Petrus und Judas im Vergleich

Wir kennen beide gut: Sie gehörten zu den, von Jesus ausgewählten 12 Aposteln. Petrus – war bekannt als derjenige, der immer etwas zu sagen hatte und sehr überzeugt von sich war – Judas – wurde sprichwörtlich für all jene, die auf eine höchst hinterlistige und widerliche Weise einen anderen Menschen verraten. In mancher Weise ähneln sich beide, aber in ihrem Wesen sind sie völlig konträr: 1) Judas war von Anfang an nicht aufrichtig. Er bediente sich selbst aus der Kasse. Petrus dagegen folgte Jesus von ganzem Herzen und lud ihn auch in seine Familie ein. 2) Beiden sagte Jesus voraus, dass sie ihn verraten bzw. verleugnen würden. Beide wollten dies nicht wahrhaben. 3) Beiden tat es hinterher leid. Die Motivation der Reue war aber eine ganz andere: Für Petrus war es schrecklich, dass er imstande war, seinen Lehrer und Herrn zu verleugnen. Nie hätte er gedacht, dass ihm das passieren könnte. Er war tief traurig über sich selbst, aber Jesus blickte liebend auf ihn. Judas dagegen tat es leid, dass es anders kam als er dachte und darüber, dass man ihn betrogen hatte. Eine echte Reue gegenüber Jesus kannte er nicht, denn er hatte keine Herzensverbindung zu ihm. So beging er Selbstmord. Petrus aber wurde von Jesus selbst voll rehabilitiert.

Trügerische Stille

Im Frühjahr 2020 begann der Lockdown. Als ich am Abend des 1. Tages vor der Türe stand, war mir etwas unheimlich. Kein Auto war zu hören und das um 20 Uhr, obwohl ich an einer Hauptstraße in einer Großstadt wohne. Diese Stille war sehr eigenartig. Als Kind war ich auch Stille gewohnt, aber das war anders. Jetzt lag etwas in der Luft, es war eine trügerische Stille, die einem das Gefühl gab, dass es sich nur um die Ruhe vor dem Sturm handelt. Corona hatte alles verändert. Der Grund der Stille war nicht, dass Menschen zur Ruhe gekommen waren, sondern sie waren verängstigt, besorgt, sich oder andere zu infizieren oder in Quarantäne abgeschottet zu sein. Besonders in solchen Zeiten ist der Psalm 107 eine wahre Hilfe. Gott verwandelt Stürme in Stille, er beruhigt die stürmischen Wellen in unserem Leben. Wir können darauf vertrauen, dass da jemand ist, der um uns besorgt ist und auf uns schaut. Wahre Stille im Herzen kann nur Gott bewirken. Er kann dir Frieden schenken, egal in welchen Umständen du dich befindest. Fürchte dich also nicht, egal was in deinem Leben kommen mag. Wir müssen wieder neu LERNEN, dass da jemand ist, der die Wogen glätten kann. (MK)

Lügen haben kurze Beine

Dieser Spruch drückt treffend aus, warum die Wahrheit der Lüge haushoch überlegen ist: Irgendwann kommt alles ans Licht. Als Kind erlebten wir oft, dass unsere Tricks von den Erwachsenen schnell durchschaut wurden. Doch sobald wir stärker und schlauer werden, meinen wir es wieder wagen zu können. Deshalb warnt König Salomon mit Nachdruck, indem er uns vorab die Quittung für unser Lügen und Betrügen präsentiert: „Die wahrhaftige Lippe besteht für immer, aber nur einen Augenblick lang die lügnerische Zunge.“ Der Vorteil, den sich Menschen durch kleine oder große Betrügereien verschaffen, währt meist nur kurz. Dennoch gibt es viele, die ihr falsches Spiel erstaunlich lange durchhalten. Dann ist alles noch schlimmer, wenn im hohen Alter oder nach dem Tode üble Dinge zum Vorschein kommen und aller Ruhm in einem Moment zerschellt – für immer.
In der Wahrheit zu wandeln ist dagegen auf lange Sicht hin immer ein großer Gewinn. Wahrheit ist wie ein Fels, der auch in den stärksten Stürmen standhält. Wahrheit reinigt aber auch die Beziehungen zu Menschen und vor allem unsere Beziehung zu Gott. Der Apostel Johannes schrieb: „Wenn wir unsere Sünden bekennen, dann ist er treu und gerecht, dass er uns reinigt von aller Ungerechtigkeit.“ Und wir dürfen sicher sein: Gott begegnet uns voller Erbarmen und Liebe, denn Gott vergibt so gerne. (Ob)

Kompromittieren verboten!

Ein berühmtes Sprichwort von August von Fallersleben sagt: „Der größte Lump im ganzen Land, das ist und bleibt der Denunziant.“„Manch einer ist Sympathisant, der mit den falschen Leuten singt.Doch schlimmer ist der Denunziant, der jenen an den Galgen bringt.“ © Thomas E. Turm Freizeitphilosoph und DesignerDenunzieren ist ein sehr negativ geprägter Begriff. Zurecht. Verrat ist etwas wirklich Schlimmes und jeder, der es erfahren hat, wünscht sich, es nie erlebt zu haben. Jemanden anschwärzen ist ein großes Übel. Das beginnt nicht erst dann, wenn wir jemanden zu Unrecht bei der Polizei hinhängen, sondern bereits im eigenen Freundeskreis oder in der Familie, wenn wir über jemand anderen schlecht reden und ihn bei einer anderen Person anschwärzen: „Weißt du schon, was der oder die … gemacht hat?“ Was ist das tiefere Motiv? Möchten wir jemand anderen bewusst schaden? Dann macht sich Lieblosigkeit breit. Ein jeder von uns hat das schon getan, wenn auch nur im Kleinen und wir tun gut daran, tief traurig darüber zu werden und uns ernsthaft davon zu distanzieren.Es ist wichtig, dass wir das Gute in anderen Menschen herausstellen und weitersagen, nicht aber das Schlechte. Die Liebe deckt alles zu. Wir müssen das LIEBEN jeden Tag aufs Neue LERNEN! (MK)

Wenn Weisheit zur Gefahr wird!

Nein, als Narren wollen wir natürlich nicht dastehen. Dabei ist es lange nicht so schlimm diesbezüglich ungerechtfertigt diffamiert zu werden, als tatsächlich ein Narr zu sein. Was ist nun die tiefere Bedeutung und Konsequenz der Bezeichnung „Narr“? Hier handelt es sich um jemanden, der entgegen allem guten Menschenverstand sein Leben gegen die Wand fährt, und das oft noch mehrmals …?Das Problem liegt darin, sich selbst für weise zu halten und sich so darzustellen. Der Narr wirkt so, als hätte er alles akribisch studiert und doch weiß er insgeheim, dass dem nicht so war. Hier geschieht eine bewusste Trennung zwischen dem, was das Gewissen sagt und dem, was gerade die Situation begünstigt. Lebenslügen beginnen immer in einem selbst. Aber warum ist das so? Kommt die Lüge denn nicht von außen? Ja, Lügen kommen auch von außen, aber wir entscheiden selbst, wie wir mit ihnen umgehen: ob wir sie ablehnen oder übernehmen und in unser Leben integrieren. Hüten wir uns davor, uns als weise auszugeben und so zu tun, als hätten wir die Kompetenz gepachtet. Der Weg des Lernens ist der weitaus bessere. Er verschafft uns Lebensglück. (Ob)