Wie wird nun ein Kommunist Christ? Ich wollte nie ein Christ werden.

 

Karin Bulland

“Der Gott unserer Väter hat dich erwählt, dass du seinen Wille erkennen sollst und den Gerechten sehen und die Stimme aus seinem Munde hören; denn du wirst für ihn vor allen Menschen Zeuge sein von dem was du gesehen und gehört hast.” (Apostelgeschichte 22, 14-15)

Ich bin schon öfter gefragt worden, wie ich zu Christus gefunden habe. Vor allem dann, wenn meine Vergangenheit bekannt wird. Ich habe aus meinem alten Leben nichts zu verschweigen. Warum auch? Ich war Marxist, Kommunist, habe Abgötter angebetet, die Christusfeinde waren. Was ich war und getan habe, habe ich genauso aufrichtig getan, wie ich heute meinen Heiland und Retter, Jesus Christus liebe, ehre und anbete. Warum brauche ich aus meinem alten Leben nichts zu verschweigen? Weil Jesus Christus für meine Sünden gestorben ist, weil ich IHN um Vergebung gebeten habe. Meine Sünden waren blutrot und mein Kleid der Gerechtigkeit ist schneeweiß.

Wie wird nun ein Kommunist Christ? Ich wollte nie ein Christ werden. Ich konnte es gar nicht werden wollen. Ich wusste nicht was das ist. Ich wusste das so wenig, wie ein Kind in Afrika sich wünschen kann, einen Schneemann zu bauen. Weil das Kind dort nicht weiß, was Schnee ist. Und ich wusste nicht, dass Gott einen Sohn hat. Ich wusste nicht einmal, dass ich ein Diener der Finsternis war …

Ich bete darum, damit das, was Sie hier lesen, viel Frucht bringt. Vor allem, dass Sie erkennen können, wie groß Gottes Liebe zu uns Menschen ist, wie groß seine Sehnsucht ist, mit uns schon jetzt zusammenzuleben, nicht erst in der Ewigkeit. Sein Reich ist doch mitten unter uns. Siehst du es? Spürst du es? Erlebe es! Ich wünsche Ihnen offene Augen, Ohren und ein weites großes Herz, damit Sie IHN erkennen können.

Gewollt ? Geliebt ? Gebraucht ?

Die Bibel, das Wort Gottes, es ist der schönste Liebesbrief, den wir Menschen bekommen haben. Es werden so viele Briefe in dieser Welt geschrieben, wo steht: Ich liebe dich; ich brauche dich; du bist mir wertvoll. Wie viele dieser Briefe haben wohl ihre Gültigkeit bis ans Lebensende behalten? Wie viele wurden und werden zerrissen und aus ist es mit der “Liebe”?

Gottes Liebe zu uns Menschen ist ewig. Sie ist in unsere Herzen geschrieben. Man kann Bibeln vernichten, Christen töten, aber nicht die Liebe Gottes. Himmel und Erde werden vergehen. Aber die Liebe hört niemals auf.

So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. (Joh.3, 16)

Gott hat sein Wort an jeden Menschen gerichtet und es ist für jeden gültig. Schade, dass es so viele Menschen noch nicht gelesen haben. Dann wüssten sie, wie geliebt und wie wertvoll sie sind. Viele Menschen leiden heute unter Liebesmangel und Depressionen. Sie fühlen sich einsam, verlassen und überflüssig. Doch der schönste, der wertvollste Liebesbrief bleibt so oft unbeachtet. Leider.

Gottes Wort ist für jeden gültig. Seine Verheißungen gelten allen Menschen. Am Ende des Matthäusevangeliums gibt Jesus den Auftrag, Seine frohe Botschaft zu allen Völkern zu bringen. Und er schließt mit den Worten: Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.

Ich habe gelegentlich in Predigten schon gehört, dass diese Worte nur seinen Jüngern gelten würden. Das glaube ich nicht. Ich glaube, auch diese Worte sind für jeden gültig.

Liebe Pastoren, liebe Prediger, bitte verzeihen Sie mir, wenn Sie sich hier kritisiert sehen. Ich möchte Sie nicht kritisieren.

Ich habe nie eine Stunde die Christenlehre besucht, war nie in einer Sonntagsschule, habe nie Religions- oder Konfirmandenunterricht gehabt, war nie an einer Bibelschule und ich habe schon gar nicht auch nur eine Vorlesung Theologie gehört. Ich möchte Sie in keiner Weise kritisieren.

Ich glaube, dass Gott seine Botschaft an jeden Menschen in vollem Umfang gerichtet hat. Niemand darf davon etwas wegnehmen oder hinzutun.

Wenn dieses Wort – Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende – nur seinen Jüngern gelten würde, oder, wie ich auch schon gehört habe, nur denen, die an Jesus glauben, dann würde die Bibel nicht für jeden Menschen gleichermaßen gelten. Wer wäre dann berechtigt, festzulegen, welche Worte für welche Menschen gültig wären und welche nicht? Vor Gott sind alle Menschen gleich. Er hat Seinen Liebesbrief allen Menschen geschenkt.

Zum anderen: Jesus ist durch den Heiligen Geist, durch den, der in alle Wahrheit leitet, bei uns. Und wenn er kommt, wird er der Welt die Augen auftun über die Sünde und über die Gerechtigkeit und über das Gericht. (Johannes 16, 8).

