Das Jubiläumsfest des legendären Woodstock-Festivals von 1969 ist abgesagt.

Das geplante Jubiläums-Festival „Woodstock 50“ nordwestlich von New York ist abgesagt….Das ursprüngliche Woodstock-Festival im August 1969 gilt mit geschätzt 400.000 Besuchern als Höhepunkt der Hippie-Bewegung. Unter anderem hatten nahe dem Städtchen Bethel rund 150 Kilometer nordwestlich von New York Jimi Hendrix, Janis Joplin und The Who legendäre Konzerte gegeben. FAZ

Das legendäre Woodstock-Festival hat in diesen Tagen wieder Geburtstag. Das Ganze war ein riesiges Missverständnis und eine geschäftstüchtige Lüge.

„Keine Security, kaum Klos, nichts zu essen, medizinische Versorgung Fehlanzeige – Woodstock war organisatorisch eine Katastrophe. Heutzutage würden die Veranstalter angesichts solcher Rahmenbedingungen noch direkt vor Ort gelyncht und anschießend mit so vielen Klagen konfrontiert werden, dass sie nach Afghanistan auswandern müssten,…50.000 Zuschauer hatten die Organisatoren im Antrag angegeben, knapp 200.000 Tickets gingen im Vorverkauf weg, 400.000 Zuschauer sollen es schließlich gewesen sein. Der Andrang war so groß, dass die Tore schließlich geöffnet wurden. Die Folgen für Verkehr (eine endlose Schlange), Lebensmittelversorgung und Klos lassen sich leicht vorstellen. Das Gelände sah danach aus wie ein Frontabschnitt im Ersten Weltkrieg.

Vor allem bot das Festival aber zwei Dinge: Eine fantastische Stimmung und ebensolche Musik. Dass Letztere aufgrund der ewig kreisenden Hubschrauber, die die Musiker her- und weg schufen, und der ungenügenden Soundanlage nur für wenige zu hören war, führte erstaunlicherweise zu wenig Unmut. Schließlich konnte man anderswo gemütlich kiffen, nackt baden oder Liebe machen….“ (laut.de)

Erst später wurde die ganze Geschäftemacherei offenbar. Die Welt“ bringt Fakten auf den Tisch:
„Von wegen Love and Peace: Wenn das legendäre Woodstock-Festival in diesen Tagen seinen 40. Geburtstag feiert, wird wieder viel verklärt. Denn bereits hier zerfielen die Utopien der Popmusik….Das Festival von Woodstock ging als liebevolle Schlammschlacht in die Weltgeschichte ein, als Manifestation der menschlichen Musik. Zu dem dreitägigen Konzert im August 1969 waren 400.000 Jugendliche auf einem Maisfeld beim kleinen Ort Bethel in der Nähe von Woodstock zusammengekommen, anderthalb Autostunden nördlich von New York City. Joan Baez sang schwanger „We Shall Overcome“ und löste damit einen reinigenden Sommerregen aus.

Dabei war Woodstock anfangs eine Geschäftsidee. Sie musste aber erst zum Happening ausarten, um als Marke langfristig Gewinne zu erwirtschaften. Der Unternehmer Michael Lang begriff damals, dass es sich lohnte, in Pop zu investieren.

Kapital für eine Produktionsfirma für Popmusik sollte das Festival abwerfen. Um das Event zu finanzieren, zapfte Lang die Investoren von der Wall Street an. Er rechnete mit 60.000 Gästen, denen für damals noch stolze 18 Dollar die Musik der Zeit geboten wurde.

Weil Bob Dylan bei Woodstock wohnte, versprach sich Michael Lang vom Markennamen Woodstock einiges. Bob Dylan kam aber nicht. Dafür Heerscharen von Menschen, die für Zäune, Kartenkassen und Hygiene wenig übrig hatten. Album, Film und Mythen warfen später allerdings fantastische Renditen ab. Seither hört Woodstock nicht mehr auf.

Woodstock galt als letzte paradiesische Zusammenkunft im Pop. Die Vertreibung aus dem Paradies folgte im Spätherbst. Bei einem Konzert der Rolling Stones in Kalifornien wurde direkt vor der Bühne der schwarze Jugendliche Meredith Hunter erstochen, von einem Mitglied der Hell’s Angels, die als Ordner auftraten. Die Stones setzten das Konzert fort. Es war das Ende aller Unschuld, nicht der Träume. So wird die Geschichte seit jeher erzählt.

Man hätte aber schon in Woodstock die Wahrheiten und Warnungen von 1969 erkennen können. Am zweiten Tag spielten dort die Engländer The Who. Die Band hatte die erste Rockoper verfasst, verlangte ihr Gehalt im Voraus und war nur durch angedrohte Bloßstellung zum Auftritt bei der Massenkirmes zu bewegen.

Auf der Bühne trat Pete Townshend erst den Kameramann, dann schlug er Abbie Hoffman, einem Aktivisten der Protestbewegung, die Gitarre auf den Kopf. Der Störenfried hatte versucht, auf die Gefangennahme eines Kameraden hinzuweisen. Townshend hatte nichts gegen die Bürgerrechtler von Chicago – solange sie ihm nicht seine Werbung für die Platte „Tommy“ versauten.

Am weitsichtigsten äußerte sich ausgerechnet Janis Joplin: „Früher waren wir nur Wenige. Jetzt gibt es Massen und Massen und Massen von uns.“ Wovon? Von Menschen unter 30? Babyboomern? Blumenkindern? Revolutionären? Rettungslos Betrunkenen und Bedröhnten? Konsumenten lebender Musik? Das „Festival For Peace And Music“, wie Woodstock hieß, war die Wallfahrt aller Gläubigen von 1968. Achtundsechzig stand für ewige Wahrheiten und Weltanschauungen. Seit Neunundsechzig aber gibt es keine Wahrheit mehr.“ Welt.de
www.gott.de/musik/woodstock/


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