Jahrestag des Mauerbaus. Mauern sind gut – Mauern sind schlecht:

Von Jericho bis Jerusalem, von Babylon nach Byzanz, Alexandria, Athen, Konstantinopel und Rom – hinter der Sicherheit von antiken Mauern sind die feinen Künste aufgeblüht, das Theater, die Mathematik, die Geschichtsschreiberei, die Philosophie und die Wissenschaft. 
Draussen, vor den Mauern, da gab es Krieger und Kämpfe, den Hunger und den Tod. Kein Fortschritt, keine Entwicklung – sondern Barbarei.
Die gesamte Geschichte der menschlichen Zivilisation ist eine Geschichte von Grenzmauern und Verteidigung. Es waren gerade die zivilisierten Städte und Kulturen mit ihren Bauern, Handwerkern, Ingenieuren, Poeten und Ärzten die Mauern errichtet haben – Schutzmauern um sich vor den Übergriffen von Nomaden und Barbaren, von Kriegern, Invasionen und Plünderern zu schützen.
Die Geschichte der friedfertigsten und tolerantesten Kulturen ist auch eine Geschichte der zerstörten und gefallenen Mauern mit denen ganze Zivilisationen jäh geendet haben.
Gefallene Mauern bedeuteten Ausbeutung, Vergewaltigung, Zerstörung, Ausnutzung, Eroberung und Versklavung, – kein nachahmenswertes Beispiel – denn es hat bisher immer mit Feuer, Tod und Sklaverei böse geendet. 
Die Berliner Mauer der Scham und des Todes, die hat den Sinn und Zweck von Mauern verdreht: es war eine Mauer der Unterdrückung und Repression die niemanden hinaus lies anstatt niemanden herein zulassen, eine Mauer die nicht Leben geschützt hat sondern Leben getrennt und gefordert hat. 
Erinnern wir uns an Chris Gueffroy, das letzte Opfer an der Berliner Mauer. Erschossen 1989, mit 19 Jahren in einem totalitären System für Nichts.
Er träumte von San Francisco, er wollte über die Golden-Gate-Bridge fahren – und er wollte nicht mehr darauf warten, dass ihn sein Land eines Tages vielleicht nicht mehr einsperren würde.
Gueffroy und Gaudian werden vom Flutlicht geblendet. Sie rennen auf das letzte Hindernis zu, die drei Meter hohen Metallgitter. Gueffroy versucht, seinen Freund hochzudrücken. Grenzsoldaten kommen ihnen näher, sie schreien, geben einen Warnschuss in die Luft ab. Dann eröffnen sie mit ihren Kalaschnikows das Feuer auf die beiden Fliehenden.
Der 23-jährige Ingo H. hat freie Schussbahn. Aus 40 Metern Entfernung legt er auf Chris Gueffroy an. Die erste Kugel trifft Gueffroy am Fuß, aber er steht unter Schock, bemerkt die Verletzung nicht. Mit dem Rücken steht er zum Zaun, hat die Hände erhoben – und aufgegeben. Das zweite Geschoss durchschlägt sein Herz. Um 0.15 Uhr ist er tot.
Weltweit bauen gerade die Zivilisationen der Zukunft ihre modernen High-Tech Mauern – mit deutschen Unternehmen und Ingenieuren. Deutschland hat schliesslich den Ruf zu den besten Mauerbauern der Welt zu gehören. Und das Sicherheitsdenken hat Vorrang – auf deutsche Empfindlichkeiten betreffs Mauerbau werden weder Saudi-Arabern noch die Türkei, Ecuador, Kenya, die USA oder Israel und andere 65 Staaten Rücksicht nehmen.

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