Neuer Paganismus: “Ökologische Weltsicht”

Extinction Rebellion in Sydney
dpa. Sydney: Rot gekleidete «Red Rebels»-Aktivisten nehmen vor der Sydney Oper an einer Demonstration der Umweltbewegung «Extinction Rebellion» teil. Foto: Joel Carrett (AAP)

Neuer Paganismus: “Ökologische Weltsicht”

Eindeutig in das Programm des neuen Paganismus gehört die ökologische Weltsicht. Mit der Arroganz moralischer Rechthaberei beginnt im Fahrwasser dieser Selbst- und Weltvergottung eine Form des Ökoterrors, die sich gegenwärtig immer mehr auszubreiten scheint. Dazu passt die Aussage des Gründers der ökologischen Aktivistengruppe „Extinction Rebellion“, einer Bewegung, die Gewaltfreiheit predigt, aber zivilen Ungehorsam und Blockaden betreibt, Regierungen, die sich nicht zum Handeln zwingen ließen, würden gestürzt – „und ja, einige können dabei sterben“. Die grüne Politikerin und Publizistin Jutta Ditfurth, die gewiss nicht im Verdacht steht, gegen ökologische Bewegungen zu sein, sagte schon im vergangenen Herbst in einem Interview mit der FAZ: „Ich halte ,Extinction Rebellion‘ nicht für eine Umweltbewegung im klassischen Sinne, die sich kritisch, aufklärerisch oder gar links für die Klimakastrophe und die Zusammenhänge von Naturvernichtung und Kapitalismus interessiert. ,Extinction Rebellion‘ ist nicht intellektuell, sondern ahistorisch, spricht nicht den Verstand an, sondern setzt auf mystisch-esoterisches Drama, pathetische Kostümierung und hat ein zentral vorgefertigtes Bühnenbild. Die Organisation versucht alles, um den intellektuellen Hohlraum mit Versatzstücken religiös-gewaltfreier Ideologie zu verdecken.“

Nicht von Ungefähr führt die Endzeitsekte als ihr Logo ein umkreistes X, im keltischen Alphabet der 23 Buchstabe, der Magie und Transformation bedeutet. Die Anhänger der Öko-Idealistenfalle glauben an die baldige „Auslöschung der Menschheit“ und empfehlen „Selbstaufopferung“. Laut dem Tübinger Bürgermeister Boris Palmer (Grüne) schürt „Extinction Rebellion“ Emotionen, die den Verstand vernebeln, wenn sie zum Beispiel behaupten, „Wir sind die letzte Generation der Menschheit vor der ‚Auslöschung‘“. Das erinnert an Sekten wie die „Sonnentempler“, die 1994 durch die Massenselbsttötung von 61 Mitgliedern bekannt wurde oder die Aum-Sekte, die 1995 durch ein Attentat auf die Tokioter U-Bahn, bei dem 13 Menschen ums Leben kamen und 1 000 Menschen verletzt wurden. Auch die 68er haben sich erst Schritt für Schritt radikalisiert, bis der linke Protest im Terror der RAF erstarb. Der Linksterrorismus entwickelte sich zu einer Art pseudoreligiöser Sekte. Die Religiosität der Radikal-Ökos von „Extinction Rebellion“ wird ganz offen betrieben. Deren Mitglieder führen pagane Invokationen und Rituale durch, wie auf der „Goddess Conference“. Es geht dabei um die Verehrung der Erdmutter Gaia: „Gaia, wir lieben und verehren dich, wir sind deine Kinder, wir sind du. Willkommen Gaia.“ Der Ökologismus droht zum neuen Ausdruck der Intoleranz zu werden. Demokratie lebt vom Diskurs, doch wenn Gegner von vorneherein niedergebrüllt werden, findet keine Diskussion mehr statt. Burkhardt Gorissen

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