Bono (U2) ist kürzlich 60 Jahre alt geworden. Was sagt er zu verschiedenen Aspekten des Christentums?

In einem Gespräch mit dem Theologen David Taylor vom Fuller Theological Seminary sagte Bono 2017, der Tod seiner Mutter habe ihn zum Glauben an Jesus gebracht. «Durch die Trauer wurde ich Künstler», sagte Bono. «Ich trat eine Reise an, auf der ich versuchte, das Loch in meinem Herzen mit Musik zu füllen, mit Freunden und der Band. Aber schliesslich ist es nur Gottes Liebe, die dieses Loch füllen kann; es ist ein grosses Loch, aber glücklicherweise ist es eine grosse Liebe.»

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Seit 1978 existiert die Band unter dem Namen U2. Wie die Schweriner Volkszeitung am Sonntag berichtete, standen der Sänger und zwei seiner Bandmitglieder in jungen Jahren vor einer schwierigen Entscheidung. «Band oder Bibel?» lautete die Frage, als sich Bono mit Larry Mullen und David Evans, genannt «The Edge», einer evangelikalen Bewegung mit Namen «Shalom» anschliessen wollten. «Die drei entschieden sich für ihre Musik – und einen Glauben unabhängig von jeder organisierten Kirche», schreibt die Zeitung. Der Glaube ziehe sich dennoch durch viele U2-Werke oder verstecke sich in der Fom spiritueller Fragen in «vordergründigen Liebesliedern».

Bono über den Grund, warum Jesus gestorben ist: «Ich mag den Gedanken an das Opferlamm. Der Punkt, warum Christus gestorben ist, ist, weil er der Welt Sünde trägt. So dass das, was ausgelöscht ist, nicht auf uns zurückfällt und dass unsere sündige Natur nicht den Tod erntet. Das ist der Punkt. Das sollte uns demütig machen. Es sind nicht unsere eigenen guten Werke, die uns durch die Himmelstüre bringen.»

Gottes Gegenwart erleben: «Ich gehe dahin, wo das Leben ist. Dahin, wo ich den Heiligen Geist spüre. Das kann im hintersten Winkel in der Ruhe und Einkehr einer katholischen Kathedrale sein, die an Gottes Mysterium erinnert oder es kann sein, dass ich Gottes Gegenwart mitten im hellen Licht eines Erweckungs-Gottesdienstes erlebe. Ich gehe dahin, wo ich Leben finde. Ich sehe keine Denominationen.»

Warum Jesus dich nicht vom Haken lässt: «Jesus lässt dich nicht vom Haken. Die Schrift lässt dich nicht einfach so vom Haken. Wenn die Leute sagen: ‘Ein guter Lehrer’, ‘ein Prophet’, ‘ein wirklich netter Typ’ ist das nicht das, was Jesus von sich selbst sagte. Du bist in dieser Frage selbst herausgefordert – ist er der, der er sagte, dass er sei, oder stimmte es überhaupt nicht? Du musst dich entscheiden. Ich glaube, dass er der Sohn Gottes ist.»

Warum kirchliche Musik besser sein sollte: «Ich erinnere mich an die Psalmen der Kirche Irlands aus meiner Kindheit. Ich dachte immer: ‘Grossartige Worte zu beschämenden Tönen’, ausser für ‘Der Herr ist mein Hirte’, dies gefiel mir. Die Psalmen sind rau und brutal ehrlich. Der Psalmist ist brutal ehrlich über explosive Freude, seine Gefühle, tiefes Leid und den Trubel. Und so dachte ich, warum die kirchliche Musik dem nicht gerecht wird.»

Gnade gegenüber Karma: «Atemberaubend ist, dass Gott, der das Universum geschaffen hat, sich nach Gesellschaft sehnt. Eine echte Beziehung zu Menschen. Im Zentrum aller Religionen ist die Idee des Karmas. Was man tut, fällt auf einen zurück: Auge um Auge, Zahn um Zahn. Das Karma ist im Herzen des Universums. Und nun kommt Gott mit dem Gedanken der Gnade, um all das ‘Was man sät, erntet man’ umzustülpen. Gnade trotzt Vernunft und Logik. Die Liebe unterbricht die Konsequenzen deiner Handlung, was in meinem Fall eine sehr gute Nachricht ist, denn ich habe viel Dummes getan. Das ist zwischen mir und Gott. Ich wäre in grossen Schwierigkeiten, wenn ich vom Karma gerichtet würde. Da würde ich tief im Sumpf stecken. Es entschuldigt meine Verfehlung nicht, doch ich strecke mich nach der Gnade aus. Ich halte daran fest, dass Jesus meine Sünden ans Kreuz gebracht hat.» (pro)

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