Gott hat zu Kain gesprochen als er seinen Bruder erschlug. Kain war bestimmt kein Jünger Jesu, aber der Heilige Geist war bei ihm.

Paulus war ein Christenjäger, bevor der Herr zu ihm sagte: Saul, Saul, was verfolgst du mich? (Apg.9, 4b). Paulus war als Saulus noch kein Jünger Jesu, aber der Herr war bei ihm, jeden Tag und hat gesehen, was er tat. Und so gibt es viele, viele Beispiele in der Bibel, wo Gott durch den Heiligen Geist zu Sündern gesprochen hat.

So hat auch mir der Herr die Augen aufgetan über meine Sünden, über Seine Gerechtigkeit und über Seine Heimsuchung in meinem Leben, als ich nichts von Gott, von Jesus und dem Heiligen Geist wusste, auch nicht wissen wollte.

Es gab Jahre in meinem Leben, in denen ich körperlich und seelisch sehr krank geworden bin. Und ich habe den Herrn oft unter Tränen gefragt: Jesus, wo warst Du, als mir Menschen das antaten, was sie taten. Wenn Du alle Tage bei jedem Menschen bist, wo warst Du und warum musste das alles geschehen, was geschehen ist. Herr, Du hast mich vor Grundlegung dieser Welt bereits erwählt, wie jeden anderen auch. Hättest Du mich nicht eher bei meinem Namen rufen können, damit mir viele schlimme Dinge erspart geblieben wären? So habe ich schon oft weinend Jesus gefragt.

Wenn Sie jetzt sagen, ich habe mit Gott nicht zu rechten und wenn ich es doch wollte, dann sollte ich meine Lenden gürten und stehen wie ein Mann, dann haben Sie Recht. Gott ist souverän und allmächtig. Er kann machen, was Er will. Aber Gott sind Kraftspielereien und Willkür fremd. Alles, was Gott tut, hat einen Sinn. Er hat uns lieb und Er will für uns nur Gutes.

Aber gerade deshalb war es für meinen Verstand umso schwieriger zu erfassen, weshalb ich das alles erleben musste, wozu das gut sein sollte. Der natürliche Mensch vernimmt nichts vom Geist Gottes. Für unseren Verstand ist es tatsächlich eine Torheit, dass Leid, Kummer und Schmerzen Gutes hervorbringen sollen. Wir können Dinge, die Gott tut, nur geistlich beurteilen. Nur durch den Heiligen Geist können wir in die Wahrheit Gottes geleitet werden. Geistliche Dinge müssen geistlich beurteilt werden.

Wir können den Herrn bitten, was wir wollen. Wenn wir nicht in übler Absicht bitten, dann wird der Herr uns unsere Wünsche erfüllen. So sagt es Sein Wort. Ich habe es bisher auch so erfahren.

Deshalb habe ich den Herrn gebeten, mir zu zeigen, wo Er war in den finstersten Stunden meines Lebens. Gott lenkt doch die Herzen der Menschen wie Wasserbäche. So auch mich. Ich bin kein ganzer Wasserbach, eher ein kleines Rinnsal. Dennoch hat Er auch mein Herz gelenkt und geleitet als ich Ihn nicht kannte.

Diesen so brennenden Wunsch, zu sehen, wo Gott in meinem so gottlosen Leben war, hat Er mir auf wunderbare Weise erfüllt.

Stück für Stück nimmt mich der Herr Jesus an die Hand und geht mit mir noch einmal durch all die Jahre. Wieder und immer wieder sagt der Herr: “Siehst du Karin, ich war immer bei dir. Aber wo warst du?”

Auf diese Weise tut der Heilige Geist mir die Augen auf über meine Sünden und über Seine Gerechtigkeit. Deshalb kann ich mit Sicherheit sagen, dass der Herr alle Tage bei uns ist, bis ans Ende der Welt. Gott ist immer da, überall und bei jedem.

Frieden und Gerechtigkeit

Warum lebe ich eigentlich? Ich habe mir diese Frage schon oft gestellt. Weil Gott, unser Schöpfer es so will. Ich weiß keine andere Antwort. Keiner von uns hat es sich aussuchen können. Es hat Gott wohlgefallen. Wir gehören zu Seinem Schöpfungsplan. So, wie Er jeden Stern am Himmel geplant hat, so hat Er auch jeden Menschen geplant. Ist das nicht wunderbar?

Und welchen Sinn hat dieses Leben? Bin ich geboren worden, um zu lernen, zu arbeiten, Geld zu verdienen und dann zu sterben? Und wenn die Sparguthaben groß genug sind, habe ich dann den Wunsch noch lange zu leben, damit ich als Rentner noch was von meinem Geld habe? Ist das der Sinn des Lebens?

Geld, Wohlstand – das war für mich nie das allein Erstrebenswerte. Ich habe den Sinn in meinem Leben schon in sehr jungen Jahren eher in ideellen Werten gesucht. Meine Eltern waren nie wohlhabend und ich habe schon als Kind erfahren, dass Liebe und Geborgenheit mehr wert waren als Geld. Ich hatte als Kind beides nicht reichlich.

Ich möchte Sie in ein persönliches Erlebnis mit hineinnehmen.

