Was wollen die Griechen von uns?

Geld her!

Eines benötigt die griechische Regierung unter Alexis Tsipras so dringend wie nichts anderes: Geld. Und dabei geht es gleich um viele Milliarden. Als staatlicher Geldeintreiber wird momentan der schauspielerisch talentierte Finanzminister Gianis Varoufakis vorausgeschickt. Da er weiß, dass sein Land nur wenig zu verlieren hat, die Geldgeber der Griechen jedoch ziemlich viel, braucht er nicht vorsichtig auftreten, sondern kann mit dreisten Forderungen zocken. Er weiß, wenn Griechenland pleitegeht, erschüttert das die ganze europäische Wirtschaft und die Gläubiger bleiben erst einmal auf Hunderten von Milliarden Euro sitzen, die einfach nicht bezahlt werden. Griechenland hingegen kann nicht mehr viel ärmer werden als es das zwischenzeitlich ist. https://www.facebook.com/michael.kotsch.9?fref=ts

Um die Geldgeber zu noch weiteren Milliardenzahlungen zu animieren, holt Varoufakis auch die moralische Keule heraus. Das schlechte Gewissen der Deutschen wegen des Zweiten Weltkriegs ist weltweit zur Genüge bekannt. Also versucht der Finanzminister Deutschland, als den wichtigsten Geldgeber, damit unter Druck zu setzen. Die eigentlich Betroffenen erhalten von den Schadenersatzforderungen für den Zweiten Weltkrieg natürlich nichts, die meisten sind ja auch schon längst tot. Also könnte der Staat diese Summe leicht für die momentanen Finanzlöcher vereinnahmen. – Vielleicht sollte der deutsche Staat tatsächlich zahlen. Wir könnten das Geld dann ja bei den Russen einfordern für die 40jährige Besetzung und Ausbeutung des deutschen Ostens. Von den Polen könnten wir Kompensationszahlungen für Schlesien und Ostpreußen verlangen, von den Franzosen eine Entschädigung für die Kriege Napoleons, von den Italienern für die Besetzung Süddeutschlands von den Römern usw. Wenn man nur lange genug in der Geschichte sucht findet jedes Land jemanden den es zur Kasse bitten kann. Haben die Griechen übrigens schon für den immensen Schaden gezahlt, den sie durch die Eroberungszüge Alexander des Großen angerichtet haben? – Natürlich sind solche Gedankenspiele letztlich absurd und wenig weiterführend.

Im Augenblick sieht es ganz danach aus, dass die griechische Regierung weder grundsätzlich sparen noch zahlen will. Für die eigenen Wähler ist das natürlich angenehm. Man fühlt sich plötzlich stark und muss selbst nichts ändern. Die Bösen sind die, die einem das Geld geliehen haben, das man längs ausgegeben hat.

Sollte dieses rücksichtslose Pokern um nationale Interessen sich in Europa durchsetzen, wäre das der Anfang vom Ende der EU. Manche mögen das begrüßen. Man sollte bei allem Enthusiasmus für nationale Alleingänge aber nicht vergessen, dass gerade diese Mentalität seit vielen Jahrhunderten in Europa zu unzähligen Kriegen und endlosem Leiden geführt hat. In internationalen Konflikten wären alle europäischen Länder alleine weit abgeschlagen und würden, wie jetzt die Ukraine, sehr bald von den Großen dieser Welt unter Druck gesetzt, politisch, wirtschaftlich und vielleicht auch militärisch.

Kommentare

  1. ali

    ergebung – eine Segen, wenn sie gewährt und empfangen wird. Ein Fluch wenn sie verweigert wird. Viele Menschen haben ein verdrehtes Verständnis von Vergebung und schliessen sich damit von vielen Segnungen aus.

  2. Chris

    Zitat: “Das schlechte Gewissen der Deutschen wegen des Zweiten Weltkriegs ist weltweit zur Genüge bekannt …”

    Ich habe kein schlechtes Gewissen. Meine Großeltern waren während der Nazi-Zeit Kinder, meine Eltern wurden nach dem Krieg geboren, mein Bruder und ich kamen Ende der 70er zur Welt und mein Neffe und meine Nichte sind 5 bzw. 2 Jahre alt. Ganze 4 Generationen, die mit den Nazis nicht auch nur das Geringste zu tun haben. Wir müssen kein schlechtes Gewissen haben, habe ich auch nicht, wie gesagt. Wer das schlechte Gewissen schauspielert und immer wieder zum Besten gibt, sind Politiker der links-grünen Einheitspartei Union/SPD/Linke/Bündnis90 Grüne! Die Mehrheit der Deutschen hat kein schlechtes Gewissen und braucht auch keines zu haben. Nur die Politclique hegt und pflegt die Täterrolle, die auch in 100 Jahren noch gespielt werden muß.

    Und übrigens: Wir Deutsche werden von allen Ländern immer als Freunde gesehen – allerdings nur so lange, wie wir unseren Geldbeutel offen haben. Wehe wir Deutsche denken auch mal an uns und zahlen nichts, dann sind wir plötzlich wieder die ganz, ganz bösen Nazis! Ich gebe einen Dreck auf so ein Verständnis von “Freundschaft”!

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