TV-Show: „ I want a famous face”


Nach BigBrother und dem Dschungelcamp gibt es in den USA bereits eine neue Ebene von Reality-TV. Die Sender MTV, Fox und ABC zeigten in den letzten Wochen Schönheitsoperationen von Teenagern, die das Gesicht eines Prominenten haben wollten.


In der Sendung „I want a famous face“ („Ich will ein berühmtes Gesicht“) dokumentierte MTV die Operation der Zwillinge Michael und Matthew. Sie ließen ihre Akne-Gesichter in die Babypopo-Visage von Hollywood-Schönling Brad Pitt umwandeln. Ihrer Meinung nach hat dieser Eingriff ihre Chancen bei Frauen und in Hollywood erheblich erhöht. Für Aufsehen sorgten außerdem die 21-jährige Jenette, die sich unbedingt in „Titanic“-Star Kate Winslet umoperieren lassen wollte und das Mädchen Mia, sie nahm die Körperproportionen Pop-Ikone Britney Spears an.


Schon letztes Jahr hat ABC „Extreme Makeover“ ausgestrahlt. Diese Sendung wurde von der US-Vereinigung der plastischen Chirurgen ASPS sogar unterstützt. Von „I want a famous face“ distanzierten diese sich aber deutlich: „Da wird nicht mehr Realität dargestellt“. Die Botschaft dieser Shows sei „nicht gesund“, denn sie erzeugten unrealistische Erwartungen, denen die Ärzte nicht nachkommen können.


Auf Fox läuft jetzt eine weitere Variante der Skalpell-Sendungen. In „The Swan“ wählt eine Jury 17 Frauen, die sich selbst als hässlich bezeichnen würden durch Casting aus. Diese werden dann „Spezialisten“ vorgestellt, die ihnen ein besseres Aussehen verschaffen sollen. Die Schönste von allen erhält die Auszeichnung „Der Schwan“, die restlichen Kandidatinnen werden als Verlierer zurückgelassen. Die Erfinder benutzen absichtlich Begriffe aus Hans Christian Andersens Märchen: Eine Frau soll vom „hässlichen Entlein“ zum „schönen Schwan“ verwandelt werden.


Laut Wall Street Journal interessiert sich eine ganze Menge Leute für diese umstrittenen Shows. Rund 15 Millionen Amerikaner schauen sich „The Swan“ an. „I want a famous face“ brachte es immerhin auf 2,45 Millionen Zuschauer.


Das Nachrichtenmagazin Focus berichtete, dass die Planungen für eine deutsche Version bereits in vollem Gange seien.


In unserer Gesellschaft tendiert man immer mehr dazu Menschen nach ihrem Äußeren zu beurteilen. Ein hübsches Gesicht oder ein gut gebauter Körper sind wichtig. Wer nicht mithalten kann, für den ist kein Platz. Was ist mit den Leuten, die dem Schönheitsideal nicht entsprechen? Und, was ist mit den Leuten, deren Schönheit bewundert wird? Ihr Charakter wird dabei überhaupt nicht beurteilt. Sie mögen vielleicht große Stars sein, doch sie werden es schwer haben echte Freunde zu haben. Zeugt es nicht von einem äußerst geringem Selbstbewusstsein wenn man sein Gesicht von einem Star kopiert?


Deshalb finde ich gut, dass in der Bibel steht: […] Denn der HERR sieht nicht auf das, worauf der Mensch sieht. Denn der Mensch sieht auf das Äußere, aber der HERR sieht auf das Herz.“ (1. Samuel 16,7)


Bei Gott zählt nicht wie schön ein Mensch ist. Es kommt auf seine innere Haltung an.