Versuchen Sie sich einmal vorzustellen, wie es im Jahr 1968 zur Zeit des “Prager Frühlings” war. Ich war 14 Jahre alt. Damals gab es in den Firmen unserer Eltern noch Kinderferienlager. Ich war eine der wenigen Kinder und Jugendlichen der DDR, die ins Ausland fahren durften. Ich war in der damaligen CSSR.

Wir hatten noch einen ganz alten Omnibus und einen LKW, auf dem waren die Zelte, Taschen und Koffer. Der Fahrer des LKW war ein Vater von vier Kindern. Unsere Ferienzeit verlief nicht so lustig und interessant, wie wir uns das gewünscht hätten, denn in der CSSR war damals eine Reformbewegung der Intelligenz. Sie wollten den „Sozialismus mit menschlichem Antlitz“. Und sie forderten mehr Demokratie und Pressefreiheit. Der Warschauer Pakt war einmarschiert und erklärte diese Reformbemühungen als konterrevolutionär. Als Kinder hat man uns gelehrt, es sei eine Konterrevolution, die den Frieden gefährdet. Wir kannten in dieser Sache die Wahrheit ebenso wenig, wie in vielen anderen Dingen auch. Viele der tschechischen Menschen dort haben uns gehasst, noch wegen des Faschismus.

Wir wurden nach Lidize gebracht. Die deutschen Faschisten hatten dort das ganze Dorf dem Erdboden gleich gemacht, die Männer erschossen, die Frauen und Kinder in die KZ verschleppt.

Nun hat man uns in dieses Dorf gebracht. Überall, wo einmal ein Haus gestanden hat, lagen noch die Trümmer und daneben hatte man ein Kreuz aufgestellt. Auf einer Holztafel waren die Fotos von den Einwohnern angebracht, die einst in dem Dorf gelebt hatten. Da war ein kleiner Tisch, mit einer Kerze und einem Blumenstrauß. Wir Kinder standen alle um dieses Mahnmal drum herum. Ein Tscheche, ein alter Bauer in Gummistiefel und Arbeitskleidung trat auf mich zu, zeigte mit dem Finger auf mich und sagte: “Du Deutsche, du Faschist!”

Ich brach in Tränen aus, denn ich verstand die Welt nicht mehr. Ich war eine der besten Schüler, war Vorsitzende der Jugendorganisation FDJ in unserer Schule. Ich habe ständig vom Frieden geredet und den Faschismus gehasst. Und nun das?

Ich war erschüttert. Mir ging das durch Mark und Bein, wie man uns deutsche Kinder angeschaut hat, für das, was unsere Eltern getan hatten. Ich habe im Krieg noch nicht einmal gelebt und wurde nun Faschist genannt !? Daran kann man aber sehen wie wahr jedes Wort aus der Bibel ist. Mein Großvater war Faschist. Er war Aufseher in einem Außenlager des KZ Buchenwald.

Gott wird die Missetat der Väter heimsuchen, an Kind und Kindeskind bis ins dritte und vierte Glied. (2.Mose 34,7)

Wir mussten unser Ferienlager eher beenden und mussten alle, samt LKW, nach Prag auf den Wenzelsplatz. Dort standen Panzer, Soldaten. Es wurde geschossen. Tote lagen da.

Wir mussten alle aus dem Omnibus aussteigen. Dann machten die Russen die Tür zum LKW auf, zerrten unseren Fahrer raus und haben ihn vor unseren Augen erschossen. Die Russen setzten sich in den LKW und fuhren davon. Der Vater von vier Kindern lag tot vor uns auf der Straße. Wir mussten alle wieder in den Bus einsteigen. Dann kamen andere Soldaten mit Maschinenpistole in den Bus. Sie kontrollierten unsere Papiere. Dann gingen sie wieder raus.

Erwachsene von unserer Gruppe gingen noch einmal auf die Straße raus und holten den toten Fahrer in den Omnibus. Dann fuhren wir ab – zurück nach Hause.

Ich weiß von der Fahrt nichts mehr. Wir standen alle unter Schock. Keiner hat etwas gesagt, keiner hat etwas gegessen oder getrunken. Außer gebrochen hat niemand etwas gemacht. Wir haben bis nach Hause nicht wieder angehalten. Als wir in der Firma ankamen, waren unsere Eltern schon da. Ich hielt mich zitternd an meinem Vater fest, wissend, dass es nicht selbstverständlich war, das ich noch lebte. Das erste, was ich sagte war: “Vati, ich weiß jetzt, was Krieg ist. Ab heute kämpfe ich für Frieden und Gerechtigkeit.”

Es war ein schreckliches Erlebnis. Wenn ich davon schreibe, dann ist es wieder so wach in mir, als wäre es erst gestern geschehen.

Für Frieden und Gerechtigkeit zu kämpfen, damit so was nie wieder geschehen sollte, wurde mein Lebensziel. Ich habe dem alles, aber auch alles in meinem Leben untergeordnet. In der DDR habe ich als Kind gesehen, dass die Kommunisten, die SED, für Frieden und Gerechtigkeit verantwortlich waren. Ich hatte als Kind kein Elternhaus, wo ich Geborgenheit und Vertrauen gefunden hätte. Wenn jemand zu mir gut war, dann waren das Leute aus der SED. Mit manchen von ihnen konnte ich über meine Probleme reden. Sie waren es, die mich auf Karl Marx und Lenin hinwiesen. Sie sagten mir, das diese Lehre die einzig wahre sei. Sie wurden meine Vorbilder; Marx, Engels und Lenin meine Götter. Das Kommunismus und die Erfinder dieser Philosophie etwas mit Hass auf Gott zu tun hatten, habe ich nicht gewusst.

