
st Jesus Christus ein Unterhaltungsgegenstand – oder der heilige und unbefleckte Sohn Gottes? Sind Themen wie “Sünde”, “Buße” und “Kreuz” Dinge, die in ein Unterhaltungsprogramm passen – oder besteht hier nicht ein unvereinbarer Widerspruch? Können und dürfen wir Gott mit ekstatisierenden Techno- und Hip-Hop-Rhythmen loben, die Menschen für dämonische Mächte öffnen – oder aber “mit Psalmen, Lobgesängen und geistlichen Liedern” (Kolosser 3,16). Evangelikale – wohin? Die Unterscheidung, die Dr. A. W. Tozer bereits vor vielen Jahren im Blick auf “das alte und das neue Kreuz” vornahm, trifft in geradezu prophetischer Weise auf die heutige Entwicklung zu. Tozer schreibt:
“Gänzlich unbemerkt ist in unserer modernen Zeit ein neues Kreuz in viele gläubige Kreise eingedrungen … Das alte Kreuz hat nichts mit der Welt zu schaffen. Für Adams stolzes Fleisch bedeutet es den Tod … Das neue Kreuz steht nicht im Gegensatz zur Welt. Es ist eigentlich ein freundlicher Kumpan und, wenn man recht versteht, die Quelle guter, sauberer Unterhaltungen und unschuldiger Vergnügen. Es lässt den Menschen unbehelligt leben. Seine Lebensmotive sind unverändert geblieben. Er lebt noch immer zu seinem eigenen Vergnügen, nur dass er jetzt christliche Lieder singt und sich religiöse Filme ansieht, anstatt anstößige Lieder zu singen oder stark alkoholische Getränke zu sich zu nehmen. Die Betonung liegt noch immer auf Vergnügen, obwohl es nun einen moralisch höheren Standard, wenn nicht gar einen intellektuellen erreicht hat.”
Und Tozer folgert, an die Adresse der Verkündiger gerichtet: “Die Verkündigung, die zwischen dem Weg Gottes und dem der Menschen freundliche Parallelen zieht, ist von der Sicht der Bibel aus gesehen falsch und ein grausames Vergehen an den Herzen derer, die zuhören. Der Glaube Christi verläuft nicht parallel mit der Welt, sondern durchtrennt sie. Wenn wir zu Christus kommen, bringen wir unser altes Leben nicht auf eine höhere Ebene, sondern lassen es am Kreuz. Das Weizenkorn muss in die Erde fallen und sterben. Wir, die wir das Evangelium predigen, müssen uns nicht als öffentliche Vermittler vorkommen, die gesandt wurden, um zwischen Christus und der Welt ein gutes Einvernehmen herzustellen. Wir dürfen uns nicht einbilden, es sei unsere Aufgabe, Christus dem Fortschritt, der öffentlichen Meinung, dem Sport oder der modernen Bildung anzupassen. Wir sind keine Diplomaten, sondern Propheten, und unsere Botschaft ist kein Kompromiss, sondern ein Entweder-Oder.” Können wir heute auf diese warnende Stimme noch hören?
