Trügerische Stille

Im Frühjahr 2020 begann der Lockdown. Als ich am Abend des 1. Tages vor der Türe stand, war mir etwas unheimlich. Kein Auto war zu hören und das um 20 Uhr, obwohl ich an einer Hauptstraße in einer Großstadt wohne. Diese Stille war sehr eigenartig. Als Kind war ich auch Stille gewohnt, aber das war anders. Jetzt lag etwas in der Luft, es war eine trügerische Stille, die einem das Gefühl gab, dass es sich nur um die Ruhe vor dem Sturm handelt. Corona hatte alles verändert. Der Grund der Stille war nicht, dass Menschen zur Ruhe gekommen waren, sondern sie waren verängstigt, besorgt, sich oder andere zu infizieren oder in Quarantäne abgeschottet zu sein. Besonders in solchen Zeiten ist der Psalm 107 eine wahre Hilfe. Gott verwandelt Stürme in Stille, er beruhigt die stürmischen Wellen in unserem Leben. Wir können darauf vertrauen, dass da jemand ist, der um uns besorgt ist und auf uns schaut. Wahre Stille im Herzen kann nur Gott bewirken. Er kann dir Frieden schenken, egal in welchen Umständen du dich befindest. Fürchte dich also nicht, egal was in deinem Leben kommen mag. Wir müssen wieder neu LERNEN, dass da jemand ist, der die Wogen glätten kann. (MK)

Lügen haben kurze Beine

Dieser Spruch drückt treffend aus, warum die Wahrheit der Lüge haushoch überlegen ist: Irgendwann kommt alles ans Licht. Als Kind erlebten wir oft, dass unsere Tricks von den Erwachsenen schnell durchschaut wurden. Doch sobald wir stärker und schlauer werden, meinen wir es wieder wagen zu können. Deshalb warnt König Salomon mit Nachdruck, indem er uns vorab die Quittung für unser Lügen und Betrügen präsentiert: „Die wahrhaftige Lippe besteht für immer, aber nur einen Augenblick lang die lügnerische Zunge.“ Der Vorteil, den sich Menschen durch kleine oder große Betrügereien verschaffen, währt meist nur kurz. Dennoch gibt es viele, die ihr falsches Spiel erstaunlich lange durchhalten. Dann ist alles noch schlimmer, wenn im hohen Alter oder nach dem Tode üble Dinge zum Vorschein kommen und aller Ruhm in einem Moment zerschellt – für immer.
In der Wahrheit zu wandeln ist dagegen auf lange Sicht hin immer ein großer Gewinn. Wahrheit ist wie ein Fels, der auch in den stärksten Stürmen standhält. Wahrheit reinigt aber auch die Beziehungen zu Menschen und vor allem unsere Beziehung zu Gott. Der Apostel Johannes schrieb: „Wenn wir unsere Sünden bekennen, dann ist er treu und gerecht, dass er uns reinigt von aller Ungerechtigkeit.“ Und wir dürfen sicher sein: Gott begegnet uns voller Erbarmen und Liebe, denn Gott vergibt so gerne. (Ob)

Kompromittieren verboten!

Ein berühmtes Sprichwort von August von Fallersleben sagt: „Der größte Lump im ganzen Land, das ist und bleibt der Denunziant.“„Manch einer ist Sympathisant, der mit den falschen Leuten singt.Doch schlimmer ist der Denunziant, der jenen an den Galgen bringt.“ © Thomas E. Turm Freizeitphilosoph und DesignerDenunzieren ist ein sehr negativ geprägter Begriff. Zurecht. Verrat ist etwas wirklich Schlimmes und jeder, der es erfahren hat, wünscht sich, es nie erlebt zu haben. Jemanden anschwärzen ist ein großes Übel. Das beginnt nicht erst dann, wenn wir jemanden zu Unrecht bei der Polizei hinhängen, sondern bereits im eigenen Freundeskreis oder in der Familie, wenn wir über jemand anderen schlecht reden und ihn bei einer anderen Person anschwärzen: „Weißt du schon, was der oder die … gemacht hat?“ Was ist das tiefere Motiv? Möchten wir jemand anderen bewusst schaden? Dann macht sich Lieblosigkeit breit. Ein jeder von uns hat das schon getan, wenn auch nur im Kleinen und wir tun gut daran, tief traurig darüber zu werden und uns ernsthaft davon zu distanzieren.Es ist wichtig, dass wir das Gute in anderen Menschen herausstellen und weitersagen, nicht aber das Schlechte. Die Liebe deckt alles zu. Wir müssen das LIEBEN jeden Tag aufs Neue LERNEN! (MK)

Wenn Weisheit zur Gefahr wird!

Nein, als Narren wollen wir natürlich nicht dastehen. Dabei ist es lange nicht so schlimm diesbezüglich ungerechtfertigt diffamiert zu werden, als tatsächlich ein Narr zu sein. Was ist nun die tiefere Bedeutung und Konsequenz der Bezeichnung „Narr“? Hier handelt es sich um jemanden, der entgegen allem guten Menschenverstand sein Leben gegen die Wand fährt, und das oft noch mehrmals …?Das Problem liegt darin, sich selbst für weise zu halten und sich so darzustellen. Der Narr wirkt so, als hätte er alles akribisch studiert und doch weiß er insgeheim, dass dem nicht so war. Hier geschieht eine bewusste Trennung zwischen dem, was das Gewissen sagt und dem, was gerade die Situation begünstigt. Lebenslügen beginnen immer in einem selbst. Aber warum ist das so? Kommt die Lüge denn nicht von außen? Ja, Lügen kommen auch von außen, aber wir entscheiden selbst, wie wir mit ihnen umgehen: ob wir sie ablehnen oder übernehmen und in unser Leben integrieren. Hüten wir uns davor, uns als weise auszugeben und so zu tun, als hätten wir die Kompetenz gepachtet. Der Weg des Lernens ist der weitaus bessere. Er verschafft uns Lebensglück. (Ob)

Fliehen zur rechten Zeit

Hast du ein Gespür dafür, wann du besser das Weite suchen solltest? Wenn du in einem Raum Gift einatmest, musst du so schnell wie möglich das Ferne suchen. Du brauchst frische Luft. Kämpfe! Es geht um dein Leben. Jede Minute, die du dem schädlichen Einfluss ausgesetzt bist, macht dich schwächer und lässt deine Chancen auf einen Befreiungsschlag sinken.Nun gibt es aber auch Gift im geistigen Bereich, schmutzige oder brutale Worte, schlimme Bilder, die dich verfolgen werden, die sich in deine Erinnerung einbrennen. Oder Bitterkeit, die dich innerlich verunreinigt und Hass schürt. Jeder, der sich in so etwas hineinziehen lässt und diese Herzenshaltung auch noch weiter anfacht, weiß genau, dass dies nicht in Ordnung ist – niemals würde er selber diese gedachten Taten abbekommen wollen. Aber wieso warnt uns Gott hier so deutlich sich von Betrug fern zu halten? Ja, bereits das Bestreben aus einer unrechten Sache zu profitieren, zersetzt unsere Integrität. Ersticken wir eine solche Herzenshaltung nicht im Keim, wird es uns immer schwerer fallen die Sache aufrichtig zu betrachten. Und durch zwiespältige Gedanken leidet unsere Gesinnung dauerhaften Schaden. Doch es gibt einen Weg dieser Abwärtsspirale zu entkommen: Wir müssen diese böse Haltung entschieden verurteilen und uns von Herzen davon distanzieren (siehe Jakobus 4,8). (Ob)