„Darf ich dir eine Frage stellen? Wie viel kostet dein Gott?“

Das hört sich vielleicht recht komisch an, aber es scheint mir, dass die Menschen so von Gott denken. Es sieht so aus, als ob sie ihn für eine Art himmlischen Vermieter halten, der natürlich bestimmte Ansprüche an uns hat, weil er unsere Welt gemacht hat und sie uns verpachtet hat. Aber wenn wir ihm unsere geistliche Miete und Abgaben zahlen, indem wir uns richtig verhalten, Almosen geben, ab und zu ein oder zwei Kirchenlieder singen, dann ist er zufrieden und alles ist in Ordnung.

Aber das ist selbstverständlich ein großer Irrtum! So ist Gott gar nicht. Wie diese Vorstellung entstanden ist, weiß ich nicht genau. Vielleicht waren die Leute Gott für die vielen Gaben dankbar, die sie von ihm erhalten haben, und wollten ihm etwas dafür geben. Das ist ja eine gute Idee, aber langsam ist die Vorstellung entstanden, dass wir durch unser gutes Benehmen und unsere milden Gaben Gott irgendwie bezahlen können und dass wir auf diese Weise irgendwie seine Liebe oder Vergebung oder Freundschaft kaufen oder verdienen können. Wenn wir ihm genug zahlen, können wir uns vielleicht sogar einen Platz im Himmel erkaufen. Aber das kann gar nicht sein! Alles was wir haben und was irgendeinen Wert hat haben wir sowieso von ihm. In diesem Sinn können wir ihm gar nichts geben. Wir können nichts von ihm erkaufen und – Gott sei Dank – brauchen wir das auch nicht. Das ewige Leben ist ein Geschenk, wie die Bibel ja sagt.

Ich weiß, jetzt wird jemand sagen: „Ja, aber wir müssen doch sicher Gottes Gebote halten.“ Ja, richtig, aber es ist wichtig zu verstehen, warum wir sie halten sollen und wofür. Wir sollen sie sicher nicht aus dem Grund halten, um auf diese Weise bei Gott angenommen zu werden. Das sagt die Bibel ganz deutlich. Wir können nicht verdienen, dass Gott uns annimmt, indem wir die Gebote halten. Die Tatsache ist, dass wir sowieso bankrott sind. Wenn wir unser Bestes versucht haben, fehlt immer noch viel, wir haben nicht genug geleistet und wir haben einfach nichts, womit wir das Fehlende ersetzen können. Gottes Gebote sind eher wie ein Thermometer, das uns gegeben wurde um uns zu zeigen, wie ernst unsere geistliche Erkrankung ist. Aber niemand schluckt ein Thermometer um gesund zu werden. Gottes Gebote zeigen uns also, wie sündig wir sind und wir können nicht durch sie gerettet oder geheilt werden oder Vergebung bekommen. Das kann nur Christus. Gott sei Dank will Christus uns seine Vergebung, sein ewiges Leben, seine Wiedergeburt schenken. Hör zu, was die Bibel sagt: „Durch Gnade seid ihr gerettet, mittels des Glaubens, und das nicht aus euch selbst, Gottes Gabe ist es; und das nicht aus Werken, damit niemand sich rühme.“ (Eph 2,8-9)

Ich habe den Eindruck, dass ziemlich viele Leute mit Religion nichts mehr anfangen können, weil sie genau das nicht verstanden haben: Gottes Rettung ist ein Geschenk. Die Vorstellung, dass wir uns gut benehmen, weil wir etwas von Gott bekommen, ist sowieso ganz falsch. Erinnerst du dich an die samaritische Frau, mit der Christus redete? Sie saß eines Tages dort am Brunnen. Ihr Leben war wirklich kaputt und in ihrer Not hat die Religion versagt. Sie dachte, dass Religion darin bestehe, dass wir Gott etwas geben. Christus hat ihr Leben auf den Kopf gestellt indem er ihr zeigte, dass echte Religion damit beginnt, was Gott uns schenkt, nicht was wir Gott geben. Er sagte: „Gute Frau, wenn du nur das Geschenk Gottes kennen und verstehen würdest, wer da mit dir redet, dann hättest du ihn gebeten und er hätte dir lebendiges Wasser gegeben.“ (Joh 4,10)

Jemand könnte entgegenhalten: „Hat Christus nicht auch gesagt, dass wir die Kosten überschlagen müssen, wenn wir zu seinen Jüngern gehören wollen?“ Ja, das hat er wirklich gesagt und es stimmt tatsächlich, dass du in manchen Ländern Kopf und Kragen riskierst, wenn du dich zu Christus bekennst. Wenn du gerettet werden willst, solltest du bereit sein deinen Kopf zu riskieren. Aber sogar wenn du dein Leben verlierst, bedeutet das nicht, dass du dadurch Gottes Vergebung oder Rettung verdienst. Außerdem hat Christus deutlich gemacht: Wenn jemand die Rettung als Geschenk erhält, führt Christus ihn auf einem Weg der Erziehung, der von ihm tägliche Opfer fordert, das Opfer der ganzen Persönlichkeit an Gott. Aber er hat ebenso deutlich gemacht, dass man auch durch noch so große Opfer Gottes Gunst nicht erkaufen kann. Man kann genauso wenig dafür sorgen, dass man die Rettung nicht verliert. Wenn jemand Opfer bringt, so tut er das einfach aus Liebe zu Gott, der ihm die Vergebung und Rettung geschenkt hat.

Das bedeutet aber nicht, dass Rettung billig ist. Was wir uns nie leisten könnten, hat Christus für uns erworben. Er hat dafür mit seinem eigenen Leben am Kreuz bezahlt.

Mein Freund, ich frage mich, ob deine geistlichen Kräfte im Leben vielleicht langsam zur Neige gehen, ob du dich bankrott fühlst und ob du irgendwie an der Religion verzweifelt bist? Du hast es schon versucht, aber du hast aufgegeben, weil sie nichts genützt hat. Vielleicht ist das deshalb so, weil du nie gehört hast, dass Gott dir ein Geschenk machen will, dass die wahre Religion damit beginnt, dass man Christus um sein Geschenk des ewigen Lebens bittet und es dann bekommt? Vielleicht hast du nie darum gebeten und deswegen hast du dieses Geschenk nicht wirklich in Anspruch genommen? Kann es sein, dass dein Gott gar nicht der Gott der Bibel ist, der Gott von Jesus Christus? Kann es sein, dass dein Gott einfach ein Götze ist, den du dir selbst ausgedacht hast und der sehr teuer zu erhalten ist? Sag mir, mein Freund, wie teuer ist dein Gott? 

Prof. David Gooding

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