H.R. Giger, „Alien“-Vater, Herr der Visionen und Alpträume, ist tot.

Ein Künstler, ein neuer postmoderner Hieronymous Bosch, Architekt, Designer, Oscarpreisträger, Ikone der Science Fiction, Coverdesigner der Musikszene. Seine Kunst dreht sich Hauptsächlich um das immer wiederkehrende Thema der „Biomechanoide“, in der er surealistische Tendenzen mit Technik, Mechanik bis hin zu Kreatürlichem in verstörende bis morbide Zusamenspiele oftmals auch sexueller Andeutungen bringt.

„„Alien“ begründete den Weltruhm des Mannes, der 1940 im Alpenkanton Graubünden als Sohn einer Apothekerfamilie geboren wurde; 1980 erhielt er für seine Leistung den Oscar für die besten visuellen Effekte. Das Weltraummonster, das in einer fernen Zukunft die Besatzung eines Raumschiffs (fast) vollständig vernichtet, war so ganz anders als alle Monster, die das Kino bis dato kannte: Während der Zuschauer bei Godzilla, King Kong und Co. nie mit absoluter Sicherheit sagen konnte, ob das Wesen wirklich böse ist (oder einfach nur überfordert in einer ihm fremden Welt), lässt das Alien keine Zweifel: Sein Existenzgrund ist die schnelle und totale Vernichtung allen Lebens außer dem der eigenen Spezies; dabei ist es (so gut wie) unverwundbar – und von außerordentlicher, tödlicher Perfektion und Schönheit. Was für eine Mischung!
Und was für eine Botschaft, dass diese Ausgeburt der Hölle aus dem Menschen selbst kommt, um diesen zu vernichten: Auch wer die Szene häufiger gesehen hat, wird jedes Mal erneut zusammenzucken, wenn das Wesen gleich zu Beginn des Films aus dem Brustkorb des Astronauten Gilbert Ward Kane (John Hurt) bricht. Doch Giger hatte nicht nur die Kreatur entworfen, sondern auch das Design des Films – eine stimmige, gewissenhaft vorbereitete Arbeit, die viel zum Erfolg der Produktion und damit auch zum Durchbruch der Schauspielerin Sigourney Weaver beitrug.“ (Münchner-Merkur.de)

Ernst Fuchs,ein seelenverwandter Freund Gigers schrieb über diesen verzweifelten, suchenden Künstler:
„(…) Verzweiflung und Sehnsucht nach dem Glauben an das Erscheinen eines neuen Himmels und einer neuen Erde haben ihren Kampf um unsere Seelen in uns begonnen. Ja, selbst die Hoffnung, irgendwann einmal wieder ein reines Himmelblau am Himmel zu schauen, wird zum komplementären Wunschbild, als müsste ein Positiv in diesem geschauten Negativ verborgen sein. Ich vermute seit langem das Vorhandensein eines solchen und glaube, Spuren davon da und dortin Gigers Werk entdeckt zu haben.“

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