sie fanden es in den florierenden Bordellen von Paris. Dort gingen sie ein und aus: als Beobachter und als Freier. Unverblümt stellten sie Frauen nicht mehr als idealisierte Göttinnen dar, sondern als gewöhnliche Prostituierte des Pariser Milieus.

Paul Cézanne begann schon 1870 damit, sexuell aufgeladene Figurenbilder zu malen. Wenig später folgte Edgar Degas mit ausführlichen Skizzen aus den Freudenhäusern. Während seine Darstellungen von schockierender Vulgarität waren, fertigte sein Maler-Kollege Henri Toulouse Lautrec um die Jahrhundertwende psychologisch-einfühlsame Porträts von Prostituierten an. Pablo Picassos Bordell-Bilder waren wiederum von erschreckender Brutalität: Um 1907 schuf er zahlreiche kubistische Vorstudien zu seinem berühmten Werk, „Les Demoiselles d´Avignon“, das heute zu den Ikonen der modernen Kunst gehört.

Obwohl die vier völlig unterschiedlich malten, haben ihre Bilder viel gemeinsam: Den Blick hinter die plüschige Scheinwelt der Pariser Etablissements sowie die revolutionäre Farb- und Formgebung, die mit allen Regeln der Pariser Kunstwelt brach.

"Der Verlust der Schamhaftigkeit ist das erste Anzeichen von Schwachsinn."

S.Freud

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