Nicht nur TTIP kommt auf uns zu, sondern die totale Verblödung wird auch bei uns überhand nehmen.

Wer bin ich? Sie sagen mir oft,

ich träte aus meiner Zelle

gelassen und heiter und fest,

wie ein Gutsherr aus seinem Schloß.

Wer bin ich? Sie sagen mir oft,

ich spräche mit meinen Bewachern

frei und freundlich und klar,

als hätte ich zu gebieten.

 
Wer bin ich? Sie sagen mir auch,

ich trüge die Tage des Unglücks

gleichmütig lächelnd und stolz,

wie einer, der Siegen gewohnt ist.

 
Bin ich das wirklich, was andere von mir sagen?

Oder bin ich nur das, was ich selbst von mir weiß?

Unruhig, sehnsüchtig, krank, wie ein Vogel im Käfig,

ringend nach Lebensatem, als würgte mir einer die Kehle,

hungernd nach Farben, nach Blumen, nach Vogelstimmen,

dürstend nach guten Worten, nach menschlicher Nähe,

zitternd vor Zorn über Willkür und kleinlichste Kränkung,

umgetrieben vom Warten auf große Dinge,

ohnmächtig bangend um Freunde in endloser Ferne,

müde und leer zum Beten, zum Denken, zum Schaffen,

matt und bereit, von allem Abschied zu nehmen?

 
Wer bin ich? Der oder jener?

Bin ich denn heute dieser und morgen ein andrer?

Bin ich beides zugleich? Vor Menschen ein Heuchler

Und vor mir selbst ein verächtlich wehleidiger Schwächling?

Oder gleicht, was in mir noch ist, dem geschlagenen Heer,

das in Unordnung weicht vor schon gewonnenem Sieg?

 
Wer bin ich? Einsames Fragen treibt mit mir Spott.

Wer ich auch bin, Du kennst mich, Dein bin ich, o Gott!

 
(aus: Dietrich Bonhoeffer. Widerstand und Ergebung)

Brennendes Wasser? Ist das die brutale Auswirkung von Fracking?

https://www.youtube.com/watch?v=NvJAKVnK4qM

Wenn ich Gott wäre, könnte ich nicht zusehen, wie Neugeborene verhungern.
Wenn ich Gott wäre, könnte ich nicht zusehen, wie kleine Kinder misshandelt werden.
Wenn ich Gott wäre, könnte ich nicht zusehen, wie Männer ihre Frauen foltern.
Wenn ich Gott wäre, könnte ich nicht zusehen, wie einige wenige im Land alle anderen ausbeuten.
Wenn ich Gott wäre, könnte ich nicht zusehen, wie die Armen der Welt immer ärmer und die Reichen immer noch satter werden.
Wenn ich Gott wäre, könnte ich nicht zusehen, wie immer mehr Geld für Rüstung ausgegeben wird.
Wenn ich Gott wäre?  Nicht einer würde mehr verhungern misshandelt, gefoltert oder ausgebeutet, wenn wir Menschen wirklich Menschen wären!

Trauer bei den Toten Hosen: Wolfgang “Wölli” Rohde ist im Alter von 66 Jahren gestorben.

Zwischen 1986 und 1999 war Wolfgang „Wölli“ Rohde der Schlagzeuger der Kult-Punker Die Toten Hosen.

 

Das Album hieß „In aller Stille“, scheinbar hatte Campino damals den Ernst der Lage in seinem Leben erkannt. Schluss mit Spaßpunk. Campino ist bereits über 50 Jahre alt. Mit Wim Wenders ist Campino zum nachdenklichen Reisenden und Suchenden nach dem Sinn des Lebens geworden. In „Palermo Shooting“ begegnete er dem Tod. Das machte ihn total nachdenklich. Der Tod als grinsender Schädel zierte das neue Album. Woher weiß er, dass wir hier „Nur zu Besuch“ sind? Seit diesem Film oder seit dem Ableben seiner Mutter? Oder nach dem Sterben ihres Managers? Oder jetzt nach dem Ableben von „Wölli“ Rohde?