Ich habe auch als junger Erwachsener nicht nach Gott gefragt, ich habe mich nicht gekümmert, ob jemand in die Kirche ging. Als ich schon verheiratet war und Familie hatte, hatte ich einen Nachbarn, der Pfarrer war, aber der hat mich nicht gestört. Er ging Sonntags in seine Versammlung und ich Montags in meine. Ich wollte Frieden und Gerechtigkeit.

Ich hatte einen Mann geheiratet, der wollte dasselbe. Unsere Tochter haben wir genauso erzogen. Ich sprach mit vielen Menschen über mein Lebensziel. Was ich sagte, hat den Leuten unten an der Basis gefallen, denn die merkten, dass es meine ehrliche Überzeugung war. Und den “Oberen” gefiel es auch, denn ich sagte nichts anderes, als in der Zeitung stand und im Fernsehen kam. Ich wurde bekannt und beliebt. Ich erhielt Orden und Auszeichnungen, ich wurde eine geehrte und geachtete Persönlichkeit.

Das die Zeitung und das Fernsehen was anderes brachten, als diese “Oberen” lebten, das habe ich erst gemerkt, als ich selber gewählt und Funktionär wurde. Da lernte ich diese Leute wirklich kennen. Sie predigten Wasser und tranken heimlich Wein. Nach der Wende in der DDR habe ich sie Weinfunktionäre genannt. Sie wurden Wendehälse und sind heute Kapitalisten. Sie haben nie wirklich Frieden und Gerechtigkeit gewollt.

Deshalb war ich letztlich für sie zum Feind geworden. Denn ich habe gesagt, was ich von Frieden und Gerechtigkeit halte, und das manches in der DDR anders war, als friedlich und gerecht. Da war es aus mit dem Frieden. Ich habe alles eingesetzt in meinem Leben.

Meine Familie. Wir waren eine typische Funktionärsfamilie. Jeder ging zu seinen Funktionen und am Ende gingen wir nur noch gemeinsam zum Gericht, um uns scheiden zu lassen.

Wir wurden alle sehr krank und waren monatelang in Kliniken. Ich habe die Familie verloren, weil ich für Gerechtigkeit kämpfte. Das fand ich überhaupt nicht gerecht.

Ich habe meine Gesundheit verloren. Beide Beine waren gebrochen und ich saß für einige Zeit im Rollstuhl, bis ich dann wenigstens wieder mit Krücken gehen konnte. Ich hatte einen gelähmten Arm durch eine falsche medizinische Behandlung. In einer psychiatrischen Klinik der DDR wurde ich monatelang gegen meinen Willen festgehalten. Mit Medikamenten, Elektroschocks, Fixierungen und Psychoterror wurde ich physisch und psychisch misshandelt. Es war geplant mein Leben auszulöschen. Ich sollte diese Klinik niemals mehr lebend verlassen.

Frieden und Gerechtigkeit in der Welt wollte ich. Doch weiter nichts. Ich hatte dafür alles eingesetzt und habe alles verloren.

Es gab Tage, da konnte ich nur noch liegen, nicht gehen, keine Arme bewegen, nicht lesen und schreiben, ich wusste nicht mal, wo ich bin. Ich wusste nicht, ob Tag oder Nacht ist. Ich konnte nicht mal nach Gott rufen, schon gar nicht beten. Ich hatte mich nie darum gekümmert, wer und wo Gott war. Erst habe ich es nicht wissen wollen und nun war niemand da, der mir etwas von IHM gesagt hätte.

Das waren die schlimmsten Tage meines Lebens. Ich war todkrank. Mediziner gaben mir keine Chance, je wieder gesund zu werden. Selbst mit einer Million Euro hätte ich mir meine Gesundheit nicht zurückholen können. Was hat mir denn mein Ruhm und meine Ehre genützt, die ich einst hatte? Hat nicht der Teufel zu Jesus auch gesagt: Das alles will ich dir geben, wenn du mich anbetest. (Matth. 4,9)? Ich hatte diese Abgötter angebetet. Ich war ihre Marionette geworden. Weil ich die Bibel nicht kannte und Gott nicht kannte. Sonst hätte ich gewusst:

Du sollst den Herrn, deinen Gott anbeten und ihm allein dienen. (Matth. 4,10)

Als Jugendliche fand ich das mit der Bibel und Gott alles albern. Ich hätte auch konfirmiert werden können. Aber ich wollte nicht. Mich hat der Sport und mein Leben mehr interessiert als Gott. So hatte ich zwar im Leben gute Absichten, denn sich für Frieden und Gerechtigkeit zu engagieren ist ja zweifellos eine gute Sache. Aber ich bin auf dem falschen Weg gegangen.

Wer nicht Jesus zu seinem Herrn hat und ihm dient, ist ein Kind des Teufels und ein Diener der Finsternis. Dazu braucht man kein Satanist sein, zu keiner Sekte zu gehören oder sonst was. Wenn jemand denkt, er gehört zu gar nichts, dann irrt er gewaltig.  Der Teufel ist gekommen, um zu zerstören, um zu rauben. Er ist der Vater der Lüge von Anfang an. Ich hatte alles geopfert und alles verloren. Als alles kaputt war in meinem Leben, als feststand, dass ich nicht wieder gesund werden würde, da war mein Lebenswille auch am Ende. Die einzige Hilfe, die man mir zynischerweise angeboten hatte, war als Dauerpatient in der Psychiatrie zu bleiben.

