Was ist Yoga? Was ist Yoga wirklich?

Vorbemerkung

Yoga, so scheint es, ist ein alter Hut. Christliche Medien beschäftigen sich immer seltener mit Yoga. Es gibt zeitlich begrenzte Themen und Phänomene, und es gibt Dauerthemen, die wir nicht zur Seite legen dürfen. Zum Letzteren gehören alle esoterischen Phänomene, die sich weltweit ausbreiten. Sie sind im Prinzip Dauerthemen mit wachsender Wichtigkeit, doch die christlichen Medien ignorieren sie mehr und mehr. Viele neuen spirituellen und esoterischen Praktiken werden vielfach überhaupt nicht mehr thematisiert. Das ist unverantwortlich. Immer häufiger werden Christen in allen möglichen außergemeindlichen Lebensbereichen mit unchristlichen Lehren und Praktiken konfrontiert, die die Gläubigen vom Wort Gottes und von Jesus Christus wegführen sollen. Dabei sollen auch Christen „andere Götter“ und Gottheiten anrufen und anbeten bzw. um Rat und um Hilfe bitten. Das gilt auch und vor allem für Yoga. Gerade dieser Tage wurde ich mehrfach von Orthopäden zum Yoga aufgefordert. Im Deutschen Fernsehen wurde Yoga als „neue Sportart“ vorgestellt. Und in den Schulen und Kindergärten gehört Yoga fast schon zum Pflichtprogramm. Vor diesem Hintergrund stellt sich mit aller Schärfe die Frage: Was ist Yoga? Was ist Yoga wirklich? Können und sollen gläubige Christen und ihre Kinder Yoga einüben?

I. Ziele und Versprechungen

Im Fernen Osten, so z. B. in Indien, ist Yoga eine religiöse Disziplin! Dort soll Yoga zur Verbindung und Vereinigung mit Brahman, „Gott“, dem Göttlichen, den Göttern oder Gottheiten sowie zur Selbst- und Gotteserkenntnis, zur Erleuchtung, Erlösung und Befreiung führen; dieser Yoga kann angeblich vollkommen, glückselig, allmächtig und allwissend machen. Dieser Yoga kann übernatürliche Kräfte (die „siddhis“) vermitteln. Zu den siddhis gehören unter anderem die Kunst des Fliegens, die Kunst sich unsichtbar zu machen und die Kunst in die Körper anderer (!) einzudringen. Im Westen wird Yoga als Entspannungs- und/oder Heilmethode sowie als neue Sportart verkauft; im Westen ist Yoga offensichtlich ein universales Wunderprogramm. Mit Yoga ist angeblich fast alles möglich. Yoga kann und soll Stress bekämpfen und entspannen, innere Ruhe und inneren Frieden bringen, „innere Ressourcen“ mobilisieren, körperliche und seelische Krankheiten heilen, lindern oder vorbeugen helfen, die Fitness fördern, das Wohlbefinden und die Persönlichkeit, die Selbstfindung und Selbstverwirklichung, die Erkenntnis des (höheren oder wahren) Selbst und der Wahrheit fördern und vieles andere mehr. Einige Yogaschulen und Professoren versteigen sich zu der Behauptung, Yoga könne Herzkrankheiten zurückbilden und Herzoperationen überflüssig machen.

II. Lehrgebäude und Grundkonzept

Nach fernöstlicher Auffassung soll Yoga eine unbekannte Lebensenergie (Prana, Kundalini) wecken und „zum Fließen“ bringen. Angeblich fließt sie durch Energiekanäle, den Nadis; angeblich konzentriert sich diese Lebensenergie in Energiezentren oder Chakren, die mit Göttern (!?) verbunden sind. Im Kern ist Yoga eine geistige oder spirituelle Disziplin: Yogaübungen sollen den Geist (be-)zähmen, kontrollieren, beherrschen, in einen Zustand der Ruhe, Stille und Leere bringen, die „Gedankenmaschine“ still stellen, die Gedankentätigkeit abschalten und den Übenden in einen tranceartigen (angeblich „höreren“, „erweiterten“) Bewusstseinszustand führen. Dazu dienen eine Reihe von Grundübungen und Grundtechniken.

