Vor genau 50 Jahren am 9. August 1969 schockierte das Hollywood-Massaker die Welt.

“Drei Drogen-Killer der Manson-Sekte ermorden das hochschwangere Starlet Sharon Tate (26) mit 16 Messerstichen und massakrieren vier Hausgäste. Nach der Bluttat schreiben die Mörder mit Tates Blut das Wort ‚PIG‘ (dt. Schwein) an die Haustür. Ihr Ehemann, Regie-Genie 
Roman Polanski (damals 35), ist derweil in London…Das Hollywood-Massaker schockierte die Welt. Es ist das Ende der freien 60er-Jahre – eine Woche vor Woodstock. Manson war der Teufel, der die Flowerpower-Kinder getötet hat. Das Freiheitsgefühl der Feierwütigen war erschüttert. Was blieb, war die Angst vor der „Manson Family“, einer mordlüsternen Hippie-Kommune im Drogenrausch.” Bild.de

Alois Böck

Charles Manson hat andere Menschen manipuliert, durch Drogen gefügig gemacht – und sieben Menschen ermorden lassen. Dennoch wurde er ein Popstar. Wie gehts das?

“In der Popkultur waren Manson und seine Taten immer wieder ein Thema: “Allein durch die Beatles-Referenz schreibt sich Manson gewissermaßen als Pop-Figur in eine Tradition ein”, sagte Literaturwissenschaftler Niels Penke im Deutschlandfunk Kultur – und das habe Manson “ziemlich erfolgreich” getan.

Es sei ihm gelungen, sich als “eine Art Anti-These zum Anti-Establishment” zu generieren, erklärt Penke den popkulturellen Erfolg des Mörders. In der Zeit der Hippie-Bewegung, die für Frieden und positiv konnotierte Werte stand, sei es Manson gelungen, sich als eine “Anti-These”, eine “nihilistische Alternative” zu stilisieren; als eine Figur die sich ebenfalls gegen das Establishment und die Staatspolitik richtete. “Diese Form der terroristischen, mörderischen Rebellion, das ist etwas, das subkulturell auf Anklang gestoßen ist.”

Beispiele für popkulturelle Verweise auf den Sektenführer und Mörder gibt es viele: beispielsweise die Band Guns N’Roses, die auf ihrem Album “The Spaghetti Incident?” Mansons Folksong “Look at Your Game, Girl” gecovert hat. Der Schockrocker Marilyn Manson kombinierte in seinem Künstlernamen den Namen des Mörders mit dem von Marylin Monroe. Der Musiker und Horrorfilm-Regisseur Rob Zombie erfand in seinem Film “The Devil’s Rejects” die deutlich an Manson angelehnte Figur eines Sektenanführers. Zahlreiche andere Filme, zum Beispiel “The Manson Family” von Jim Van Bebber, setzten sich ebenfalls mit dem Leben und den Taten des Mörders auseinander. Insbesondere im Comedy-Bereich und in Comic-Serien, wie etwa “The Simpsons” und “South Park”, tauchte Charles Manson immer wieder als Figur auf. Auch er selbst meldete sich in den Medien zu Wort. Noch 2013 gab er dem “Rolling Stone” ein Interview.” (deutschlandfunkkultur.de)

Rockmusik, Gewalt, Drogen, freier Sex und Okkultismus gehören immer schon zusammen. Da wundert es den Betrachter nicht, dass dieser Mörder in der modernen Musikbewegung eine gewissen Rolle gespielt hat. Er wurde teilweise sogar verherrlicht. Neulich waren wir auf einem Event, bei dem Marilyn Manson aufgetreten ist. Niemand hat sich an diesem schrecklichen Namen gestört. Würden diese unwissenden Rockfans auch in ein “Adolf Hitler-Konzert” gehen?”

Interssante Beobachtung. In London und auch hier lässt man seit einiger Zeit in einer Problemhaltestelle der Metro nur noch Klassik laufen. Das Resultat: Die Gewalt-und Drogendelikte gingen deutlich zurück. Eine Welt ohne Rock, Pop, Techno und Co. wäre sicher eine friedlichere Welt und unsere Kinder wären sensibler, konzentrierter, aufnahmefähiger und weniger aggressiv.

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