Vor einem einem knappen Vierteljahrhundert, am 31. Mai 1996 starb der damalige Staatsfeind Nr.1 der USA, Timothy Leary.

Für die einen war der LSD-Guru Timothy Leary ein Befreier der Menschheit. Für die anderen ein kranker Egomane, ein Staatsfeind. Der Mann, der seine Asche ins Weltall schießen ließ wurde von seinen Jüngern zum „Galileo des Bewusstseins“.

1950 machte er seinen Doktor an der University of California in Berkeley und experimentierte in dieser Zeit mit Drogen wie LSD, Meskalin und Psilocybin.

“1963 wurde Leary in Harvard entlassen. Die weiteren 60er- und 70er-Jahre gerieten zu einer biografischen Irrfahrt: Leary wurde 1965 wegen Einfuhr von Marihuana aus Mexiko zu 30 Jahren Gefängnis verurteilt, gewann aber 1969 vor dem Obersten Gerichtshof einen Prozess, der die Rechtsgrundlage für dieses Urteil aufhob. Doch schon 1970 folgte die nächste Verurteilung zu zehn Jahren wegen Marihuanabesitzes. Leary floh aus dem Gefängnis nach Algerien, lebte bei den Black Panthers. Nach Konflikten in der Gruppe musste er in die Schweiz und weiter über Wien nach Afghanistan. Dort setzten ihn die örtlichen Behörden 1973 in Kabul fest und lieferten ihn an die USA aus; 1976 kam er frei.

Trotz – oder gerade wegen – dieses unsteten Lebens stieg Leary zu einer der wichtigsten Figuren der Hippie-Bewegung auf. Sein Slogan „Turn on, tune in, drop out“ war so griffig, dass ihn manch Werber wohl darum beneidete. Deutsche Hippies übersetzten das frei mit „High sein, frei sein, dabei sein.“ Die Erklärungen, die Leary folgen ließ, sind im typischen Jargon der Zeit gehalten.
„Turn on“ bedeutete ihm: „Finde ein Sakrament, das dich zu Gott bringt und zu deinem eigenen Körper; geh über dich hinaus, verwandle dich!“ „Tune in“ hieß: „Bleibe wiedergeboren, drücke es aus, beginne ein neues Leben, das deine Visionen widerspiegelt!“ Und „Drop out“ übersetzte Leary mit: „Befreie dich vom äußeren Drama, das so ausgehöhlt und leer ist wie eine TV-Show.“ Bilder aus diesen Jahren zeigen einen Mann mit leicht wirrem Haar und Lächeln, der beim Reden die Hände in die Luft wirft vor einem Publikum, das jedes seiner Worte gierig aufsaugt. Ein analoger Influencer, der weiß, dass die Verführungskraft seiner Darbietung analytische Schwächen seiner Begriffe unerheblich werden lässt. Musiker und Literaten, von den Beatles bis zu T.C. Boyle gaben ihm recht und nahmen in den kommenden Jahrzehnten immer wieder auf ihn Bezug….

Seine letzten Jahre verbrachte Timothy Leary in seinem Haus in Los Angeles, das aussah wie ein Timothy-Leary-Museum. Meistens hatte er Freunde um sich herum, Spötter bezeichneten sie als seine Jünger. Man sah ihn im „Playboy“-Mansion, vor allem aber publizierte er viel über Themen wie Homosexuellenrechte, Abtreibung, Wohlfahrt und Umweltschutz, Weltraumkolonisation oder künstliche Intelligenz. Auch das Internet verfolgte er von Anfang an, vielleicht motivierte ihn der Gedanke, durch die digitale Präsenz unsterblich zu werden. Seine Fans ließ er 1996 auf leary.com beim Sterben zusehen.” Welt.de

“Denn draußen sind die Hunde und die Zauberer ( Wort “Zauberei”. Im griechischen Text steht hier häufig das Wort “pharmakeia”)und die Totschläger und die Abgöttischen und alle, die lieb haben und tun die Lüge.” Offenb. 21,15

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.