Ja,Ja,der Stolz

hier wird er  entlarvt…

Das Laster, von dem ich spreche, ist der Hochmut oder der Eigendünkel. Die ihm entgegen gesetzte christliche Tugend ist die Demut. Nach Auffassung der großen Kirchenväter ist der Hochmut, der Stolz, die schlimmste aller Sünden, das Böse an sich. Unkeuschheit, Jähzorn, Habgier, Trunksucht und ähnliches sind im Vergleich zu ihr nur Mückenstiche. Der Stolz brachte Luzifer zu Fall, der Stolz ist die Quelle aller Sünden. Er ist der Ausdruck völliger Gottferne.

Wem dies übertrieben erscheint, der denke noch einmal darüber nach. Ich sagte bereits, je hochmütiger jemand sei, umso mehr werde er den Hochmut bei anderen verdammen. Will man feststellen, wie hochmütig man selbst ist, so muss man sich nur fragen: „Wie sehr kränkt es mich, wenn andere mich abweisen, mich übergehen, sich selber vordrängen, mich von oben herab behandeln oder sich aufspielen?“

Das Problem besteht nämlich darin, dass der Hochmut jedes einzelnen im Wettstreit liegt mit dem Hochmut aller anderen. Ich wollte bei der Party selbst der Mittelpunkt sein – deshalb ärgert es mich so, wenn ein anderer es ist. Gleich und gleich gesellt sich nicht mehr gern. Das müssen wir festhalten. Der Stolz lebt wesensmäßig von der Konkurrenz mit den anderen, während bei den übrigen Lastern die Menschen gewissermaßen nur zufällig miteinander im Wettstreit liegen. Der Hochmut freut sich nicht an dem, was er hat, sondern daran, dass er mehr hat als ein anderer.

Wir sagen, die Menschen seien stolz auf ihren Reichtum, ihre Klugheit oder ihre Schönheit. Aber das ist nicht richtig. Sie sind stolz, weil sie reicher oder klüger oder schöner sind als andere. Wären alle anderen genauso reich, genauso klug oder genauso schön, dann hätten sie keinen Grund mehr, stolz zu sein. Hochmut erwächst aus dem Vergleich mit anderen; er ist das Vergnügen, anderen überlegen zu sein. Wo kein Vergleich möglich ist, da gibt es auch keinen Hochmut mehr. Darum behaupte ich, dass der Hochmut in einer Weise von der Konkurrenz lebt, die wir bei den andern Lastern nicht finden.

Jeder Mensch kann in jedem Augenblick seines Lebens dem Hochmut in die Falle laufen. Glücklicherweise aber haben wir eine Möglichkeit, dies zu überprüfen. Immer wenn wir das Gefühl haben, unsere Frömmigkeit mache uns zu guten, nein, zu besseren Menschen als die anderen, so können wir sicher sein, dass dahinter nicht Gott, sondern der Teufel steckt. Ob wir wirklich in der Gegenwart Gottes sind, erkennen wir daran, dass wir unser eigenes Ich entweder ganz vergessen oder uns als kleine, schuldbefleckte Wesen sehen können. Am besten ist es, das eigene Ich ganz zu vergessen.

Es ist erschreckend, dass sich die schlimmste aller Sünden so in den Mittelpunkt unseres religiösen Lebens einschleichen kann. Der Grund dafür ist klar. Die anderen, weniger schlimmen Sünden stammen aus unserer menschlichen Natur, und der Teufel schürt sie in uns. Der Hochmut aber entspricht nicht unserer menschlichen Natur, er kommt direkt aus der Hölle. Er ist eine Sünde des Geistes und deshalb besonders subtil und tödlich. Aus diesem Grund kann er auch oft benutzt werden, um weniger schlimme Sünden zu unterdrücken.

Lehrer appellieren oftmals an den Stolz oder das Ehrgefühl eines Jungen, um ihn zu besserem Betragen zu bewegen. Mancher hat seine Feigheit, seine Sinnlichkeit oder seinen Jähzorn überwunden, indem er diese Untugenden als „unter seiner Würde“ betrachten lernt – also mit seinem Stolz. Und der Teufel lacht. Ihm ist es gleich, ob sein Opfer keusch, tapfer und selbst beherrscht wird, wenn er nur die Diktatur des Stolzes in ihm errichten kann; wie es ihm auch egal ist, ob unsere Frostbeulen zuheilen, wenn er uns dafür ein Krebsgeschwür schicken kann. Denn Hochmut ist nichts anderes als geistiger Krebs: Er zerstört den letzten Keim von Liebe, von Zufriedenheit und sogar von gesundem Menschenverstand.

