Liebe postmoderne, woke und postevangelikale Christen! Ich finde, Ihr steht in der Gefahr, aus Jesus einen frommen Sozialarbeiter, einen netten Kirchenfenster-Christus, einen harmlosen religiösen Influencer zu machen, der alles toleriert, alle einfach so annimmt und zur religiösen Selbstverwirklichung einlädt. Diesen Kuschel-Jesus hätte man nicht gekreuzigt. Er war radikal herausfordernd und dennoch radikal barmherzig, anstößig, provozierend, verstörend. Der Heiland, der Messias, der Sohn Gottes und Erlöser der Welt, der uns radikal hinterfragt. Er warnt davor, dass man sich sein Leben für alle Zeit und Ewigkeit gründlich versauen kann. Er nennt das Hölle. Jesus entzieht sich jeder ideologischen Verwässerung und Verharmlosung. Ich präsentiere hier den anderen Jesus, der in kein Schema passt und zur kompromisslosen Nachfolge einlädt. Lukas 9, 57-62 (A.Garth)
“Hast du auch falsche Bilder von Gott?
Gott schuf den Menschen nach seinem Bild. Aber der Mensch verkehrt diesen Zusammenhang und schafft sich einen Gott nach seinem Bild.
Die Israeliten konnten Gott hören, aber nicht sehen. Gott sprach zu ihnen, und sie sollten nach seinen Worten leben. Aber sie wollten lieber einen Gott, den man sehen kann, der aber nicht in das Leben hineinredet. So machten sie sich das goldene Kalb. Ein schöner Gott, glänzend und goldig, aber stumm und wortlos, eben anspruchslos.
Gott leugnen ist die eine, die theoretische Form des Atheismus.
Gott für sich benutzen ist eine andere, die praktische Form des Atheismus.
Wir machen uns unseren Gott, und er soll uns bei unserem ichsüchtigen Streben nach Glück helfen.
Der Feuerwehrmann-Gott, der schnell kommen soll, wenn es brennt. Aber besser ist, man braucht ihn gar nicht.
Der Kindermädchen-Gott, der sich im Hintergrund aufhält, aber für die Sicherheit der Kinder verantwortlich ist.
Der Planierraupen-Gott, der die Hindernisse auf dem Weg zum Glück beiseite schieben soll.
Der Waschlappen-Gott, der uns von Zeit zu Zeit vom Staub und Dreck des Lebens reinigt.
Der Drogen-Gott, der uns aus Trauer und Angst in Hochstimmungen führt.
Der Lückenbüßer-Gott, der einspringt, wo wir nicht mehr weiterwissen.
Der Urknall-Gott, der einmal am Anfang alles in Gang gesetzt und sich dann zurückgezogen hat.
Der Milchstraßen-Gott, der als höheres Wesen irgendwo dazugehören darf.
Der Dekorations-Gott, der unsere Familienfeste und Lebenshöhepunkte wie eine hübsche Girlande verschönern soll.
Der Automaten-Gott, der funktioniert, wenn man Glaube und Gebet einwirft.
Der Wunscherfüller-Gott, der darauf wartet, sich bei uns beliebt zu machen.
Der Vorzeige-Gott, der in unserem frommen Leben die erste Geige spielt, aber am Dirigentenpult stehen wir und bestimmen die Einsätze Gottes.
Es gibt zwei Wege einer Sünde: Gott abschaffen und leugnen und Gott einspannen und benutzen.
Wir sind Gottes Schöpfung. Wehe uns, wenn wir das umkehren und Gott zu unserer Schöpfung machen. Das ist eigentlich die Ursünde: das Verkehren und Verfehlen des Göttlichen zum Menschen.”
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“Wenn es keinen Gott mehr gibt, was wird dann aus Ihnen?
1. Ihre Existenz beruht aus einem chemischen Zufall in der “Ursuppe”, der wiederum ein Urknall voranging, der eine These ist aber ebensowenig bewiesen werden kann wie Gott.
2. Ihre Existenz bewegt sich zwischen Geburt (biologische Verschmelzen verschiedener Zellen) und Tod (Ende Funktionsfähigkeit des Organismus) als eine Aneinanderreihung biochemischer Prozesse.
3. Ihr Lebensinhalt kann nicht über Ihren Tod hinausreichen, weil Sie als reine Materie nichts mehr transzendiert (oder wollen Sie etwa Ersatzreligionen wie Nationalismus, Kommunismus, Kapitalismus als höhere Wahrheiten proklamieren?) Woraus gewinnen Sie dann bitte die Sinnhaftigkeit Ihrer Existenz.
4. Oder anders gefragt: Was ist der Unterschied zwischen Leben und Tod, Existenz und Nicht-Existenz, wenn es kein Sie transzendierendes Sein mehr gibt? Zufall?
Wenn Sie sich somit glücklich damit leben können, das Ergebnis einer Reihe von Zufällen zu sein, dessen Existenz aus einer von vielen möglichen biochemischen Verbindungen existiert und mit dem Ende der Funktionsfähigkeit Ihres Körpers endet, dann haben Sie viel Spaß damit.
Ich habe damit keinen Spaß – drum gibt es für mich einen Gott, denn ohne Gott ist unsere Existenz sinnlos.”