Ich wollte nur noch sterben, und das so schnell wie möglich. Aber ich wusste, wenn ich das tun würde, dann würde meine Tochter ein Waisenkind werden. Sie hatte es so schon schwer im Leben. Nein, das wollte ich auf keinen Fall. Und doch wusste ich keinen Weg mehr. Gerade meine geliebte, damals neunjährige Tochter war es, die mich in der hoffnungslosen Situation auf der Psychiatrie fand. Sie war der Anlass, dass meine Mutter Strafanzeige gestellt hat und ich die Klinik lebend verlassen konnte.

Ich fing an zu flehen: ”Wenn es noch jemand gibt auf der Welt, der mir helfen kann, dann lass mich doch leben. Ich kann nicht mehr!” In derselben Nacht hatte ich eine Begegnung mit Jesus Christus.

Wie ein Augenblick mein Leben verändert hat

Es können nur Sekunden gewesen sein, in denen das alles geschah. Ich wurde plötzlich wach und mein Schlafzimmer war so hell, als würde die Mittagssonne ins Zimmer scheinen. Ich stand vor Schreck auf. Da stand Er vor mir, schaute mich an. Ich konnte sein Gesicht nicht genau erkennen, denn es war so hell, dass ich nur erkennen konnte, es ist ein Mann. Seine Augen konnte ich sehen. Ich war so erschrocken dass ich rückwärts wieder aufs Bett fiel. Ich stand wieder auf, Er sah mich immer noch an. Dann bin ich aus dem Zimmer gerannt. Im Wohnzimmer war es dunkel. Ich lief zurück ins Schlafzimmer, da war es nun auch dunkel. Dann machte ich das Licht an. Es war früh um vier, am 25. März 1991.

Ich saß in meinem Wohnzimmer und zitterte von Kopf bis Fuß. Dann ging ich nochmal in jedes Zimmer, schaute die Fenster an. Sie waren zu und auch nicht kaputt. Die Wohnungstür, sie war verschlossen. Neubaublock, sozialistischer Plattenbau, 5.Etage, 81 Treppenstufen in einem Wohngebiet mit fünfzehntausend Einwohnern. Für einen Moment fing ich an, an mir selber zu zweifeln. Hatte ich doch einen Verfolgungswahn? War ich doch schon durchgedreht? Nein, das war ich nicht. Ich wusste – ich wusste – ich wusste, dass das alles wahr ist. Aber ich wusste auch, dass ich das noch lange keinem Menschen erzählen durfte. Denn meine Angst, dass man mich wieder in eine psychiatrische Einrichtung einweisen könnte, war zu groß.

Ich wusste nichts von Gott und seinem Sohn. Ich hatte bis dahin noch nie in einer Bibel gelesen. Aber ich wusste, dass dieser Mann mein Retter ist. Er hat mich mit seinen liebenden Augen angesehen. Ich werde diesen Blick nie vergessen, wie leidenschaftlich und aufrichtig, seiner Sache gewachsen, vollständig und ganz, vertrauensvoll, unwiderstehlich, ein Blick, der jede Angst nimmt und so viel Vertrauen rausfordert und rechtfertigt. Dieser eine Augenblick hat mein ganzes Leben verändert, mein Denken, mein Tun, meine Gefühle, einfach alles. Welche Liebe, welche Güte, welches Erbarmen über einen gefallenen Menschen! Ohne Fragen, ohne Vorwürfe, einfach reine Liebe. Was in diesem Augenblick wirklich geschehen ist, werde ich wohl mit Worten niemals ausdrücken können.

Wer Jesus persönlich begegnet ist, kann nicht mehr leben wie bisher. Wer IHM begegnet ist, will auch nicht mehr leben wie bisher. Es war der wichtigste Augenblick meines Lebens. Es wird auch in dieser Welt keinen wichtigeren mehr geben, denn alles, was ich tue, was ich fühle und denke, ist auf diese Begegnung aufgebaut. Selbst wenn ich einmal von Gott heim in die Ewigkeit gerufen werde, wird das nur möglich sein, weil es diesen einen Augenblick gegeben hat.

Von dem Moment an, wo Jesus Christus mir begegnet war, war alles ganz anders. Ich wollte nicht mehr sterben. Ich wollte wissen, wer dieser Mann war. Ich wusste, dass Er da war, auch wenn ich ihn nicht sehen konnte. Von der Stunde seines Erscheinens an, war Er mir immer gegenwärtig. Ich habe täglich mit ihm geredet, viele Stunden lang. Ich wusste, dass Er mich besser kennt, als ich mich selber. Und doch wusste ich nicht, wer Er ist. Ich habe nicht gewusst, dass ich es mit Gott und dem Himmel zu tun hatte, und ich habe schon gar nicht gewusst, dass Gott einen Sohn hat. Den Namen Jesus habe ich bis dahin nie bewusst gehört. Er hat mir vieles aus meinem Leben gezeigt. Er hat zu mir gesagt: „Wenn du zu anderen Menschen ehrlich sein willst, dann musst du in erster Linie zu dir selber ehrlich sein. Anders geht das nicht.” Ich habe die ersten zehn Tage nur gesessen und alles aufgeschrieben, was Er mir gesagt hat. Ich habe von dem Brunnen der Kraft geschrieben, der Hunger und Durst stillt, ohne Brot und Wasser. Ich wusste, dass der Freund aus meinem Schlafzimmer die Quelle des Lebens ist. Ich wollte unbedingt wissen, wer Er ist. Er hat es mir von selber nicht gesagt, und ich habe nicht gewagt, ihn das zu fragen. Ich hatte ihn einerseits grenzenlos lieb, habe mich aber andererseits vor ihm gefürchtet. Ich wusste, wenn ich ihn gefunden habe, dann weiß ich was Leben ist. Ich hatte von da an mehr das Gefühl, dass ich vegetiere, als das ich lebte. Die Suche dauerte mehr als zwei Jahre. In dieser Zeit bin ich nirgends mehr hingegangen, wenn ich nicht wusste, Er geht mit. Denn ich hatte zur Genüge erfahren, dass ich allein nicht durch diese Welt konnte.

