Kurz gesagt: Christentum und Islam glauben beide an einen Gott als Schöpfer, unterscheiden sich aber in allen Kernfragen: im Bild von Gott, in der Person Jesu, in der Heiligen Schrift und im Weg zur Erlösung. Der Islam lehrt eine Erlösung durch Werke, die Bibel eine Errettung aus Gnade durch den Glauben an Jesus Christus. Darum sind beide Lehren nach Überzeugung von soulsaver.de nicht miteinander vereinbar (Quelle).
Wer steht am Anfang der beiden Religionen?
Der Islam wurde um 622 n. Chr. von Mohammed gegründet. Er sagte, er habe durch einen Engel Offenbarungen von Gott empfangen, und sah sich als den letzten und größten Propheten. Das Christentum dagegen gründet sich auf Jesus Christus, der ohne Sünde war (2. Korinther 5,21) und dessen Gebot lautete, einander zu lieben (Johannes 13,34). Am Kreuz betete er für seine Spötter: „Vater, vergib ihnen“ (Lukas 23,34; „Was ist der Unterschied zwischen Christentum und Islam?“).
Wie unterscheidet sich das Gottesbild?
- Islam: Allah ist souveräner Schöpfer und Herrscher. Betont werden seine absolute Einheit und sein Wille. Liebe und Barmherzigkeit sind nach islamischer Lehre Entscheidungen Allahs, nicht sein Wesen. Wichtiger als Gott zu kennen ist die Unterwerfung unter seinen Willen; das Wort „Islam“ bedeutet „Unterwerfung“. Gott wird nicht als Vater gesehen und hat keinen Sohn.
- Christentum: Der eine Gott existiert in drei ewigen Personen – Vater, Sohn und Heiliger Geist. Gott liebt, weil er selbst Liebe ist: „denn Gott ist Liebe“ (1. Johannes 4,8). Er wünscht eine Beziehung zu uns, die auf Liebe beruht (Markus 12,30), und er liebt die Sünder (Römer 5,8).
(Quelle)
Wer ist Jesus?
Nach dem Koran war Jesus nur ein Gesandter Gottes und ein Prophet für Israel, während Mohammed als letzter Prophet für die ganze Welt gilt. Jesus sei wie Adam von Gott geschaffen worden, nicht Gott und nicht Gottes Sohn. Außerdem bestreitet der Koran, dass Jesus gekreuzigt wurde („Ist das Christentum mit dem Islam vereinbar?“; Quelle).
Die Bibel bezeugt dagegen: „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort“ (Johannes 1,1). Petrus bekennt: „Du bist Christus, des lebendigen Gottes Sohn!“ (Matthäus 16,16). Und die Evangelien berichten klar von der Kreuzigung und dem Tod Jesu (Lukas 23,33.46). Der Jesus des Korans ist also nicht derselbe wie der Jesus der Evangelien. Das Neue Testament enthält Zeugnisse von Augenzeugen, der Bericht Mohammeds entstand rund 600 Jahre später (Quelle).
Bibel oder Koran?
Der Islam sieht Thora, Psalmen und Evangelien als von Gott gegeben, meint aber, Juden und Christen hätten sie verfälscht. Als Gottes letztes Wort gilt der Koran mit 114 Suren, ergänzt durch die Hadith, die Überlieferungen über Mohammed. Christen halten Altes und Neues Testament für das inspirierte Wort Gottes und die einzige Richtschnur für Glauben und Leben. Da die Bibel davor warnt, Gottes Wort etwas hinzuzufügen (Offenbarung 22,18), lehnen sie den Koran ab, der der Bibel vielfach widerspricht (Quelle).
Wie wird man gerettet?
Der Islam lehrt eine Erlösung durch Werke. Ein Muslim soll die fünf Säulen einhalten: das Glaubensbekenntnis (Schahada), das fünfmalige tägliche Gebet in Richtung Mekka, das Fasten im Ramadan, Almosen für die Armen und einmal im Leben die Pilgerfahrt nach Mekka. Am Tag des Gerichts werden gute und schlechte Taten auf einer Waage gewogen. Dass ein anderer die Sündenlast trägt, lehnt der Koran ab (Quelle; Quelle).
Die Bibel lehrt Errettung aus Gnade. Niemand erreicht Gottes Maßstab der Vollkommenheit, „sie sind allzumal Sünder“ (Römer 3,23). Doch Gott hat seinen Sohn als Ersatz für unsere Sünde gegeben. Gerettet wird, wer an den Tod und die Auferstehung Jesu glaubt (Römer 10,9–10): „Denn aus Gnade seid ihr selig geworden durch den Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es, nicht aus den Werken, auf daß sich nicht jemand rühme“ (Epheser 2,8–9; Quelle).
Häufige Anschlussfragen
Ist Abraham nicht ein gemeinsamer Stammvater?
Der Islamexperte Pfarrer Eberhard Troeger widerspricht dieser Vorstellung: Abraham spiele in Judentum, Christentum und Islam eine sehr unterschiedliche Rolle und tauge nicht als „gemeinsamer Nenner“. Für Christen gründe die Gemeinschaft der Kinder Gottes allein in der Zugehörigkeit zu Jesus („Abraham ist kein gemeinsamer Nenner von Islam und Christentum“).
Wie sollen Christen Muslimen begegnen?
Friedfertig und mit Respekt. Troeger erinnert an Jesu Wort „Selig sind die Friedfertigen; denn sie werden Gottes Kinder heißen“ (Matthäus 5,9) und an Römer 12,18 (Quelle). Der frühere Imam Mark A. Gabriel ruft Christen auf, Muslimen das Evangelium vorzuleben und zu verkünden und dabei ihre Sitten zu achten (Quelle).