III. Grundtechniken

1. Tranceinduktion

Yoga ist eine Technik der Tranceeinleitung, eine Trance- und Doorwaytechnik. Nach einiger Übung führen die Praktiken des Yoga in einen Zustand der TRANCE, der die Tür zur unsichtbaren Welt öffnet. Dazu dienen (wie so oft) …

… ein rituelles Setting, ein besonderer (ritueller), ruhiger und evtl. abgedunkelter Raum, eine besondere (rituelle) Tageszeit, Kerzenlicht, Räucherstäbchen, meditative Musik, besondere (rituelle) Körperhaltungen (Totenstellung, Lotussitz) und Körperübungen (die Asanas); besondere Rücken-, Bein-, Fuß-, Hand-, Finger-, Zungenhaltung und/oder Augenhaltungen; das Abschalten der Sinneswahrnehmung; besondere Entspannungs- und Atemtechniken; Stille-Übungen (Gedanken-Stille), Visualisierungsübungen und vor allem Wahrnehmungs- und Konzentrationsübungen, die volle Konzentration der Aufmerksamkeit auf einen einzigen „Punkt“. Kurz: Man soll nichts sehen, nichts hören, nichts sagen („Drei-Affen-Technik“), nichts wollen und nichts denken.

Man soll sich an einen ruhigen Ort zurückziehen, bequem, aufrecht/kerzengerade sitzen oder stehen; die Augen schießen; den Atem(-rhythmus) kontrollieren; die Handflächen zum Himmel öffnen, die Finger zum Kreis formen (Mudras); die Zunge an den oberen Gaumen legen; Mantras (wie z. B. die Silbe OM) rezitieren; Bilder vor dem inneren oder geistigen Auge visualisieren. Man soll die Muskeln dehnen oder stretchen, im Wechsel an- und entspannen. Man soll verschiedene Atemtechniken einüben: die Nasen-, die Wechsel-, die Voll-, die Tiefen-, die Bauch-, die Zwerchfell-, die Vokal-, die Stoß- oder Ha-Atmung. Man soll tief und langsam atmen, tief in die Lunge, tief in den Bauch, den Atem anhalten, so lange oder langsam wie möglich ausatmen, das Atemvolumen und die Lungenkapazität erhöhen. Man soll sich voll und ganz konzentrieren: auf die Übungen, auf die Bewegungsabläufe, auf einen Sinnesreiz (Ton, Klang, Geruch, Duft), auf den Atem, auf Muskelgruppen, auf Körperregionen, auf eine Kerzenflamme, auf ein äußeres oder inneres Bild (Visualisierung), auf ein Symbol, auf eine Gottheit, auf das Bild einer Gottheit, auf ein Mantra (OM), auf eine Chakra, auf ein Yantra: Man soll lernen, Bilder vor dem inneren oder geistigen Auge zu sehen: Tiere, Atemströme, Energieströme, Energiekanäle, Chakren, Farben, Formen, Symbolen visualisieren, und man soll „Energien“, „Energieströme“ im Körper spüren oder gar lenken.

Zum Yoga gehören ferner Imitations- und Identifikationsübungen, Dreh-, Dehn- und Streckübungen., Gleichgewichts- und Balanceübungen, Erdungs- und Rezitationsübungen. Man soll z. B. Tiere oder anderes nachahmen (Kobra, Baum, Pflug), sich mit irgendetwas identifizieren und dabei mit dem Meditationsobjekt eins werden; man soll die Muskeln dehnen und strecken, die Wirbelsäule (ver-)drehen, biegen, krümmen, das Gleichgewicht halten und sich dabei vollkommen auf das Gleichgewicht konzentrieren, sich mit „Mutter Erde“ verwurzeln („erden“), Gottheiten anbeten (Sonnengruß) und anrufen (OM), Zauberformeln oder endlos Unsinn wiederholen: Ich bin Brahman; Ich bin Gott.

