Kurz gesagt: An Weihnachten feiern wir, dass Gott in Jesus Christus Mensch geworden ist. Er kam, wie er selbst sagt, „zu suchen und selig zu machen, das verloren ist“. Gott machte sich klein, damit wir ihn verstehen, ihm ohne Furcht begegnen und durch ihn gerettet werden können. Weihnachten ist darum die tiefste Liebeserklärung Gottes an uns Menschen.
Gott wurde einer von uns
Zwei Gleichnisse auf soulsaver.de machen das anschaulich. In der Geschichte vom Bauern und den Wildgänsen hält ein Mann es für lächerlich, dass Gott Mensch werden sollte. In einem Schneesturm versucht er vergeblich, verirrte Wildgänse in seine warme Scheune zu treiben. Erst als er eine eigene Gans losfliegen lässt, folgen sie ihr in die Sicherheit. Da versteht er: „Wenn ich nur eine Gans wäre, könnte ich sie retten!“ Genau das hat Gott getan („Warum wird Gott ein Mensch?“).
In der Geschichte vom Lord und den Ameisen erkennt ein Junge: Um die Ameisen vor der Gefahr zu warnen, müsste er selbst eine Ameise werden, ihre Sprache sprechen und in ihrer Welt leben. „Gott hat es versucht“: Er wurde so klein wie ein Mensch und lag als Baby in der Krippe, weil wir ihm nicht gleichgültig sind („Warum wurde Gott an Weihnachten ein kleines Kind?“).
Drei Gründe, warum Gott Mensch wurde
Thomas Härry nennt im Artikel „Meine Familie ist kaputt …“ drei Gründe:
- Gott macht sich klein. Er kommt nicht als mächtiger Befreiungskämpfer, sondern als Kind und begibt sich auf Augenhöhe mit uns Menschen.
- Gott macht sich zugänglich. Ein Kind verbreitet keinen Schrecken, sondern weckt Vertrauen. Die Kluft zwischen Gott und Mensch soll überwunden werden.
- Gott macht sich verständlich. Jesus spricht die Sprache der Menschen. Es geht ihm um Befreiung aus Selbstbezogenheit, inneren Verstrickungen und ungelöster Schuld.
Weihnachten ist für Härry „die ungewöhnlichste und tiefste Liebeserklärung Gottes an uns Menschen“.
Gekommen, um zu retten
Jesus selbst sagt, warum er kam: „Denn des Menschen Sohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, das verloren ist.“ „Verloren“ meint nach Horst Stricker nicht ein irdisches Unglück, sondern ewiges Verderben fern von Gott. Darum lautet die Weihnachtsbotschaft der Engel: „Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der HERR“ („Warum kam Jesus in die Welt?“).
Paulus schreibt, dass Gott zur festgesetzten Zeit seinen Sohn sandte, als Mensch geboren und unter das Gesetz gestellt, um uns zu befreien und als seine Kinder anzunehmen (Galater 4,4; Quelle).
Mehr als Harmonie
Das erste Weihnachten war nicht gemütlich: ein Stall, Armut und Verfolgung. Hinter den Kulissen beschreibt Offenbarung 12 einen Kampf zwischen Gut und Böse. An Weihnachten griff Gott die böse Welt an – und am Kreuz und in der Auferstehung besiegelte er seinen Sieg („Weihnachten – Gottes Angriff auf das Böse“).
Häufige Anschlussfragen
Ist die Weihnachtsgeschichte nur eine Legende?
Nein. Der christliche Glaube gründet auf realem Geschehen in Raum und Zeit. Lukas schreibt wie ein sorgfältiger Chronist, beruft sich auf Augenzeugen und datiert die Ereignisse nach den Regierungszeiten bekannter Herrscher (Lukas 3,1). Das war geradezu eine Einladung, alles nachzuprüfen („No reason for the season? Weihnachten besteht den Faktencheck.“).
Was bedeutet Weihnachten für mich persönlich?
Nur wer glaubt, dass das Kind in der Krippe Gottes Sohn ist, wird ihn verstehen und ernst nehmen (Quelle). Jesus kam, um dich zu retten – diese Botschaft gilt es anzunehmen (Quelle).
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