Henryk M. Broder glaubt an Gott.

Der jüdische Publizist und Buchautor Henryk M. Broder verstand sich bisher als Agnostiker, der wegen des Holocaust von der Nichtexistenz Gottes ausging. So verrät es bis heute noch der Wikipedia-Eintrag zu seiner Person. Die Corona-Krise hat nun anscheinend ein Umdenken ausgelöst. So schreibt er in einem Beitrag für die Tageszeitung „Die Welt“ : „Seit kurzem glaube ich, dass es Gott gibt. Ich kann es sogar beweisen. Bis jetzt schien Gott ein cooler Typ zu sein, den kaum etwas aus der Ruhe bringen konnte. Er hat beim Untergang der „Titanic“ und der „Wilhelm Gustloff“ die Hilferufe der Ertrinkenden überhört, die Nazis nicht gestoppt, beim Völkermord in Ruanda und dem Massaker von Srebrenica weggeschaut und zuletzt in Hanau seinen Mittagsschlaf nicht unterbrochen.

Aber jetzt ist Gott die Faxen leid. Und deswegen hat er uns das Corona-Virus geschickt. Nicht, um uns zu prüfen, sondern um uns zu bestrafen. Was haben wir angestellt? Wir sind Gott zu nahe gekommen. Wir haben angefangen, selbst Gott zu spielen. Wir haben seine globale Richtlinienkompetenz verletzt. Wir sind hochmütig geworden. Und Hochmut kommt vor dem Fall. Wir haben den Zufall abgeschafft und ihn durch eine „Planungssicherheit“ ersetzt, die es so nicht einmal in der sozialistischen Planwirtschaft gegeben hat.“

Noch ist sein Glaube an Gott unbestimmt. Mit Verweis auf Hamed Abdel-Samad vertritt er die Ansicht, dass Religionen „Glaubensgemeinschaften“ und nicht „Wissensgemeinschaften“ seien. Man könne also auch nicht wissen, ob nun der christliche, der muslimische, der jüdische oder ein anderer Gott der richtige sei.

Es ist Broder von Herzen zu wünschen, dass er an diesem Punkt nicht stehenbleibt, sondern zur vollen Gotteserkenntnis in Jesus Christus kommt und eines Tages in fester Gewissheit mit Hiob bekennen kann: „Aber ich weiß, dass mein Erlöser lebt“ (Hiob 19,25).

Broder ist immer für Überraschungen gut und Gott erst recht.

Johann Hesse/https://www.gemeindenetzwerk.de/?p=17431

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