Heute würde Jimi Hendrix seinen 70. Geburtstag feiern.

Vor allem aber war Hendrix der erste wirklich moderne Rockgitarrist. Er nutzte wie kein anderer die elektroakustischen Entwicklungen der Zeit und emanzipierte mit ihnen den Sound, das bloße Geräusch, stellte es der Note gleichberechtigt an die Seite. Seine wilden Tremolo-Exaltationen, Feedback-Eskapaden, die Phasing-, Flanging- und Panorama-Effekte, seine Distortion-Kakophonien haben nicht zuletzt diesen Zweck: die klassische tonale Struktur zu entgrenzen.
„Was wir so an Soundeffekten einsetzen … naja, wie nennen das nicht Effekte, weil es nämlich ein Teil unserer Musik ist, verstehst du, wir erzeugen einfach einen bestimmten Klang, zum Beispiel als würden Flugzeuge durchjagen. Und das machen wir, weil wir wollen, dass die Leute … sie sollen ihre Ohren aufmachen, hören, was alle diese Klänge bei ihnen auslösen.“ (Jimi Hendrix) (Zeit.de)

Vielleicht waren es seine afrikanischen, mexikanischen, indianischen und irländischen Wurzeln, die Jimi Hendrix das Talent in die Wiege gelegt haben, die Rockwelt mit anmutigen Gitarrensounds aufzuwühlen und in mehr Weite zu führen. Menschen bewegte er spielerisch. In seinen Texten schwimmt er voran in die Tiefen des Meeres oder taucht in der Unendlichkeit des Weltalls, doch am Ende seines Lebens treibt seine Seele in Oberflächigkeit, durchtränkt von Resignation.

James Marshall Hendrix wurde 1942 in Seattle geboren. Die kaputte Ehe seiner Eltern bietet ihm kein Zuhause, stattdessen wird Jimi viel unter Verwandten herumgereicht. Die meiste Zeit verbringt er mit seiner indianischen Großmutter. Als seine Mutter stirbt, ist er 15 Jahre alt und wendet sich fester der Musik zu. Die Gitarre wird die Konstante seiner Jugend. Obwohl er keine Noten lesen kann, zögert er nicht sich auch beruflich der Musik zu verschreiben.
Ein paar Jahre wächst sein Können im Hintergrund bekannter Musiker, bis seine bemerkenswerten Soli den Rahmen sprengen und er 1965 in New York eine eigene Band gründet. Chas Chandlers Augen funkeln, als er den jungen Künstler entdeckt und schleift den Rohdiamanten erst mal rüber nach Great Britania. Dort haftet sich dem Schwarzen Mann ein nützliches Seximage an und macht ihn zu einer bekannten Größe. A new star is born. Die USA bekennt nun auch Flagge und zählt einen Stern mehr. Bald schon zieht Hendrix’ akrobatischer Sound wie ein Komet über den gesamten Rockhimmel und stellt alles dagewesene in den Schatten.
In den folgenden Jahren kommen verschiedene Bandformationen und Produktionen des Megastars zustande. Immer wieder flasht Hendrix die Menschen mit seinen Harfenklängen und durchgeknallten Bühnenshows: Er leckt seine Gitarre und entlockt ihr ungeahnte Töne, hält sie sexy vor seiner Hüfte, wirbelt sie durch die Luft, schmeißt sie auf den Boden und steckt sie schließlich in Brand.
Legendär wird auch sein Auftritt beim Woodstockfestival 1969. Bei seinem Spielen der amerikanischen Nationalhymne kommen handgezupfte Maschinengewehrsalven, Hubschrauber und Schreie aus den Lautsprecherboxen und verbinden die Hippies mit der Vietnamhölle live. Zum politischen Helden gekürt, fühlt sich Hendrix jedoch nicht besonders wohl, denn seine Zuschauer sind hauptsächlich Weiße.
Hendrix wird nicht nur der erste farbige Musiker mit hohen Gagen, sondern der bestbezahlteste Rockstar seiner Zeit. Aufgrund windiger Produzenten landet das Geld aber niemals auf seinem Konto. Das Musikgeschäft trickst ihn sogar soweit aus, dass er sich durch den Bau eines eigenen Tonstudios ‚Electric lady land’ stark verschuldet und in Abhängigkeit diverser Manager gerät. Oft steht der Gitarrengott im Rampenlicht um seine Schulden abzuarbeiten.
Hendrix verkauft nicht nur seine Seele, sondern er opfert sie. Auftritt für Auftritt versprüht er seine Energie und breitet sich wie Stromleitungen über dem Publikum aus, das sich an seiner Elektrizität ergötzt. Jimi Hendrix ist längst angebetetes Genie, das den Klang nicht aus der Gitarre, sondern scheinbar aus dem Kosmos fingert und die Menschen kitzelt, ihr Bewusstsein zu erweitern und sich befruchten zu lassen durch das Spiel des Meisters.

Als der Höhepunkt seines Schaffens erreicht ist, verziert von grenzenlosem Drogenkonsum und rekordverdächtigem Groupieverschleiß, bewegt sich Hendrix am Abgrund, da er seinen persönlichen Abstieg nicht ertragen kann. Er dröhnt sich gleichgültig zu, schweift in Depressionen ab oder verfällt in Aggressivität. 1970 nimmt er nachts die ca. 8 restlichen Schlaftabletten seiner Freundin, in einem Hotel in Notting Hill. Am nächsten Morgen erstickt er an seinem Erbrochenem. Vielleicht wollte er wirklich einfach nur schlafen, vielleicht aber auch mehr:
„Ob ich morgen leben werde, weiß ich nicht, aber eines weiß ich: Dass ich heute nicht lebe.“

Jimi Hendrix war ein außergewöhnlich süchtiger Mensch. Er prostituiert sich für jedes intensive Lebensgefühl und versucht das Vakuum seiner Sehnsüchte zu füllen. Vergeblich. Die Tiefe des Lebens bleibt ihm trotz exzessiven Lebensstils und aller ‚Reisen’ verschlossen. Und ein leerer Himmel macht ein leeres Herz… Hendrix’ Verlorenheit resümiert sich im ‚Purple haze’:

Purpurroter Dunst in meinem Gehirn
Dinge scheinen nicht mehr wie sie waren
Kommt lustig aber ich weiß nicht warum
Entschuldige mich während ich den Himmel küsse.

Purpurroter Dunst um mich herum
Ich weiß nicht ob ich grad hoch oder runter komme
Bin ich glücklich oder im Elend?
Was auch immer es ist, dieses Mädchen legte einen Bann auf mich.

Hilf mir
Hilf mir
Oh ich weiß es nicht

Purpurroter Dunst war in meinen Augen
Ich weiß nicht ob es Tag ist oder Nacht
Du hast mir meinen Verstand weggeblasen
Ist es gerade morgen oder das Ende der Zeit?

Wer weiß?
Hilf mir
Jetzt komm endlich
Erklärs mir
Erklärs mir…

Gerne: Sinnerfüllung und Frieden findet man nicht in lila Nebeln. Der Himmel jedoch ist voll von des Vaters Liebe! Klare Aussichten für Jeden. Ein schlichter Blick auf das Kreuz zeigt die offenen Hände Gottes, die den Weg zum Frieden reichen. Nimm sein Geschenk an und empfange das Leben, das du suchst. Wer an Ihn glaubt, der geht nicht verloren, sondern wird gerettet werden. Das hat er versprochen. Jesus saves….

Und in keinem andern ist das Heil, auch ist kein andrer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, durch den wir sollen selig werden.
(Apg. 4, 12)

Antje P.

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