Fritz Binde, ein intellektueller Anarchist wurde ein Knecht Gottes.

 

Als Freidenker schrieb der Schriftsteller Fritz Binde (1867–1921) einst die Worte in sein Tagebuch: „Der Gott der Religionen existiert nicht. Der Gott der Bibel existiert nicht.“

Von den Freidenkern ging er zu den Sozialisten, um für die Besserung der Lebensverhältnisse auf der Erde zu kämpfen. Aber schon bald sah er, dass bei vielen der Kampf für die Arbeiter nichts anderes war als ein Kampf für die eigene Tasche. Da wurde er Anarchist. Jeder staatliche Zwang erschien ihm von Übel. Das Höchste war ihm die uneingeschränkte „freie Persönlichkeit“.

Innere Ruhe und Frieden fand Binde auch mit dieser Einstellung nicht. Daher griff er mehr und mehr zur Bibel. Mitten im Lesen musste er oft aufspringen. So zerrissen und unruhig war sein Herz.

Um diese Unruhe zu vergessen, besuchte er wieder einmal abends eine Gesellschaft. Als er gegen Morgen heimwanderte, stieß er mit dem Fuß gegen einen Stein. Er kickte ihn fort. Und doch stieß er noch ein zweites und ein drittes Mal dagegen. Da zuckte das Bibelwort von dem „Stein des Anstoßes und dem Fels des Ärgernisses“ durch seine Seele. Fritz Binde bückte sich und hob den Stein auf. In Gedanken versunken ging er heim. Ihm schossen die Worte Jesu in den Sinn: „Ich bin es, der mit dir redet“, und: „Nicht die Gesunden brauchen einen Arzt, sondern die Kranken“ (Johannes 4,26; Lukas 5,31).
Immer wieder, wenn Binde den Stein auf seinem Schreibtisch sah, erinnerte er sich an das nächtliche Erlebnis. Und wieder und wieder griff er zur Bibel. Die Worte der Schrift kämpften mit den Zweifeln in seiner Seele. Es war ein harter Kampf, aber endlich siegte das Licht des Evangeliums: Aus dem Gottesleugner wurde ein Gottesknecht.

Siehe, ich lege in Zion einen Stein des Anstoßes und einen Fels des Ärgernisses, und wer an ihn glaubt, wird nicht zuschanden werden.

Römer 9,33

– Von der „The Good Seed“

http://www.bibelkreis.ch/themen/Vom%20Geheimnis%20des%20Glaubens%20Fritz%20Binde.pdf

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