Es sind diese persönlichen Gespräche, die die Quintessenz des Zeugnisgebens sind. Beachten wir auch, dass nicht wir es sind, die das Gespräch beginnen. Wir sollen vielmehr dem antworten, »der Rechenschaft von euch fordert über die Hoffnung, die in euch ist« (1. Petrus 3,15). Das ist sehr hilfreich, denn viele von uns stolpern schon bei dieser ersten Hürde: Wir wissen nicht, wie wir ein Gespräch über Jesus beginnen sollen, also tun wir es nie. Vielleicht fragen Sie sich auch, warum jemand Sie über Ihre Hoffnung befragen würde, die Sie als Christ haben. Ich kann mich noch erinnern, dass ich mir vor vielen Jahren dieselbe Frage stellte. Ich hatte das Gefühl, bereit zu sein, wenigstens ein paar Fragen über den christlichen Glauben beantworten zu können, doch niemand fragte mich danach. Petrus’ Aussage schien also eher unbrauchbar zu sein und nicht zu meiner Situation zu passen.
Ich erzählte einem jüngeren Freund, der ebenfalls Student war, von meinem Problem. Er antwortete sofort: »Hast du schon mal darüber nachgedacht, die Leute nach ihrer Hoffnung zu fragen?«
»Nein«, sagte ich.
»Wieso nicht?«
»Na ja, es ist offensichtlich, dass viele Leute keine Hoffnung haben, da ist es sinnlos, sie zu fragen!«
»Glaubst du wirklich?«, fragte er. »Versuch’s doch mal.«
Kurz darauf saß ich im Zug nach London neben einem Mann mittleren Alters. Er las einen Text, der wie eine wissenschaftliche Publikation aussah. Ich fragte: »Sind Sie Wissenschaftler?«
»Ja, ich bin Metallurg. Und Sie?«
»Ich studiere Mathematik.«
Unser Gespräch verstummte wieder, und er las weiter. Ich nahm ein Neues Testament von den Gideons aus meiner Tasche und begann, ebenfalls zu
lesen. Wie ich gehofft hatte, bemerkte er, was ich tat, und fragte schließlich: »Entschuldigung, aber lesen Sie da im Neuen Testament?«
»Ja«, sagte ich einfach und las weiter.
Nach einer Weile nahm er das Gespräch wieder auf: »Ich möchte Sie nicht stören, aber sagten Sie nicht, dass Sie Mathematik studieren? Und doch
lesen Sie die Bibel. Wie passt das zusammen?« Da erinnerte ich mich an den Rat meines Freundes. Ich antwortete: »Sie möchten wissen, wieso ich in der Bibel lese? Darf ich fragen, welche Hoffnung Sie haben?«
Die Wirkung meiner Frage war dramatisch. Er wurde ganz blass und stammelte etwas davon, dass wir uns doch alle »irgendwie durchkämpfen«. Ich sagte: »So habe ich das nicht gemeint. Ich meinte, haben Sie eine persönliche Hoffnung?«
»Nein, überhaupt nicht«, erwiderte er. »Haben Sie eine Hoffnung? Und wenn ja, welche?«
Da war sie – die Frage, von der Petrus sagte, sie würde ein Gespräch in Gang bringen. Und sie hat seitdem eine Vielzahl an Gesprächen über meinen
Glauben eröffnet……..
Das ist mir einmal passiert. Ich saß bei einem Essen mit einer Gruppe junger Leute zusammen – manche Christen, manche nicht –, und die Person neben mir fragte mich, warum ich an die Auferstehung Jesu glaube. Ich antwortete, versuchte aber, relativ leise zu reden. Das hatte genau den gegenteiligen Effekt meiner ursprünglichen Absicht – die lebhaften Gespräche um uns her verebbten, und alle hörten mir zu. Doch ein Mann weiter unten am Tisch konnte es nicht mehr aushalten. Er hämmerte mit seinem Messer gegen den Tisch und rief: »Hört auf mit diesem Unsinn – ich habe in meinem ganzen Leben noch nie so einen Blödsinn gehört!«
Totenstille kehrte ein, während alle auf meine Antwort warteten. Ich sagte (um mir selbst etwas Zeit zum Denken zu geben): »Es scheint, als würde
Sie dieses Thema sehr bewegen.«
»Darauf können Sie wetten«, sagte er.
»In diesem Fall würde mich interessieren, was Sie von den Beweisen für die Auferstehung im Neuen Testament gehalten haben, während Sie diese durchgegangen sind …«
»Ich, nun ja, ich wusste nicht, dass es Beweise gibt«, stotterte er.
Das Essen war vorbei, und ich lud ihn in mein Zimmer zum Kaffeetrinken ein. Er war offen genug, Fragen über diese Beweise der Auferstehung zu stellen. Nach einer Weile unterbrach ich unser Gespräch, indem ich fragte: »Nehmen wir an, ich hätte genug Beweise, um zu zeigen, dass Jesus wirklich von den Toten auferstanden ist und dass seine Behauptung
hinsichtlich seiner Gottessohnschaft der Wahrheit entspricht. Wären Sie bereit, den Schritt zu wagen, ihm zu vertrauen, um gerettet zu werden?«
»Nein«, sagte er. »Meine Eltern haben mich mit diesem Zeug vollgestopft, seit ich ein Kind war, und ich will einfach nichts damit zu tun haben.«
»Danke für diese Ehrlichkeit«, antwortete ich, »denn das ist wirklich die erste ehrliche Aussage, die Sie den ganzen Abend gemacht haben.«
Der Ton unseres Gesprächs änderte sich sofort, als er mir davon erzählte, wie ihm das Aufdrängen dieses »religiösen Krams« zuwider war.
Kurz darauf erkannte er, dass es einen rationalen Zugang zum christlichen Glauben ohne emotionale Erpressung gibt. Nachdem er diese Einsicht ge-wonnen hatte, dauerte es wunderbarerweise nicht mehr lange, bis er Christ wurde.


Unglaublich ermutigend. Vielen herzlichen Dank dafür.
Gerne.