Heute vor 10 Jahren geschah das “Wunder von San José”.

“Gott hat gewonnen.” Mit diesem Zitat des damals geretteten chilenischen Bergmanns Mario Sepúlveda hat am folgenden Donnerstag die Tageszeitung “Die Welt” ihre Titelgeschichte überschrieben. Der Glaube an Gott nahm in den Medienberichten über die spektakuläre Rettungsaktion, bei der alle 33 Bergleute gerettet wurden, ungewöhnlich viel Raum ein.
Sepúlveda, der als zweiter mit einer engen Rettungskapsel aus dem unterirdischen Gefängnis befreit wurde, rührte die anwesende Menge und Millionen von Fernsehzuschauern in aller Welt mit seinem Jubelausbruch und seinem Bekenntnis, der Glaube habe ihn die Strapazen aushalten lassen: “Ich war bei Gott, ich war beim Teufel, sie kämpften um mich, Gott hat gewonnen.”

69 Tage in mehr als 600 Metern Tiefe mussten die 33 Bergleute nach dem Grubenunglück in der Kupfer- und Goldmine San José in der chilenischen Atacama-Wüste ausharren.
“Die Welt” begann ihren Aufmacher mit den Worten: “Mario Gómez Heredia sinkt auf die Knie und betet. Die ersten Sekunden in Freiheit gehören erst seiner weinenden Frau Liliana und dann Gott. Gómez ist der Älteste der Eingeschlossenen… Der 63-jährige gilt auch als Mentor, seine besonnene Art und seine Erfahrung als Bergmann trugen viel zur Moral der Kumpel bei. Seit seinem zwölften Lebensjahr arbeitet er als Bergmann, jetzt – 51 Jahre später – bringt Gómez mit seinem Gebet das ganze ‘Camp der Hoffnung’ zum Schweigen. Es sind Sekunden voller Demut, Dankbarkeit und Ehrfurcht.”
Auf Basis einer dpa-Meldung berichteten die Online-Ausgabe des “Stern”, der “Süddeutschen” und der “Frankfurter Allgemeine Zeitung” gleichlautend: “Viele Kumpel dankten Gott für ihre Rettung und trugen T-Shirts mit der Worten ‘Gracias Señor, thank you Lord’ (Danke, Herr).

Dann folgte ein Auszug aus Psalm 95 der Bibel: ‘In seiner Hand sind die Tiefen der Erde, sein sind die Gipfel der Berge’ und zum Schluss: ‘Ihm gehören Ehre und Ruhm.’” Die linksalternative “tageszeitung” sprach auf taz.de von dem “Wunder von Chile”, ebenso auch der “Spiegel”, der in seiner Online-Ausgabe den Glauben der Bergleute thematisiert und schreibt: “Manch einer fiel erst mal auf die Knie und betete.”(pro)

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