Jesus und das Sterben von Chantal Sébire

Chantal Sébire ist gestorben.Chantal Sébire wandte sich Ende Februar mit ihrem Wunsch nach Sterbehilfe an die französische Öffentlichkeit und an Präsident Nicolas Sarkozy.Die 52-jährige Frau litt seit Jahren an einem seltenen Krebs im Gesicht.Sie wagte sich wegen ihrer schrecklichen Entstellungen nicht mehr unter Menschen.So trat die unter schrecklichen Schmerzen Leidende jetzt mit flehenden Appell an die Öffentlichkeit,um einen „Tod in Würde“ bittend. Er wurde ihr gerichtlich untersagt. Jetzt ist sie tot in ihrer Wohnung gefunden worden. Das Thema "Sterbehilfe" wird jetzt nicht nur in Frankreich diskutiert.Was versteht man unter"aktiver Sterbehilfe" und "passiver Sterbehilfe":
Die so genannte "aktive Sterbehilfe" meint jedes bewusste, aktive Eingreifen des Mediziners, das auf die Beendigung des Lebens, also auf den Tod des Patienten, zielt, um ihm weiteres Leiden zu ersparen.
Die so genannte "passive Sterbehilfe" dagegen verzichtet lediglich auf lebensverlängernde Maßnahmen oder bricht diese ab, um dem Patienten ein möglichst natürliches Sterben zu ermöglichen und eine unnötige Verlängerung des Leidens zu ersparen.
Wenn die zur Linderung des Leidens eingesetzten Medikamente (vor allem Schmerz mittel) als unbeabsichtigte Nebenfolge den Eintritt des Todes beschleunigen, spricht man von "indirekter Sterbehilfe". Der christliche Philosoph Robert Spämann prangert zu Recht die durch die moderne Apparatemedizin möglich gewordenen "Formen gewaltsamer Lebensverlängerung" an: "Es ist nicht human, jeden Menschen, dessen Organismus definitiv versagt und mit dem es zu Ende geht, mit allen Mitteln zum Leben zu zwingen."Auf der anderen Seite ist zu beachten:Gottes Gebot sagt: "Du sollst nicht töten!" (2 Mose 20,13) Somit liegt auf der Hand, dass auf der Grundlage des keineswegs nur für die Christen, sondern für alle Menschen gültigen biblischen Tötungsverbotes "aktive Sterbehilfe" in jeder Gestalt (das heisst auch dort, wo es der Patient ausdrücklich wünscht!) abgelehnt werden muss: Kein Mensch hat das Recht, über eigenes oder fremdes menschliches Leben zu verfügen, es eigenmächtig zu verkürzen oder zu beenden!Wir wollen nicht außer acht lassen, dass es Menschen gibt, die aufgrund bestimmter Krankheiten schrecklich leiden müssen. Das Beispiel Hiobs zeigt, dass auch er sein Leben aufgeben wollte. Solche Menschen und Gläubige bedürfen unserer Hilfe!
Wenn es sich um alte Menschen handelt, die des Lebens überdrüssig sind, haben wir uns zu fragen: Nehmen wir uns genug Zeit, um sie zu betreuen, um sie zu ermutigen, um einfach einmal still bei ihnen zu sitzen, um sie durch unsere Gegenwart etc. aufzurichten? Wenn es um die letzten Augenblicke im Leben geht, ist nicht Sterbehilfe notwendig, sondern Sterbebegleitung, die dem Sterbenden das Bewusstsein gibt, in den letzten Stunden nicht allein zu sein. Sind wir als jüngere Familien bereit, unsere Eltern – wenn möglich – aufzunehmen, um sie zu pflegen?
Wenn es sich um Kinder und Jugendliche handelt: Haben wir den Mut, sie mit Zeit, Rat und helfender Hand zu unterstützen? Und sind wir bereit, uns in ihre Not hineinzuhören, um sie besser zu verstehen?
Wenn es sich um Ungläubige handelt: Haben wir schon die Anweisung des Herrn bedacht, „Predige das Wort, halte darauf zu gelegener und ungelegener Zeit" (2. Tim 4,2)? Hier heißt es: Predigen und die entsprechenden Taten zeigen! Aber dann wird der Herr Jesus auch Gelegenheiten zur Weitergabe der guten Botschaft schenken.Der Mediziner Richard Lamerton, der jahrelang eine Sterbeklinik in London leitete, brachte nicht nur seine eigene, sondern auch die weltweite Erfahrung zahlreicher Betreuer auf diese Formel: "Wenn jemand wirklich Euthanasie verlangt, dann muss sich irgend jemand nicht genug um ihn gekümmert haben."Jesus kennt alle Schmerzen und kann alle Verzweiflung verstehen. Bringen wir sie zu ihm. Er allein kann uns verstehen.

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