Im August 1993 wollte ich wissen, was die Leute glauben, die Sonntags zur Kirche gehen. Ich kaufte mir deshalb eine Bibel. Nicht, um das zu glauben, was da drin steht. Ich wusste um meinen Freund aus dem Schlafzimmer. Nach mehr hatte ich mich nicht gesehnt. Aber ich kannte eine Frau, die an Gott glaubte, mit der ich mich ab und zu ganz gern unterhielt. Ich wollte wissen, was die Grundlage ihrer Lebensweisheit ist. Ich hatte in meinem Leben viele Menschen kennen gelernt. Aber nach all dem, was ich erlebt hatte, habe ich nicht einem Menschen mehr vertraut. Deshalb wollte ich einfach wissen, was und wie diese Frau denkt.

Als ich damals anfing in der Bibel zu lesen, habe ich schnell erfahren, dass Gott will, dass jedem geholfen wird, der um Hilfe bittet. Wer bittet, dem wird gegeben, wer anklopft, dem wird aufgetan.

Ich fing im Matthäusevangelium an zu lesen. Ich wunderte mich bald, dass manches, was ich da las, mir gar nicht so fremd war. Mein Freund aus dem Schlafzimmer hatte in allem genau die gleiche Meinung wie der Jesus in der Bibel.

Als ich las, wie die blutflüssige Frau Jesus sein Gewand berührte und gesund wurde, fing ich an zu weinen. Von da an liebte ich die Bibel. Es war das schönste Buch, was ich je in der Hand hatte. Ich hatte alles um mich herum vergessen. Ich wollte in dieser einen Nacht die Bibel durchlesen. Ich blätterte deshalb einige Seiten nach hinten. Das Johannesevangelium. Da stand: Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, dann könnt ihr mich bitten, was ihr wollt und es wird geschehen. (Johannes 15,7) Mir liefen die Tränen grenzenlos. Ich war gerührt über diesen Jesus. Jedem, der zu ihm kam, wurde geholfen. Nicht einen hat Jesus weggeschickt.

Ich blätterte zurück zur blutflüssigen Frau und las weiter. Aber weiter als bis zur nächsten Überschrift kam ich nicht mehr: “Jesus heilt ein epileptisches Kind.” Das war ich ! Da bin ich auf meine Knie gegangen, und habe gesagt: „Mein Herr und mein Gott, Dein Kind will ich sein. Mach mich gesund, egal was ich machen muss!” In dieser Nacht, weinend auf den Knien, hatte ich meinen Freund, meinen Retter und Heiland gefunden. In dieser Nacht wusste ich, dass ich einmal gesund werden würde.

Ich war so sehr krank. Kein Arzt konnte mir mehr helfen. Aber ER, mein Freund Jesus würde mir helfen. Das wusste ich genau.

Ich wechselte den Neurologen, weil ich eine Ärztin wollte, die mich auf dem Weg der Heilung begleitet. Das sagte ich ihr auch. Daraufhin sagte sie zu mir: „Wissen sie, manche Leute haben ein Haus, manche einen Hund, sie haben eben die Bibel und ihren Glauben. Jeder Mensch braucht etwas, an dem er sich festhält. Machen sie das ruhig.”

Ich antwortete ihr: „Ein Haus würde mir Schulden machen, ein Hund bellt, aber mein Gott wird mich gesund machen.”

Am 26. September 1996 in einem Lobpreisgottesdienst sagte der Herr zu mir: „Genug, ich bin dein Arzt!” Und er hat mich geheilt. An diesem Tag habe ich alle Medikamente abgesetzt, augenblicklich – sofort – alle! Danach war ich einige Jahre bei keinem Arzt mehr in Behandlung gewesen. Ich war einfach nicht mehr krank. Jesus ist mein Erretter, mein Erlöser, mein Heiland.

Im Frühjahr 1997 stellte die Ärztin nach einem EEG fest, dass es keinen Grund mehr gibt, mich zu behandeln. Ich stellte ihr die Medikamente des letzten halben Jahres auf den Schreibtisch und erinnerte sie an unser erstes Gespräch. Sie wollte von mir wissen: „Woher haben Sie diese Sicherheit genommen, dass sie einmal gesund sein werden?” „Das steht in der Bibel.”, war meine Antwort. „Wo?”, fragte sie mit großen Augen. Dann las ich ihr Markus 9 aus der Bibel vor. Bewegt lehnte sie sich zurück. Mit einem Blumenstrauß habe ich mich bei ihr bedankt, dass sie mich auf dem Weg der Heilung begleitet hatte.