Das Leben ist eben nicht nur „Ein kleines bisschen Horrorschau“ oder ein „Kreuzzug ins Glück“, denn wir sind nunmal nicht „Unsterblich“ sondern auf einem „Auswärtsspiel“ und wollen alle „Zurück zum Glück“. Dies alles endet dann oft „In aller Stille“. Warum wohl gibt es auf diesem Silberling keinen Spaßpunk und auch keine Sauflieder? Campino hat hoffentlich verstanden „Alles wird vorübergehen (Everything Will Pass)“. Soll man die Moral in der Welt den Politikern, den Bankern und den verlogenen Managern überlassen, bis sie restlos ruiniert ist. “Muss man für alles irgendwann bezahlen?“ fragt Campino in „Ertrinken“, rein rhetorisch. Kritiker werfen ein: Das sind doch alte Möchtergernjugendliche, möchtegernrebellische Linksspießer, die längst zum wohlversorgten Gutmenschen-Establishment dieser Republik gehören. Es ist leider Mainstream, not Punk. Campino und sein „Hosen“ haben es fett geschafft, in über 30 Jahren von Punks zu Multimillionären. Aber was nützt das alles?
Dennoch ist diese Band zum Nachdenken und hoffentlich auch zum Umdenken gekommen. Die „Welt“ kommentiert treffend:“Leben ist tödlich“, eine etwas abgestandene Weisheit aller Hedonisten, gipfelt in der Mahnung: „Man weiß, alles hat seinen Preis. Mach dich zum Zahlen bereit.“ Das Thema zieht sich durch die Platte, die kaum zufällig betitelt ist wie ein Adventsalbum. Wie dauerhaft ist Glück?
Die fetten Jahre sind vorbei. Sind Pessimisten Lügner? Lernen, zu verzichten. Zwischendurch verdammt Campino Oberflächlichkeiten („Disco“), übernimmt Verantwortung für seinen Nächsten („Teil von mir“) und haucht wie jeder deutsche Sänger sein Duett mit Dame. Mit der Polly der „Dreigroschenoper“, Birgit Minichmayr.
Wo liegt das Problem? Es geht wieder um „Innen alles neu“, so nennt Campino die gesungene Selbstauskunft. Wieder moralisch-geistig. Man erinnert sich unweigerlich an „Warum werde ich nicht satt?“, das Video von Wim Wenders für die Toten Hosen vor Jahren. Darin trat Campino schon als Abziehbild eines Investment-Bankers auf und grölte: „Jeden Sonntag zähle ich mein Geld, und es tut mir wirklich gut zu wissen, wie viel ich wert bin, und ich bin grad hoch im Kurs.“ Wir müssen alle gehen. Doch die Frage steht im Raum, wohin? Gott bleibt und segne die Trauernden.
Unser Beleid und unsere Gebete für die Band und die Angehörigen.

Die Toten Hosen – Steh auf, wenn du am Boden bist – mit Wölli @ Festwiese Leipzig – 22.08.2015

Die Toten Hosen – Nur zu Besuch

Zum hundertsten Geburtstag von Max Planck am 23. April.

Sogar die linksliberale „Zeit“ muss über ihn schreiben:

„Denn Planck war nicht nur ein großer Gelehrter, nicht nur ein einfacher, bescheidener, gütiger Mensch und ein beliebter Lehrer, sondern bei all dem und in erster Linie ein tiefgläubiger Christ.

Christ und moderner Physiker zugleich – das mag manchem als ein Widerspruch in sich erscheinen, besonders dann, wenn er Plancks Haltung kennt angesichts der weitgehenden – allzu weitgehenden – philosophischen Schlußfolgerungen, die vielfach aus der Quantentheorie gezogen wurden. Immer wieder wurde Max Planck als Kronzeuge dafür zitiert, daß die Existenz von so etwas wie einem „freien Willen“ in den Naturvorgängen erwiesen sei. Planck aber protestierte gegen diese Auffassung und erklärte, er für seine Person glaube, der Grundsatz von Ursache und Wirkung werde wieder zu Ehren kommen, wenngleich in veränderter Form.