Besonders erwähnt sei die yogische Augentechnik. Dabei sollen die Augen im Kreise rollen oder der Blick auf die Nasenspitze oder auf die Nasenwurzel, auf den Punkt zwischen den Augenbrauen, gerichtet werden. Die Augentechniken sind eine zentrale religiöse Technik des Hinduismus und des Sikhismus; sie könne und sollen die Tür zur Jenseitswelt bzw. zu „Gott“ öffnen.

Zum Yoga gehören schließlich besondere Ernährungsweisen und (ekelhafte) Reinigungsrituale.

2. Paranormale und magische Praktik

Yoga ist eine paranormale und magische Praktik. Yoga kann übernatürliche Fähigkeiten und Phänomene hervorbringen: Schmerzunempfindlichkeit, Unverletzlichkeit und magische Wunder- oder Zauberkräfte. Nach A. Crowley ist Yoga eine magische Disziplin: „Die Praktiken des Yoga sind für den Erfolg in der Magie geradezu lebenswichtig.“ (Yoga, S.155) Selbst die harmlos erscheinenden Mudras sind in Wahrheit magische oder okkulte Gesten, die jeweils spezifische Geister anrufen; die Mantras sind in Wahrheit Zauberformeln und Anrufungen von Göttern und Gottheiten; die Zungentechnik (Zunge an den Gaumen) findet sich in vielen magischen und okkulten Traditionen. Bestimmte Mudras werden immer häufiger von bekannten Politikern und Nachrichtensprechern im Fernsehen demonstriert.

3. Astralprojektion

Yogaübungen können außerkörperliche Seelenreisen und außerkörperliche Erfahrungen (AKE) einleiten.

VI. Kritik

1. Yoga ist in Wahrheit eine Hypnosetechnik. Früher oder später führen die Übungen in einen Zustand der TRANCE.

2. Yoga ist in Wahrheit eine spirituelle und religiöse Praktik. Im Zustand der TRANCE öffnet sich die Tür zu unsichtbaren Welten und Mächten, die unter Umständen übernatürliche Fähigkeiten und Kräfte vermitteln. Alle Yogatechniken haben immer dieselbe spirituelle Wirkung, unabhängig davon in welchem Kontext sie verpackt oder versteckt sind.

3. Yoga ist in Wahrheit eine magische Praktik. Früher oder später vermittelt Yoga übernatürliche Fähigkeiten und Kräfte.

4. Yoga ist unter Umständen eine medizinisch-therapeutische Praktik mit magischem und spirituellem Charakter, die sowohl in der Alternativ- als auch (immer häufiger) in der Schulmedizin Anwendung findet.

5. Yoga ist nicht ungefährlich. Yoga kann das körperliche, das seelische und das geistige Wohl beeinträchtigen; Yoga kann den Geist verwirren, wie die meisten Yoga-Texte und vor allem die völlig konfusen Yoga-Sutren des Pantajali beweisen.

6. Yoga hat antichristlichen und okkulten Charakter; Yoga verstößt gegen den christlichen Glauben und das Wort Gottes. Yoga ist eine religiöse Heilslehre mit antichristlichem Charakter. Yogatexte lehren, der Mensch könne sich selbst erlösen, durch entsprechende Yogaübungen und Rezitationen (Mantren), die indische Gottheiten anrufen. Aus biblischer Sicht öffnen Yogaübungen die Tür zum Reich und zu den Mächten der Finsternis, deren Oberster die Schlange ist. Nicht zufällig nennen Yogis die Kräfte, die sie mobilisieren wollen, Schlangenkraft (oder Kundalini)!

