„Eine ältere Dame, die an Demenz litt, ging im Pflegeheim ruhelos die Gänge auf und ab – immer und immer wieder wiederholte sie nur ein Wort“, berichtet John Swinton in seinem Buch über Demenz und Glaube. “Die Pflegerinnen und Pfleger machten sich Sorgen, aber niemand wusste, wie sie zu beruhigen wäre. Sie verstanden nicht, was der Grund für ihr Leiden war. Das Wort, das sie wieder und wieder wiederholte, war ,Gott‘ – und das war alles, was sie sagte.
Eines Tages gesellte sich eine Pflegerin zu ihr und ging mit ihr auf und ab. Einer Eingebung folgend, fragte die Pflegerin: ,Haben Sie Angst, Sie könnten Gott vergessen?‘ – ,Ja, ja‘, antwortete die Dame mit Nachdruck. Und die Pflegerin konnte ihr sagen: ,Wissen Sie, sogar wenn Sie Gott vergessen sollten, er wird Sie nie vergessen. Das hat er versprochen.‘ Für die Dame, die schon vieles vergessen hatte und der das bewusst war, war diese Versicherung das, was sie gebraucht hatte. Sofort wurde sie ruhiger, und ihr seltsames Betragen hörte auf.“
Geschichten wie diese werden heute in vielen evangelischen Gottesdiensten erzählt. Heute ist Diakoniesonntag, und Thema des diesjährigen Diakoniesonntags ist Leben mit Demenz. Auch belastende Erfahrungen sollen Platz haben im Gottesdienst. Besonders belastend ist für Angehörige, vom Vater oder der Mutter, die an Demenz erkrankt ist, nicht erkannt zu werden. Auch Menschen, die mit Demenz leben, selbst kränken sich, wenn sie merken, dass sie immer mehr vergessen. In diese schmerzlichen Erfahrungen hinein spricht Gott: „Ich vergesse dich nicht.“ Krone.at
Eine liebe, fromme alte Dame verlor langsam ihr Gedächtnis. Einzelheiten begannen zu verschwimmen, einst vertraute Namen fielen ihr nicht mehr ein, und schließlich erkannte sie nicht mehr die Gesichter ihrer Lieben. Ihr ganzes Leben hindurch aber hatte diese Frau sich aus dem Wort Gottes genährt und erfreut und viele Stellen aus ihrer zerlesenen Bibel auswendig gelernt.
Ihre Lieblingsstelle war immer 2. Timotheus 1,12 gewesen: “Denn ich weiß, wem ich Glauben geschenkt habe, und bin überzeugt, dass er die Macht hat, bis zum Tag des Gerichts sicher zu bewahren, was er mir anvertraut hat.“
Am Ende war sie schließlich bettlägerig und wurde in einem Pflegeheim untergebracht. Wenn Ihre Familie sie besuchte, sagte sie immer noch gelegentlich Bibelstellen auf, vor allem 2. Timotheus 1,12.
Aber im Laufe der Zeit entglitten ihr sogar Teile dieses geliebten Verses.
“Ich weiß, wem ich Glauben geschenkt habe”, sagte sie etwa, “und ich bin überzeugt, dass er die Macht hat … zu bewahren, was er mir anvertraut hat.”
Ihre Stimme wurde immer schwächer und der Vers wurde noch kürzer: “Zu bewahren, was er mir anvertraut hat.” Als sie schließlich im Sterben lag, war ihre Stimme so leise, dass die Angehörigen sich vorbeugen mussten, um ihre wenigen geflüsterten Worte zu verstehen. Am Ende war nur noch ein Wort von dem Bibelvers übrig geblieben:
“ER”.
Sie flüsterte es immer wieder flüsterte sie es wieder: “ER … ER … ER”
Das war alles, und es war alles, worauf es ankam. Sie konnte sich nicht mehr an den Vers erinnern, aber bei dem Wort, das ihr im Gedächtnis geblieben war handelte es sich um das bei Weitem wichtigste Wort der ganzen Bibel. Sie klammerte sich an dieses eine Wort, welches der eigentlich Mittelpunkt von Gottes Wort ist: “ER”. Quelle: Ron Mehl – aus: Ein Liebesbrief vom Himmel
Beim Propheten Jesaja lesen wir: „Kann denn eine Frau ihr Kindlein vergessen, eine Mutter ihren leiblichen Sohn? Und selbst wenn sie ihn vergessen würde: ich vergesse dich nicht. Sieh her, ich habe dich eingezeichnet in meine Hände.“
