Weil eine christliche Familie den Koran geschändet haben soll, ist es in Pakistan zu schweren Ausschreitungen gegen Christen gekommen.

“Zu den Ausschreitungen in einem christlichen Viertel der Millionenstadt Faisalabad war es gekommen, nachdem ei­ne fundamentalistische Gruppe eine in der Stadt ansässige christliche Familie beschuldigt hatte, den Koran geschändet zu haben. Neben Kirchen und einem Friedhof wurde auch das Gebäude der Kommunalverwaltung gestürmt und verwüstet. Demonstranten forderten die Behörden dazu auf, gegen Blasphemie vorzugehen.
Auf in Onlinenetzwerken verbreiteten Videos war zu hören, wie muslimische Geistliche über die Lautsprecher von Moscheen die Gläubigen zum Protest aufriefen. Unter anderem rief ein Geistlicher demnach, Christen hätten den Koran geschändet, alle Geistlichen und Muslime sollten sich daher versammeln. Wörtlich sagte er demnach: „Es ist besser zu sterben, wenn man sich nicht für den Islam interessiert.“
Die mit Knüppeln und Steinen be­waffnete Menschenmenge richtete nach Angaben eines Regierungsvertreters „schwe­re Schäden“ in der betroffenen Ge­gend an, unter anderem an den Häusern von Christen und mehreren Kirchen. Ei­nem Sprecher der örtlichen Sicherheitskräfte zufolge wurde bei den Ausschreitungen aber niemand verletzt. Die pakistanischen Behörden stationierten nach dem Gewaltausbruch in der be­troffenen Stadt paramilitärische Einheiten und verhängten eine Ausgangssperre.” FAZ

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