7. Unter Zwang oder Gruppendruck, so z. B. im Schulunterricht, in der Kur, in der Reha oder in der Gesundheitsvorsorge, sind Yogaübungen eine moralisch verwerfliche Form der religiösen Indoktrination und antichristlichen (Zwangs-)Missionierung.

8. Yoga ist rechts- und verfassungswidrig, wenn und soweit er den Beteiligten ohne ausführliche Aufklärung über die Herkunft und den Charakter aufgezwungen wird. In der Schule verstößt Yoga gegen das Hypnoseverbot, gegen das Therapie- und Heilverbot und gegen das Grundrecht auf Glaubensfreiheit.

9. Yoga ist eine transpersonale und transformative Praktik. Yoga, Meditation und alle anderen spirituellen Praktiken des New Age zielen auf eine spirituelle Transformation des Individuums und der Gesellschaft. Wie alle New-Age-Techniken will Yoga einen „neuen Menschen“ schaffen, der sich von unsichtbaren geistigen Mächten inspirieren, führen und verführen lässt. Yoga soll die Spiritualität des Christentums durch die religiösen Lehren und Praktiken des Fernen Ostens ersetzen und die Übenden in einen engen Kontakt mit der geistigen Welt bringen. Die Bibel verbietet diese Kontakte, weil sie von Gott weg- und zum göttlichen Widersacher hinführen.

MERKE

Yoga ist eine spirituelle und religiöse Praktik. Nach einiger Übung führt Yoga in einen Zustand der TRANCE, der die Tür zu spirituellen Welten und Möchten öffne
VII. Empfehlung

Vermeiden Sie die oben genannten Übungen und Praktiken des Yoga, auch wenn sie noch so harmlos erscheinen, wie z. B. die Körperübungen des Hatha-Yoga, die Mudras sowie die immer beliebter werdenden Gleichgewichts- und Balanceübungen (auf Hochseilen unter dem Namen „TreeTrecking“). Schalten Sie bei den Übungen nie die Sinneswahrnehmung und/oder den Verstand ab; achten Sie darauf, dass ihre Gedanken weiterhin umherwandern können und nicht auf einen einzigen „Punkt“ fixiert sind; rufen Sie niemals indische Gottheiten an, indem sie angeblich sinnlose Mantren wiederholen (z. B. die Silbe OM), es sei denn, Sie würden sich bewusst einer fernöstlichen Religion zuwenden wollen. Lassen Sie sich nicht einreden, sie würden falsch („zu flach“) atmen, sie müssten den Geist leer machen u. a.

Vorsicht bei der Wahl spiritueller Pfade!

Wenn Sie eine Reise buchen, ein Auto kaufen, eine Krankenbehandlung erwarten, informieren Sie sich in der Regel vorher über das Ziel und den Weg, über Kosten und Leistungen, über Risiken und Nebenwirkungen. Das sollten Sie auch bei spirituellen Entscheidungen tun. Es gibt unterschiedliche Ziele, Wege, Wertvorstellungen und Risiken. Lesen Sie alles über die verschiedenen Yoga-Wege und -Praktiken, bevor Sie sich für einen Weg entscheiden und einen Kursus besuchen. Fragen Sie sich, wohin diese Wege letztlich führen, welche fragwürdigen, abartigen und menschenverachtenden Lehren und Praktiken es in geheimen Texten und Ritualen gibt.

Lassen Sie sich nicht blenden und verführen. Folgen Sie keinem Pfad, der Sie in die Irre führt; setzen Sie sich niemals in einen Zug, der in die falsche Richtung fährt.

Franzke, R.; Meditation und Yoga. Hannover 2003

Kommentare

  1. Herr S.

    .
    Bereits 2013 erschien der Erfahrungsbericht “Die Yoga-Falle” der Katholikin Marga Lauer, die als ehemalige Yogalehrerin nachdrücklich und höchst eindrucksvoll vor diesen im Kern okkulten Praktiken mit am eigenen Leibe erfahrenen schwersten Gefahren warnt.
    Lesenswert.

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