60 Meter über der tosenden Gischt: Der US-Amerikaner Nik Wallenda hat es nach mehr als hundert Jahren als Erster geschafft, auf einem Seil die Niagara-Fälle zu überqueren. Und war dabei noch deutlich schneller als geplant. (Spiegel.de) Die Aktion wurde nur mit dem Sicherheitsseil genehmigt, ansonsten hätte er das nicht machen dürfen. In einem Interview hat er dies auch als eine Herabstufung der Leistung eingestanden. Aber seinen eigentlichen Plan – ohne Sicherung – durfte er ja nicht durchführen. Übrigens, wusstest du schon…Maria Spelterina war die erste Frau, die 1876 die Niagarafälle auf einem Drahtseil überquerte. Die Frage an die. würdest du mit im mitgehen?
„Zu Beginn dieses Jahrhunderts gab es einen sehr berühmten Hochseilartisten. Seine ungewöhnlichste Aktion war die Überquerung der Niagarafälle, der größten Wasserfälle Nordamerikas. Er ließ ein Stahldrahtseil von der amerikanischen zur kanadischen Seite spannen und kündigte an, er werde ohne ein Sicherheitsnetz über das Seil gehen, ja, als Sensation werde er eine beladene Schubkarre über dieses Seil von Amerika nach Kanada schieben.
Tausende reisten von fern an, um dieses Spektakel zu sehen. Filme wurden gedreht und gingen in den Wochenschauen um die Welt.
Der Tag kam, an dem diese einmalige Leistung vollbracht wurde. Der Artist ging zuerst allein über das Seil, vollbrachte atemberaubende Kunststücke in der Mitte des Seils und ging weiter zur kanadische Seite. Dort stand eine leere Schubkarre bereit. Er ließ die Leute fragen: „Traut ihr mir zu, daß ich diese Schubkarre über das Seil zurück nach Amerika schiebe?“ Viele riefen: „Ja!“ Und tatsächlich, der Artist schob die Karre sicher über das Seil auf die andere Seite. Die Menge jubelte.
Jetzt ließ er Steine in die Karre laden. Er ließ wieder fragen: „Traut ihr mir zu, daß ich diese mit schweren Steinen voll beladene Karre hoch oben über den Niagarafällen, über das Seil wieder auf die kanadische Seite schiebe?“ Fast alle schrien: „Ja, das schaffst Du!“ Und wirklich, er schob die beladene Karre langsam und sicher auf die andere Seite. Ein unbeschreiblicher Jubel brandete auf.
Die Steine wurden ausgeladen. Der Artist ließ fragen: „Traut ihr mir auch zu, daß ich diese Karre beladen mit einen Menschen zurück über das Seil schieben kann?“ Niemand hielt das jetzt noch für unmöglich. „Natürlich kannst Du das!“ „Selbstverständlich!“ „Zweifelsfrei schaffst Du das!“ schrien die Menschen so laut, daß ihre Stimmen das Tosen der Wassermassen übertönte.
Da machte der Artist eine einladende Handbewegung und ließ rufen: „Wer fährt mit? Bitte melden Sie sich bei meinen Mitarbeitern! Steigen Sie ein und ich schiebe sie in der Karre, über das Seil, sicher auf die andere Seite!“
Niemand meldete sich!
