Am 23. Dezember 2018 wäre Helmut Schmidt 100 Jahre alt geworden. Er wird heute zum Mythos verklärt.

Vor über zehn Jahren Helmut Schmidts Buch “Außer Dienst”. Darin erzählt der Altbundeskanzler viel über sich und seine Zeit als Politiker. Doch auch sehr privates und persönliches kommt zur Sprache – unter anderem auch sein Glaube. In einem Kapitel spricht Schmidt über seine Haltung zu Gott. Die Wochenzeitung “Die Zeit” hat in ihrer aktuellen Ausgabe Auszüge daraus abgedruckt. Schmidt äußert seine zunehmenden Zweifel am christlichen Glauben. Als junger Mann war er als Soldat im Zweiten Weltkrieg in Russland. Er glaubte nicht an das Dritte Reich und befürchtete Deutschlands völlige Zerstörung. In dieser Situation hielt er sich an die Kirche, da er sich nur von ihr erhoffen konnte, Deutschland nach dem Untergang des Hitler-Regimes moralisch am Leben zu halten.

In späteren Zeiten kam er als Politiker und Bundeskanzler viel in der Welt herum. Seine Kontakte in Japan, China und anderen Teilen der Erde eröffneten ihm neue Sichtweisen auf Religion und Glaube. Sein ohnehin lockeres Verhältnis zum christlichen Glauben wurde immer weiter aufgeweicht. “Trotz all meiner Skepsis gegenüber einer ganzen Reihe christliche Dogmen empfand ich mich auch später noch als Christ”, erklärt Schmidt in seinem Buch. Die Dreieinheit, das Leben und die Wunder Jesu und viele der alttestamentlichen Bücher schienen ihm unglaublich. Doch seltsamerweise hält der sonst nicht so naive Altkanzler sich dennoch für einen Christen.
Das ist das Dilemma von vielen Menschen: Sie glauben nicht an die Bibel, halten sich aber trotzdem für Christen. Woher kommt das? “Ihr irrt, weil ihr die Schriften nicht kennt”, sagt Jesus einmal zu den religiösen Menschen Seiner Zeit. Unkenntnis der Bibel und ihrer Aussagen sind der wichtigste Grund, warum so viele ein falsches Bild über das Christentum haben. Wer nicht an Christus glaubt, so wie die Schrift Ihn uns vorstellt, ist kein Christ – nicht ein mal ein halber.
Immerhin besitzt Schmidt soviel Kenntnis über den christlichen Glauben, dass er am Schluss des Kapitels zugibt, dass ihn Martin Luther nicht für einen echten Christen halten würde. Das stimmt. Schmidt ist typisch für unsere Zeit: Er glaubt an das, was ihm passt – den Rest lässt er unter den Tisch fallen. Jesus sagte, Er sei der, der in die Welt kommen sollte, um die Wahrheit zu verkünden – die Wahrheit über Gott, den Menschen, die Sünde und den Weg heraus. Wer die Wahrheit hören will, wird Jesu Stimme deutlich vernehmen. Alle anderen müssen, wie Helmut Schmidt, mit ihren selbstgebastelten, kraftlosen Glaubensvorstellungen auskommen.  Die Folgen seines Unglaubens:
Wenn ein Mensch in diesem Alter nach so vielen Funktionen und Büchern, die er geschrieben hat, nach 6 Jahren im Krieg, nach 50 Millionen Getöteten, davon 20 Millionen Russsen und 8 Millionen Deutschen, nach der Vorstellung im Jahr 1941, dass der Krieg verloren geht und nachher sie in Erdlöchern vegetieren werden, weil – auch von ihm – die unbewaffneten Sowjets mit Maschinengewehren von vorne niedergemäht und von hinten von NKWD mit Maschinenpistolen nach vorne getrieben wurden; nicht bereit ist, ausführlich über seine Empfindungen über den Krieg zu schreiben als nur zu sagen (bei Maischberger): Der Krieg ist Scheisse, dann braucht man sich nicht zu wundern, wenn man aus der Geschichte gar nichts lernt.
Ist es wirklich so schwer zu schreiben, dass er begeistert war als sie am Anfang so erfolgreich waren. Z.B.: Wie die Stauffenberg Briefe aus Belgien.
H. Schmidt sollte auf diese Fragen antworten:
Wie würde er mit dem heutigen Wissen damals handeln?
und Wie müsste er damals mit damaligen Wissen handeln?
Nicht nur, dass die Kirche nicht im Stande ist, die Kriege zu verhindern, sie müsste und sie könnte das tun, um glaubwürdig zu sein.
Wenn er an den christlichen Gott nicht glaubt,
dann soll er ehrlich sein und aus der Kirche austreten. Nun, ich habe mit Herrn Helmut Schmidt mich so nie recht anfreunden können. Ist er nun ein bekennender Christ oder legt er diese Religion so aus, wie es ihm gerade so passt?
Ist er nun einer der aufrechten Deutschen, die sich die Welt so sehr wünscht?
Die Liste der noch zu stellenden Fragen wäre ziemlich lang! Dass Menschen auch heute noch, aller rigoros-missionarischen Aufklärung zum Trotz ,das Bedürfnis haben, einer festen Glaubens- und Wertegemeinschaft anzugehören, ist ja nicht nur ihr gutes Recht, sondern auch erklärlich angesichts eines Zeitgeistes, der den Menschen ‘Halt und Geborgenheit’ nimmt, wie Schmidt richtig bemerkt, und sie in einer immer haltloser, kälter, egoistischer werdenden Welt, in der der blanke Zynismus regiert, mit ihren Ängsten allein lässt. Herr Schmidt spricht in dieser Hinsicht mit Recht von der Kirche als ‘Gegengewicht gegen moralischen Verfall in unserer Gesellschaft’, wobei er mit ‘Kirche’ gewiss nicht das Hinüberretten mittelalterlich anmutender Dogmen impliziert. Die Frage, ob Schmidt Optimist oder Pessimist sei, hat er spontan zweifach verneint. Ja, was dann?
Der ‘Realist’ wollte ihm nicht so recht über die Lippen kommen, und auch Loki zögerte …
Wäre ihm der ‘Idealist’ näher gewesen?…
Helmut Schmidt wirft für jeden Kritischen Betrachter zu viele Fragen auf. Er war mit sich und Gott nicht im Reinen. Ob er das vor seinem Ableben war?

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