Prof. Josh McDowell: Ein Skeptiker kapituliert.

Am liebsten wollte ich sterben! Nicht, weil mir die »Party« auf dem Hügel verhagelt worden war. Nicht nur, weil meine Eltern von falschen Freunden gedemütigt waren oder weil mein Bruder seine eigene Familie hasste. Sondern weil alles zusammen – und noch vieles mehr – zusammen- gekommen war, um mich verzweifeln zu lassen. Ich schämte mich schrecklich.
Zwischen meinen Tränen, die aus meinem tiefsten Inneren hervorbrachen, verfluchte ich Gott – wenn es ihn denn geben sollte –, weil er mich verlassen hatte. Und ich meinte, dass wenn er existierte und in diesem Augenblick vor mir gestanden hätte, ich mich mit allen meinen Kräften auf ihn gestürzt hätte. Ich hasste ihn mehr als alles andere in der Welt. Na ja, mehr als fast alles in der Welt.
Denn da gab es ja zum Beispiel noch meinen Vater. Ich verfluchte und verdammte ihn wieder und wieder. Dieser im ganzen Dorf bekannte Trunkenbold! Dieser Feigling, der es wagte, meine Mutter jedes Mal zu schlagen, wenn er zu viel getrunken hatte! Vielleicht war er sogar in diesem Augenblick auf der Suche nach einer seiner Weinflaschen, die er überall auf der Farm versteckt hatte. Das war doch kein Vater! Nein, ein miserabler Säufer, der nur Kinder hatte, um sie als Arbeiter auf seiner Farm an- zustellen. Der würde eines Tages noch kriegen, was er verdiente. Dafür wollte ich sorgen!
Eine Stunde verging, dann zwei, dann drei. Ich begann, hungrig zu werden. Mir wurde klar, dass niemand kommen und nach mir suchen würde. Ich war allein und gänzlich verlassen. Anscheinend interessierte es niemanden, ob ich lebte oder tot war.
Schließlich kämpfte ich mich aus dem Maissilo und ging auf die Tür mit dem schweren Eisenriegel zu. Ich stieß das Tor auf und wurde von dem hellen Sonnenlicht geblendet.
Ich blinzelte und fragte mich, ob ich vielleicht jemanden dort erkennen konnte, einen, der vielleicht nach mir ausgeschaut hatte. Meine Mutter vielleicht? Ach, wenn sie mich doch rufen würde und die Absicht hätte, mich zu trösten! Aber da war niemand – nichts als das leise Säuseln des Windes.
Ich schloss die Tür zu den Futterboxen. Wir leben wie die Tiere – an diesen Gedanken erinnere ich mich. Und eines Tages werde ich auch wie ein Tier sterben, wie wir alle. Es gibt keine Liebe in der Welt, keinen Sinn, keinen Gott. Meine Augen begannen sich an das helle Licht zu gewöhnen, so wie sich mein Herz mit den Realitäten meiner Existenz abzufinden begann. Die Unschuld meiner Kindheit löste sich auf wie der Morgennebel. Weiter hier: www.clv.de/In-Zukunft/Ein-Skeptiker-kapituliert.html

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