Im Jahr 2007 bekam ich einen Auszug aus dem Krankenblatt der psychiatrischen Klinik, wo man mich physisch und psychisch misshandelt hatte. Daraus geht hervor, dass ich niemals an einer Epilepsie erkrankt war. Dennoch hat man mich bis 1996, also Jahre nach der Wiedervereinigung mit Psychopharmaka behandelt. Keiner der Ärzte hat nach der Wende den Mut gehabt, mir die Wahrheit zu sagen. Auf diese Weise wurde ich zwölf Jahre lang mit Psychopharmaka wider besseres Wissens „behandelt“. Aber nur bis zu dem Tag, als Gott sagte: „Genug, ich bin dein Arzt“. Alles hat Gott unter seiner Kontrolle. Denen, die Gott lieben, werden alle Dinge zum Besten dienen. (Römer 8, 28)

Heute fahre ich Auto, sitze am Computer und meine Füße tragen mich überall hin, wo mein Gott mich haben will.

1987 wollte man mir meinen linken Arm amputieren, weil er für immer gelähmt bleiben würde. Ich habe dieser Amputation nicht zugestimmt, denn ich wollte lieber einen gelähmten Arm haben, als eine Prothese. Ein medizinisches Gutachten von 1998 belegt, dass die Nerventätigkeit 100% wieder hergestellt ist, ohne jede medizinische Behandlung.

Er hat unsere Sünde selbst hinaufgetragen an seinem Leibe auf das Holz, damit wir, der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben. Durch seine Wunden bin ich geheilt. (1.Petr. 2,24)

Alles was ich früher hatte, Ruhm und Ehre, rote Teppiche, Orden und Geld, alles, was mir früher wertvoll war, das ist ‘nen Dreck wert, gegenüber der überschwänglichen Erkenntnis Jesu Christi, meines Herrn. (Phil. 3,8)

Ich wollte Gutes für die Menschen und habe doch so viele auf den Weg in den Abgrund geschickt, von so manchem Rednerpult aus. Ich wollte deshalb nie wieder hinter ein Pult.

Als mich der Herr Jesus das erste Mal nach vorn schickte, um Zeugnis zu geben, da habe ich mich weigern wollen. Da fragte mich Jesus: „Wie oft hat der Vater mich gebeten für deine Sünden ans Kreuz zu gehen?“ Da bin ich für meinen Herrn aufgestanden und habe begonnen von Seinen Wundern zu erzählen, die Er an mir getan hat.

Ich habe schon manchmal darüber nachgedacht, wie es wohl dem Paulus ergangen sein mag, als er wusste wer Stephanus war; als er erkannt hat, dass er Gutes wollte und doch das Schlimme getan hat. Hat er deshalb gesagt: Ich vergesse, was dahinten ist, und strecke mich aus nach dem, was da vorne ist, und jage nach dem vorgesteckten Ziel, dem Siegpreis der himmlischen Berufung Gottes in Christus Jesus. (Phill. 3,13.14) ?

In den ganzen Jahren, als ich meinte einen guten Kampf für Frieden und Gerechtigkeit zu kämpfen, als ich dachte, ich bin wer und ich kann was, in den Zeiten, als die Welt mir auf die Schulter klopfte, habe ich nichts weiter getan, als mein Schuldkonto bei Gott zu füllen. Wie oft war wohl unser Vater im Himmel traurig über mein Handeln und darüber, dass ich die ganzen Jahre nie nach ihm fragte?

* * *

Mir tut es so sehr leid, was Menschen unter dem Kommunismus gelitten haben. Ich kenne einige von ihnen. Sie brauchen Heilung ihrer verwundeten Seelen. Ich kann ihnen ihren Kummer, ihr Leid, ihre schmerzlichen Erfahrungen nicht abnehmen. Sie sehnen sich so sehr danach, dass wenigsten einer von diesen Leuten, die ihnen das angetan haben, kommt und sich entschuldigt. Aber es geschieht nicht. Nie kam bisher jemand von den Kommunisten zu ihnen und hätte sich entschuldigt. Sie leben in unserer unmittelbaren Nachbarschaft. Sie gehen oft an uns vorbei, als wäre nichts gewesen. Sie haben bis heute nicht wirklich begriffen, was sie getan haben. Sie sind gebunden in Ketten der Finsternis. Sie sind blind und taub. Das sind arme, im Geist und in der Seele kranke, ja tote Menschen. Die können sich nicht entschuldigen.

Aber mich hat Gott zu einer wunderbaren Freiheit befreit.

Liebe Brüder und Schwestern. Lasst mich vor euch knien.

Ich bin es nicht wert, dass ihr mich eure Schwester nennt. Ich bestaune euren Mut, die vielen Jahre nicht aufzugeben, geduldig auszuharren, zu leiden, ja sogar für uns zu beten. Und das bei all dem, was wir als Kommunisten euch und euren Kindern angetan haben. Wir haben euch verleumdet, verspottet, viele eingesperrt, ja sogar gefoltert. Eure Kinder wurden in der Schule ausgelacht, verprügelt und gedemütigt, nur weil sie die Liebe des Herrn Jesus in ihren Herzen hatten. Ihnen wurde so mancher Bildungsweg versagt.

