Sterben ist für Christen vergleichbar mit einer Reise.

Warum tun wir so, als wären sie verschwunden?

Es wäre ein erfreulicher geistlicher und menschlicher Gewinn, wenn in unseren Gemeinden die Namen der Heimgegangen an bestimmten Tagen (z. B. am Ewigkeitssonntag) erwähnt würden. In der Freude, sie beim Herrn zu wissen, und in der Vorfreude, sie wiederzusehen!

Sterben ist vergleichbar mit einer Reise: Wir verabschieden uns. Wir sind vorübergehend voneinander getrennt. Dennoch bleiben wir innerlich durch Jesus Christus miteinander verbunden. Und wir freuen uns auf den Tag des Wiedersehens in Vollendung.

Unsere Verstorbenen sind uns nur vorausgegangen. Sie sind fort – und doch da. Sie warten auf uns. Und wir sehnen uns nach ihnen. Die Tatsache, dass der Tod bzw. die Wiederkunft Christi auch uns „bald“ in ihre Nähe bringen wird, kann unsere Trauer in Vorfreude auf das ersehnte Wiedersehen beflügeln!

In diesem Sinne sollte es uns geradezu ein „heiliges Anliegen“ sein, die Namen unserer gläubig Verstorbenen liebevoll in Erinnerung zu halten, sie immer wieder auszusprechen und uns mit ihnen im Herrn vereint zu wissen.

Die irdische und die himmlische Gemeinde sind doch in demselben HERRN verbunden. Die einen sind am Ziel, die andern noch unterwegs. Und doch gehören wir zusammen. Wenn wir z.B. von Jesus, dem Auferstandenen, singen, der “auf dem Thron sitzt”, dann haben wir es auch mit Gott, dem Vater, seinen Engeln – und seinen abgerufenen Heiligen zu tun, den “Geistern der vollendeten Gerechten”, die uns ermutigen, Jesus durch die Zeiten treu nachzufolgen (Hebräer 12,1 und 23b; ).

Es ist auch keine unzulässige Grenzüberschreitung, wenn wir unsere heimgegangenen Brüder und Schwestern als „Überwinder“ ehren, die das Ziel erreicht haben. Deshalb sollten wir ihre Namen nicht tabuisieren, als hätte es sie nie gegeben. Das wäre purer Rationalismus, der ewige und transzendente Zusammenhänge nicht versteht, ja sie oft bewusst leugnet.

Unsere Heimgegangenen sind zwar unserer irdischen Wahrnehmung entzogen. Eines Tages aber werden wir sie vollendet in Gottes neuer Welt wiedersehen! Und wir werden mit ihnen überwältigt sein von der unverdienten Gnade Jesu Christi, die alles so wunderbar hinausgeführt hat.

Horst Stricker

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.