Kommentare

  1. ali

    Die Autorin Christa Weiß schreibt folgendes:
    Seit Jahren schon laufe ich mit einer Maske umher, die ist mein zweites Gesicht geworden. Ich habe gelernt, wie man es macht, seine Schwächen zuzudecken und die Gefühle zu verbergen. Ich lächle verbindlich, aber mein Lachen ist nicht echt. Ich lege Sicherheit an den Tag, aber in Wirklichkeit spiele ich Theater. Ich tue so, als fiele mir alles in den Schoß, als irrte ich niemals, als hätte ich weder Sehnsucht noch Heimweh. Warum bin ich nicht so, wie ich wirklich bin? Wenn ich allein und für mich bin, fällt mir die Maske vom Gesicht. Wenn dann einer käme und sagt: Ich mag dich trotzdem, ich will dich so, wie du bist, ich brauche dich –
    Offenbar tragen wir unsere Masken, weil wir Angst haben. Angst, nicht akzeptiert zu werden, wenn wir uns so zeigen, wie wir sind. Mit unseren Schwächen, Fehlern, Grenzen. Deshalb verwenden wir so viel Mühe auf den äußeren Eindruck. Deshalb verstellen wir uns, deshalb tragen wir Masken.
    Doch dann „Ein Mensch sieht, was vor Augen ist, der Herr aber sieht das Herz an“! Das heißt doch: Unsere Masken, unsere Fassaden, unser Verstellen nützt nichts vor Gott. Er blickt tiefer – in unsere Inneres, in unser Herz.
    Darum geht es auch in der Geschichte aus dem Alten Testament. Der Prophet Samuel hatte von Gott den Auftrag, einen Menschen zu finden, der zum neuen König für Israel bestimmt war. Gott hatte ihm nur gesagt, dass es einer der Söhne eines Mannes namens Isai sein sollte. Welcher von ihnen, wusste Samuel aber nicht.
    Aber für Samuel war schnell alles klar. Als ihm Isai seinen ersten Sohn zeigte, sprach alles dafür, dass er der künftige König sein sollte: ein gutaussehender Mann, groß gewachsen – so sieht doch ein König aus! Dachte sich jedenfalls Samuel.
    Aber als er schon bereit war, den jungen Mann zum König zu salben, sagte Gott zu ihm: Nein, der ist es nicht. Schau nicht auf sein Aussehen und seine Körpergröße. Ich schaue nicht auf das, was Menschen ansehen: Ein Mensch sieht, was vor Augen ist; der Herr aber sieht das Herz an.
    Samuel musste akzeptieren, dass ihn der äußere Eindruck getäuscht hatte. Und so ließ er sich nacheinander alle Söhne des Isai zeigen – aber keiner von ihnen war der richtige. Am Schluss fragte Samuel deshalb, ob das wirklich schon alle Söhne waren. Verwundert antwortete Isai: Einer fehlt noch, mein jüngster. Aber der kann es doch wohl nicht sein? Der hütet draußen die Schafe.
    Und dann wurde der jüngste geholt: David. Er sah nicht so aus wie ein König, eher wie ein junger Schafhirte, der daran gewöhnt ist, draußen zu sein. Aber Samuel hörte Gottes Stimme: Den sollst du zum König salben, der ist es. Offensichtlich hat Gott eine andere Sichtweise. Für ihn zählt nicht das Äußere. Die Fassade ist ihm nicht wichtig, sondern das Innere, die Substanz. Gott sieht tiefer – er sieht das Herz an.
    Aber ich frage mich: was sieht Gott da bei mir? Warum sollte Gott mein Inneres gefallen, mehr womöglich noch als mein Äußeres? Sehe ich denn von meinem Charakter oder meiner Glaubensstärke her gut aus? Muss ich denn angesichts dieses tiefen Blicks Gottes nicht befürchten, auch da nicht bestehen zu können?
    Doch Gottes Blick sucht weder Tugendbolde noch Glaubenshelden. Was ihm gefällt, liegt nicht an unserer Anstrengung oder unserem Tun. Auf David ist Gottes Wahl gefallen, einfach weil Gott ihn wollte! Und – um zur Hauptperson unseres Musikthea-ters und auch des Chortags zu kommen – Petrus ist von Jesus berufen worden, mit allen Ecken und Kanten, die zu ihm gehörten, einfach weil er ihn wollte. Und so ist es auch mit uns, so ist es mit dir und mir: Gottes Wahl ist auf uns gefallen. Gott hat sein Ja gesagt, indem er Jesus Christus gesandt hat. Mit ihm sagt er uns: Ich will dir nahe sein. Du sollst zu mir gehören. Nicht weil du so schön oder so gut oder so fromm bist, nein. Sondern weil ich dich liebe.
    Dieses Ja ist größer als alle unsere Sorge um Anerkennung, tiefer als unsere Selbstzweifel. Gott spricht die ersehnten Worte, die alles anders machen: Ich mag dich, ich will dich so, wie du bist, ich brauche dich.
    Und dann werden die Worte unserer Jahreslosung zu einer wirklich frohen und befreienden Botschaft: Ein Mensch sieht, was vor Augen ist; der Herr aber sieht das Herz an.
    Amen.

  2. jullchen

    das wesentliche bleibt den augen verborgen…

    Das erinnert mich an das buch der kleine prinz… „man sieht nur mit dem Herzen gut, das wesentliche bleibt den Augen verborgen“… es ist teilweise echt ziemlich schwer mit dem Herzen zu sehen und Leute nich nach ihrem äußeren zu beurteilen, weil doch „heutzutage“ so vieles nur aufs äußere ausgelegt ist…Ich bin gerade für 5 monate in England in der schule(…) und da ist es relativ krass wie die Menschen in der Schule in bestimme Gruppen (emo´s, geeks, chavs („gangster“) usw) eingeteilt werden, bzw sich hauptsächlich nur durch ihr aussehen selbst einteilen… was eigentlich echt ziemlich schade ist!    noch ein kleines Buchzitat:-) aus hallo mr gott hier spricht anna… (sinngemäß:)“der untershcied zwischen ein engel und ein mensch is leicht, das meiste von ein engel is innen und das meiste von ein mensch is außen“

  3. millhouse

    echt bitter

    hier muss ich mich euch voll anschliessen!

    Ich kann und will nicht verstehen, wie Menschen überhaupt auf die Idee kommen können sich so eine Show anzusehen, geschweige denn sie zu unterstützen oder an ihr teilzunehmen.

    Sehr schade ist, dass solche Shows so erfolgreich sind und somit ihren Beitrag leisten die falschen Vorstellungen und Werte in unserer Gesellschaft noch zu unterstützen. Wie grausam die Realität ist und, dass diese nicht besser wird indem man ein hübsches Gesicht hat, kann man daran sehen wie „glücklich“ die
    „Stars“ sind. Ob in Hollywood oder in der Musikszene ist egal. Die Schlagzeilen, die diese Menschen machen zeugen davon, dass es da mit der Glückseeligkeit nicht weit her ist.

    Hoffen und beten wir, dass es immer Menschen geben wird, die weiter denken und darauf bestrebt sind verlorenen die Wahrheit zu zeigen.

    BE BLESSED  millhouse

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