Matthias Claudius verstarb mit 74 Jahren am 21. Januar 1815

“Dafür steht das Lied “Der Mond ist aufgegangen”, das wohl um 1778 entstand. Als idyllisches Volks- und Schlaflied wurde es rasch beliebt: Claudius staunt über die Schöpfung, lässt aber auch Todesahnungen anklingen (“Kalt ist der Abendhauch”). Der Vergänglichkeit stellt er Glauben und Mitgefühl für den Nächsten, den “kranken Nachbarn”, entgegen. Heute steht das Lied, das Abraham Peter Schulz 1790 vertonte, im Evangelischen Gesangbuch – ein Inbegriff protestantischer Glaubenserfahrung.

Claudius‘ Freund Johann Gottfried Herder nahm es früh in seine Volksliedsammlung auf. Der Weimarer Generalsuperintendent unterstützte den Dichter, wo er konnte. Claudius stand mit etlichen Geistesgrößen in Kontakt, darunter mit Lessing, Klopstock, Carl Phillip Emmanuel Bach und dem Philosophen Hamann, der Claudius “Asmus”-Bände überschwänglich lobte. Goethe dagegen fand keinen Zugang zu Claudius; und das galt auch umgekehrt.

Der Tod hat Claudius ein Leben lang beschäftigt. Sein Bruder starb jung, ebenso seine geliebte Tochter Christiane. Selbst alt und krank, hoffte er noch zu Lebzeiten Gott zu schauen, wie Enkelin Agnes Perthes berichtete. Er starb mit den nicht mehr vollendeten letzten Worten: “Helft mir Gottes Güte preisen – Gott seg(ne Euch).” Jesus.de

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