Hallo Campino: Im Himmel gibt es keine Punker.

Campino, bürgerlich Andreas Frege, wird am 22. Juni 1962 in Düsseldorf geboren. Mit 20 gründet er die Punkband Die Toten Hosen. Seit 30 Jahren steht auf der Showbühne, im Juni 50 Jahre auf der Bühne der Welt. Trotz seiner unvorstellbaren Erfolge ist immer noch auf der „Zurück zum Glück“ und aus seinem Rockerherzen schreit es immer noch „Ich bin die Sehnsucht in Dir“. Grundlage seiner ungestillten Sehnsucht sind wohl die unvollkommen Beziehung in seinem Leben. Sein Punker – Säufer – Drogen – Hurenleben haben Spuren hinterlassen. Er hat keine Familie, hat sich vor Jahren von Karina Krawczyk, der Mutter seines Sohnes getrennt und lebt wahrscheinlich unterschiedlichen Beziehungen. Ist zwar modern, aber dennoch krank und für Kinder unvorstellbar dramatisch. Eine noch ungelöstere und ungleich wichtigere Beziehungsstörung kann der interessierte Betrachter seines Lebens auch in der Sache und der Suche nach Gott ausmachen.

„??? Gott und Glaube ist spätestens seit der „Opium fürs Volk“ ein festes Thema in Euren Liedern, jetzt auch wieder in dem Stück „Beten“…
Campino: Gott, Glaube, Religion, Moral, Gesellschaft – das sind Sachen, da kann man nicht einmal eine Meinung zu haben und das war es dann. Das ist ein ständiger Dialog und eine ständige Auseinandersetzung, die bis zum Tod nicht ausdiskutiert sein wird. In „Beten“ geht es darum, dass man noch so sehr so tun kann, als ob man nichts mit der Kirche zu tun hat, aber wenn es zu einer Totalkatastrophe kommt, dann ist das immer noch der letzte Ort, wo sich alle versammeln. Da sitzt du dann in der Bank und erwartest Trost, obwohl du dich jahrelang nicht blicken lassen hast und obwohl du auch rational gar nicht erklären kannst, wo das Bedürfnis jetzt plötzlich herkommt. Es fällt uns oft gar nicht auf, wie sehr wir im Alltag von dieser christlichen Kultur geprägt sind.“ (dietotenhosen.de)
In einem Interview mit dem Dresdner Jugendmagazin «Spiesser» betonte Campino: „Die Auseinandersetzung mit dem Glauben sollte nie enden.“ Seit dem Tod seines Vaters, so der Sänger, habe er sich mehr mit dem Glauben beschäftigt. Auf dem Dachboden habe er alte Briefe seines Vaters gefunden, die dieser als Soldat während des Zweiten Weltkrieges aus Russland nach Hause geschickt hatte. Darin, so erklärte Campino, habe sein Vater geschildert, wie ihm das Gottvertrauen geholfen habe, auch schwierigste Situationen zu überstehen. „Du musst mir keine Gnade schenken, ich brauch auch keinen neuen Freund. Nur eine Frage brennt in mir: Was hast du mit Erlösung gemeint?“, singt Campino im Lied „Beten“. Eines muß der gereifte Immernochpunkerspieler wissen, mit „Eisgekühlter Bommerlunder“ in Birne und Leber kommt er nicht ins Paradies, weil besoffen der Weg zu schwierig ist. Lieber Campino, weniger punken – mehr ehrlich beten. Bitte Gott um Gnade und sein nicht so frech zu ihm. Das bist du wahrscheinlich deinem Vater gegenüber gewesen. Bei Gott könnte das schief gehen. Ewig schief.
Im Himmel gibt es keine Punker – im Himmel gibt es nur gerettete und geheiligte Menschen.

Kommentare

  1. ali

    bin kein kirchenfan weil ich die kirche sehr gut kenne. wichtig für mich ist allerdings, dass jesus meine seele von sünden rein gewaschen hat. das tut so richtig gut. wie siehts bei dir aus?

  2. Peter

    Wenn mans so sieht betreiben viele Dinge gehrirnwäsche, wenn man sich zu sehr drauf einlässt, aber muss man ja nicht.

    Bin auch Kirchenfan, die Architektur find ich hammer

  3. Peter

    @ali: Dein Kommentar zum Leserbrief von Manu: Das Zitat da du verwendet hast, in denen Campino sagt, dass der Sonntag Gehinrwäsche ist.

    Im Bezug auf die Kirche kann ich Campino da doch recht gut und recht zustimmen

  4. ali

    ” Seit 1982 bearbeiten Campino, Breiti, Kuddel, Andi und Trini Verstärker und Instrumente. Sie dröhnten zu Beginn in chaotischen Punkrock-Gigs “Songs mit drei Akkorden, gespielt in ohrenbetäubender Lautstärke und unter Einfluss von reichlich Altbier” (Rheinzeitung). Früher haben sie hier im “Milb” einem Jugendzentrum in meiner Nähe gerockt und gesoffen. Heute gehören sie zu den Top-Acts der germanischen Rock-Szene. “Wo kommen die ‘christlich-religiösen Elemente’ auf der Platte her?” Campino antwotete darauf: “Das sind nicht christliche Elemente. Bei der ganzen Sinnfrage ‘Wer bin ich, wo komme ich her, wo gehe ich hin?’, kommst du immer wieder auf das Thema Religion zurück. Selbst wenn du ein Antichrist bist, ist diese Entscheidung wahrscheinlich aufgrund einer christlichen Erziehung entstanden. Das knallt so in unseren Alltag, dass wir es gar nicht registrieren. Warum gibt es den Sonntag? Es ist einfach Gehirnwäsche, die bei uns schon so drin ist, dass wir gar nicht mehr schnallen, wie viel die christliche Kirche bei uns ausmacht. Unser ganzes Weltbild, unsere Moral sind darauf aufgebaut.” Campino kommt aus einer ungemein gebildeten Familie, da muß er das wissen. Er kann noch mehr scheinfromme Weisheiten. Leider ist nd bleibt er ein verlorener Sünder, der mit seiner Verlorenheit geschickt viel Geld verdient. Verdummte Kids beeinflußt er zum schlechten und am Ende landen alle in der Hölle.Mir Gott spielt man nicht. Darf ich das nicht sagen ? Ich habe den alten Campino schon oft live brüllen hören. Sicherlich öffter als du dir vorstellen würdest. Hoffentlich habe ich noch öfter für ihn und seine verlorene seele gebetet.

  5. Manu

    Dieser Artikel stehe ich sehr kritsich gegenüber. Mit Halbwahrheiten und Vermutungen kommen wir auch nicht weiter. Campino scheint sich ehrlich mit dem Thema Glauben auseinander setzen. Das er da sehr skepdisch aus Gesellschaftlicher Perspektive sieht ist doch sehr verständlich. Im Himmel gibt es auch keine Kritiker! Ich glaube, wenn Campino sein Herz offen hält & ehrlich bleibt erträgt unser Vater das. Lieber Ali- bitte bedenke, dass man uns an der Lieber erkennen sollte. Ich denke nicht, wenn dass Campino lesen sollte- dass er sich geliebt & verstanden fühlt. Eher verurteilt & abgestempelt. Lasst uns lieber beten für Campino.
    Viel Segen Euch

    Ich bitte um vollständige Veröffentlichung.

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