Wir haben eure ganze Verachtung verdient.

Dennoch bitte ich an Christi statt, euch, meine lieben Geschwister um Vergebung für all das, was euch widerfahren ist.

Ihr habt für uns gebetet, als wir euch verfolgten. Als wir euch einsperrten, habt ihr für unsere Befreiung gebetet. Dafür sage ich euch von ganzen Herzen Dank.

Möge Gott euch heilen in eurer Seele. Möge Gott euch schenken, dass ihr euren Peinigern vergeben könnt. Möge Gott uns alle mit einer großen Retterliebe erfüllen für diese armen gebundenen Seelen. Ich bitte euch von ganzem Herzen, vergebt mir persönlich. Und ich bitte euch, vergebt denen, die euch noch nicht selber darum gebeten haben.

Was da in 40 Jahren DDR geschehen ist, da sind das nur klägliche Worte. Aber ich weiß, dass Gott die Kommunisten liebt. Nicht was sie getan haben. Aber er liebt die Menschen. Jesus ist auch für sie gestorben und auferstanden. Menschen wie Richard Wurmbrand und die vielen anderen, die wir nicht bei Namen kennen, haben nicht umsonst gelitten.

Geschwister wie ihr haben nicht umsonst so tapfer durchgehalten. Gott hat geantwortet. Die Mauer in Berlin ist gefallen. Aber Freiheit ist nicht nur der Fall der Mauer, sondern geistige Freiheit. Die hat Deutschland leider noch nicht. Ich sehne mich nach Erweckung für unser ganzes Land.

Wem viel vergeben ist, der liebt auch viel. Ich möchte alle Menschen lieben können, egal wer sie sind und was sie tun, habe ich doch in meinem Leben selber erfahren, dass gerettet und wiedergeboren zu sein, nur durch die Liebe Gottes möglich ist.

Jene, die im Laufschritt auf den Abgrund zu gehen, sind von unserem Schöpfer genauso in Liebe geschaffen und werden genauso geliebt, wie du und ich. Nur leider wissen sie es meist nicht einmal. Was Gottlose tun, das ist Sünde. Was wir, die Geretteten tun, wenn es keine Sünde ist, dann ist es ein Geschenk von Gott. Denn der Herr sagt: Ohne mich könnt ihr nichts tun.

Seit mich der Herr aus der Finsternis erlöst hat, habe ich einen brennenden Wunsch: Da, wo ich die vielen

Jahre Satan gedient habe, da möchte ich wieder hin. Aber jetzt möchte ich aufrecht stehen und Gott die Ehre geben. Weil ich weiß, dass es viele Menschen gibt, die wollen Gutes tun, und sie wissen nicht, wem sie dienen und wessen Marionette sie sind. Gott hat für uns Menschen den Himmel geschaffen. Das müssen die Menschen erfahren!

Ich möchte nicht nur Zeugnis geben, von dem, was Gott in meinem Leben getan hat. Ich möchte, dass mein ganzes Leben ein Zeugnis für die Herrlichkeit Gottes wird.

Der Herr hat mir geantwortet: “Das Volk, in dessen Mitte ich dich gestellt habe, wird meine Herrlichkeit erkennen, denn wunderbar wird sein, was ich an dir tun werde.” Was Gott verheißt, das wird ER auch tun.

Der größte Schmerz und die traurigste Zeit meines Lebens, wurden zum größten Gewinn für mich. Nie war Gott mir näher, als in meiner tiefsten Verzweiflung.

* * *

Ich habe den Segen in meinem Leben nicht verdient. Ich habe es nicht verdient, dass ich ein Kind Gottes heiße, denn ich habe viele Jahre meines Lebens das Kreuz mit Füßen getreten.

Nein, ich habe das Leben nicht verdient. Gottes Gerechtigkeit in meinem Leben, die könnte ich verstehen. Doch die Liebe Gottes und Seine Vergebung, die Er mir in Seinem Sohn Jesus Christus geschenkt hat, ist größer als alle Sünde, die ich begangen habe. Seine Liebe ist unbegreiflich.

Allein durch Seine Gnade, bin ich, was ich bin.

Ich danke allen Geschwistern, die mir bisher geholfen haben, durch Gottes Liebe, ihre Geduld, ihre wertvolle, oft knappe Zeit und ihre vielen aufrichtigen Gebete. Möge Gott euch dafür reich segnen.

Aber mein Leben, wie es heute ist, das ist allein Sein Werk. Es sind Seine Wunder, die Er in meinem Leben getan hat.

Er, der in die tiefste Finsternis kam und mich erlöst hat. Er, der mich den Klauen des Teufels entrissen hat. Jesus, der da sagt: Du bist mein!

Mein bester, liebster Freund: Jesus.

Herr, ich gebe mich Dir; ich vertraue Dir ganz.

Du bist weiser als ich; Du liebst mich mehr, als ich mich selbst je lieben könnte.

Erfülle Deinen Ratschluss an mir, was immer er sei – wirke in mir und durch mich.

Ich bin geboren, Dir zu dienen, Dir zu gehören, Dein Werkzeug zu sein !

Ich wünsche nichts, als dass Du mich gebrauchst.

Amen

Wenn Sie mit Karin Bulland Kontakt aufnehmen möchten, schreiben Sie bitte an info@gemeindehilfsbund.de.

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