“Gut sieben Jahrzehnte lang hat Gotthilf Fischen den Deutschen das gemeinsame Singen nahe gebracht. Für seinen eigenen Tod wünschte sich der Schwabe mit schlohweißen Haaren einmal, «eines Tages dirigierend in die Kiste zu fallen».
Nun ist der «König der Chöre» im Alter von 92 Jahren gestorben – und «dirigiert die Engel im Himmel», wie er voller Selbstironie ankündigte.
Seine Managerin Esther Müller sagte, Fischer sei bereits am Freitag «einfach eingeschlafen». «Es war die Zeit und das Alter.» Er sei am Mittwoch im engsten Familienkreis beigesetzt worden.
Ohne mit anderen Menschen gemeinsam zu singen, konnte Fischer sich sein Leben auch im hohen Alter nicht vorstellen. Wo er auftauchte, brachte er mit wenigen aufmunternden Worten und liebenswürdiger Nachsicht oft auch solche Menschen zum Singen, die es sonst nicht taten oder konnten.
Über die Jahrzehnte erwarb sich Fischer auf diese Weise Ehrentitel wie «Herr der singenden Heerscharen» oder «Therapeut der wunden Seelen». Zeit.de