Auszüge aus dem Buch Pardon, ich bin Christ – Meine Argumente für den Glauben (Kosten: 9,20 Euro)

www.soulbooks.de

Kommentare

  1. Barbara Scharrer

    “Ob wir wirklich in der Gegenwart Gottes sind, erkennen wir daran, dass wir unser eigenes Ich entweder ganz vergessen oder uns als kleine, schuldbefleckte Wesen sehen können.”
    Also ich stimm soweit mit dem Artikel überein – bis auf diesen Satz.Viele Christen gefallen sich in einer falscher Demut – So beten Sie z.B: Herr, ich bin nicht würdig, ich bin ein kleines Stück Dreck, ich bin so voller Schuld das ich es kaum noch tragen kann, und unser Papa auf den Thron denkt sich nur – Häh, ich hab dich doch würdig gemacht, du bist doch mein geliebtes Kind, deine Schuld ist voll und ganz bezahlt. Und das schlimmste daran ist das diese Brüdern und Schwestern danach auch noch denken – man, hab ich ein schlechtes bild von mir selber – bin ich demütig. Das ist keine Demut, sondern in Wirklichkeit Stolz. Stolz darüber, das man sich selbst so schlecht sieht und macht.Demut ist, dem Wort Gottes recht zugeben und sich darunter zu beugen, der einzige der über die Kinder Gottes so spricht ist Satan und mit dem wollen wir doch nicht übereinstimmen. Wir sind erlöst von der Sünde durch Jesus Blut und Gott hat uns heilig und tadellos vor sich gestellt als eine königliche Priesterschaft. Wir sind Kinder Gottes, Stellvertreter Christi auf Erden, fähig durch den, der uns fähig gemacht hat, würdig durch den, der uns würdig gemacht hat, gerecht – ja in der Bibel steht sogar, dass wir die Gerechtigkeit Gottes sind. Also werde ich mich nicht hinstellen und Gott widersprechen, vielmehr danke ich Ihm dafür das er das alles am Kreuz erledigt hat und ich nun in Freimut vor ihn treten darf. Ich identifizier mich nicht mehr mit meinem alten Mensch, der ein kleiner, befleckter Sünder war, der ist mit ans Kreuz genagelt worden. Nein, ich bin eine neue Kreatur, heilig und tadellos vor Gott, nicht aus mir selbst raus – Gottes Werk ist es. Und drum lebe nun nicht mehr ich, sondern Christus in mir. Wir sind Geist, mit einer Seele, in einem Körper. Das Wort Gottes ist schärfer als ein zweischneidiges Schwert und trennt Geist, Seele und Fleisch. Ich bin weder mein Fleisch, noch meine Seele, sondern Geist – der aus Gott geboren ist. Mein Fleisch sündigt noch und ist auch befleckt, drum wirds ja auch sterben, aber ich bin freisgesprochen von der Sünde und werde leben. Natürlich seh ich jetzt nicht auf andere Menschen runter, die Christus noch nicht angenommen haben. Es ist schließlich nicht mein Werk gewesen, sondern das des Herrn und aus mir selbstheraus bekomm ich gar nichts auf die Reihe. Aber es sehr wichtig, dass wir Christen wissen, wer wir in Christus sind damit wir anfangen in Autorität zu leben. Jesus, wußte wer er war und nur so konnte er Kranke heilen, Dämonen austreiben…Wenn wir uns selbst als kleine, dreckige Würmer sehen, können wir nicht herrschen in unserem Leben und keine Autorität annehmen über Mächte der Unterwelt und das ist das Ziel Satans. Er belügt uns und will uns weiß machen, das wir nichts sind und somit auch nichts tun können.

    Sorry hab grad keine Bibel zuhand und hab deshalb die genannten Bibelstellen nicht angeben können.

  2. masi18

    Bravo, ich kann zu diesem gelungenem Artikel nur gratulieren. Auch ich selbst habe mit meinem Stolz zu kämpfen und ich denke, dass es auch Christen gibt die stolz sind. Und diesen Stolz durfte ich bei mir und auch bei anderen schon kennen lernen. Aber warum sind wir eigentlich stolz? Ich denke eine entscheidende Rolle spielt mein Selbstwert. Ist mein Selbstwert “tief” im Keller, ich fühle mich nicht anerkannt oder unbedeutsam, so muss ich ihn wieder durch verschiedene Handlungsweisen nach “oben ” bringen. Und mein Selbstwertgefühl stärke ich, indem ich den andere zeigen möchte, wer ich bin, was ich kann, dass ich immer Recht habe, ich ja alles besser weiß und kann und somit die anderen immer im Unrecht sind, dass nur meine Meinung zählt und die anderen sowieso mir nichts zu erzählen habe und ich vielleicht meine Mitmenschen noch schlecht vor andere hinstelle. So mag ich vor andern Menschen vielleicht gut erscheinen, im Mittelpunkt des Geschehens stehen, aber wo stehe ich vor Gott? In der Bibel steht: “Wer sich selbst erhöht wird von Gott erniedrigt werden, wer sich aber selbst erniedrigt, wir erhöht werden” Folglich wird ein stolzer Mensch von Gott erniedrigt, es sei denn er tut Buße für diese Sünde.
    Im täglichem Leben ist es natürlich schwer dem “inneren Schweinehund” den Rücken zu kehren. Wir wollen einfach gut und toll vor anderen Menschen darstehen und schon gar nicht Demut zeigen. Wir möchten stolz auf uns sein. Besiegen können wir diesen Stolz nur mit der Hilfe Gottes.
    Masi

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