Der weltbekannte russische Clown Oleg Popow wäre heute 90 Jahre geworden.

„Oleg Konstantinowitsch Popow galt als einer der letzten Großen unter den Zirkusartisten. Nach seinen ersten Auftritten in der russischen Provinz kam er 1955 zum Moskauer Staatszirkus und wurde 1969 mit dem Titel „Volkskünstler der Sowjetunion“ geehrt. Er verkörperte in der Manege die Figur des „Iwanuschka“, einem Pendant zum deutschen Hans im Glück.Seit 1991 lebte Popow im fränkischen Egloffstein, reiste aber immer wieder zu Gastauftritten in seine russische Heimat.“ (Focus.de)

Der Clown

In die Praxis des Psychiaters kommt ein Mann. Bevor er das Sprechzimmer des Arztes betritt, werden von der Sprechstundenhilfe seine Personalien aufgenommen. Seinen Namen gibt er mit Wettach an, Adrian Wettach. Dem Arzt, der ihn gründlich untersucht, klagt er seine Beschwerden: Ich werde immer wieder von großer Traurigkeit und Zukunftsängsten heimgesucht. Die Diagnose des Arztes lautet: „Sie leiden an einer akuten Neurasthenie (nervöser Erschöpfungszustand) und an Depressionen. Sie müssen sich etwas ausruhen und ein wenig zerstreuen. Ihre Gedanken müssen einmal in eine andere Richtung gelenkt werden.“

Und dann gibt der Arzt seine Ratschläge: „Ich würde Ihnen raten, nehmen Sie sich zwei Wochen Urlaub und fahren Sie an die See. Oder sehen Sie sich leichte Theaterstücke an. Gehen Sie zum Beispiel ins Varieté, dort tritt ein herrlich komischer Clown auf, haben Sie ihn schon gesehen?“

Der Patient schweigt ihn traurig an.

„Also dann gehen Sie mal hin, Sie werden so lachen, dass Sie davon schon halb gesund werden. Das alte Sprichwort stimmt nämlich: Lachen ist gesund!“

Auf diesen Vorschlag hin schüttelte der Patient den Kopf: „Lieber Herr Professor, ich danke Ihnen ehrlich für Ihren Rat, aber leider kann ich ihn mir nicht ansehen. Warum nicht fragt der Psychiater. Ich bin der Clown.“


Ist der Clown, liebevoll mit Make-Up bemalt, der Leute zum Lachen bringt, vielleicht traurig? Auch unter einer Faschingsmaske kann man sich verstecken. Masken machen einen Menschen zu etwas, was er eigentlich nicht ist. Masken verbergen das wahre Gesicht. Und damit sind nicht nur Masken gemeint, die man sich zu Karneval, zum Fasching oder zu Halloween aufzieht, um andere zu belustigen. Viele Menschen scheuen sich, im Alltag so zu sein, wie sie wirklich sind. Praktisch jeder von uns hat mindestens eine Maske.

Einer hat die Ich-bin-ja-so-witzig-Maske auf, ein Chef vielleicht die Ich-bin-effizient-und-mache-nie-einen-Fehler-Maske. Die Ich- hab-das-alles-im-Griff-Maske ist bei berufstätigen Müttern ebenso beliebt, wie die Ich-hab-das-geilste-Auto-und-bin-der-coolste- Fahrer-Maske bei manchen 18jährigen Fahranfängern. Masken lassen sich je nach Situation verändern und anpassen. Natürlich trägt kaum jemand diese Fassaden bewusst. Manche Maske bekommt man auch von seiner Umgebung aufgedrängt. Einige Masken entwickeln sich auch erst mit der Zeit. Und eine Maske kann durchaus gut sein. Sie kann nämlich davor schützen, verletzt zu werden.

Oft ist es aber auch lohnenswert, eine Maske fallen zu lassen. Wenn mich Freunde so kennen, wie ich bin, hat das Vorteile. Nur, wem ich meine Wunden zeige, kann mir helfen. Freunde können mir Mut zusprechen oder vielleicht sogar mich um Hilfe bitten. Denn erst der Blick hinter die Maske eröffnet mir die Möglichkeiten. „In jedem Menschen ist etwas Kostbares, das in keinem anderen ist“ (Martin Buber).

Es gibt, nüchtern betrachtet, keinen Grund, eine Maske aufzubehalten. Sie lenken nur von dem wunderbaren Wesen ab, das jeder Mensch ist. Ob der einzelne das nun von sich glaubt, oder nicht. Schließlich hat Gott jeden Einzelnen so gemacht wie er oder sie ist und hat jeden Menschen herzlich lieb. Kann uns nicht alleine dieser Gedanke genug Selbstbewusstsein geben? Sicher, manche Person ist inzwischen so stark verkleidet, dass der Mensch darunter kaum mehr zu erkennen ist. Aber das soll uns nicht abschrecken.

Lasst uns mutig werden und uns nicht hinter immer den bequemen Fassaden verstecken. Ich bin überzeugt davon, dass manch Spannendes zutage treten kann, wenn wir die Deckung fallen lassen.

„Ich bin niemand anders
als ich selbst
und brauche auch
kein anderer zu sein.

Nur anders will ich
noch werden,
nämlich noch mehr
ich selbst,

so wie Gott mich sieht
und ich mich
immer wieder erkenne,

so wie Gott mich will
und ich mich
selber schätze.“

1Sam 16,7 Denn der HERR siehtb nicht auf das, worauf der Mensch sieht; denn der Mensch sieht auf das, was vor Augen ist, der HERR aber sieht das Herzc an!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.