Auch das stellt ihn in eine Gruppe mit einem Mann wie Newton: daß für ihn, den Begründer einer neuen Epoche der Naturwissenschaft, nicht (wie für so viele Epigonen) Gott durch die Gesetze der Wissenschaft verdrängt und (mehr schlecht als recht) ersetzt wurde. Wer glaubend erlebt, zu welchen materialistischen Weltkonzeptionen gerade die modernen Naturwissenschaften verführt haben, der mag es als tröstlich empfinden, einen Großen unter den modernen Naturwissenschaftlern immun zu finden gegen solche Verführungen. Friedrich O. Keller (Zeit.de)

„Und so sage ich nach meinen Erforschungen des Atoms dieses: Es gibt keine Materie an sich. Alle Materie entsteht und besteht nur durch eine Kraft, welche die Atomteilchen in Schwingung bringt und sie zum winzigsten Sonnensystem des Alls zusammenhält. Da es im ganzen Weltall aber weder eine intelligente Kraft noch eine ewige Kraft gibt, (…) so müssen wir hinter dieser Kraft einen bewußten intelligenten Geist annehmen. Dieser Geist ist der Urgrund aller Materie. Nicht die sichtbare, aber vergängliche Materie ist das Reale, Wahre, Wirkliche – denn die Materie bestünde ohne den Geist überhaupt nicht – , sondern der unsichtbare, unsterbliche Geist ist das Wahre!“ Max Planck

Max Planck: „…denn die Materie bestünde ohne den Geist überhaupt nicht.“ – Der Begründer der Quantenphysik spricht in zwei Originalaufnahmen über Naturwissenschaft und „höhere Macht“.
„Und so sage ich nach meinen Erforschungen des Atoms dieses: Es gibt keine Materie an sich. Alle Materie entsteht und besteht nur durch eine Kraft, welche die Atomteilchen in Schwingung bringt und sie zum winzigsten Sonnensystem des Alls zusammenhält. Da es im ganzen Weltall aber weder eine intelligente Kraft noch eine ewige Kraft gibt, (…) so müssen wir hinter dieser Kraft einen bewußten intelligenten Geist annehmen. Dieser Geist ist der Urgrund aller Materie. Nicht die sichtbare, aber vergängliche Materie ist das Reale, Wahre, Wirkliche – denn die Materie bestünde ohne den Geist überhaupt nicht – , sondern der unsichtbare, unsterbliche Geist ist das Wahre!“ Max Planck


The Purple One stirbt. Prince, der große kleine Mann ist von uns gegangen, ein Künstler von unvorstellbarer Genialität, ist nicht mehr.

Der 1958 geborene Prince Rogers Nelson gehörte neben Michael Jackson zu den prägenden Superstars der Achtziger. „Sign o the Times“ ist mit eines seiner besten Pop Alben und spiegelt den Zeitgeist der 1980er Jahre sehr gut wieder. Er war einer der genialsten Musiker der letzten 30 Jahre, Vorbild für viele andere, häufig kopiert, nie erreicht. „Purple Rain“, „When doves cry“, „Get off“ und „Raspberry Beret“ usw., was für tolle Hits, welch tolle Erinnerungen für seine jetzt traurigen Fans. Die 80er waren sein Jahrzehnt. Seine erste Platte „For You“ in 1978 ist in einer Epoche erschienen, die gerade aus Soul und Glam Rock herauswuchs, den schrecklichen Punk über sich ergehen ließ und sich dann auf Popmusik als Mainstream einspielte. Die Jahre 1982 bis 1989 waren seine goldene Zeit. Mit Prince verliert die Popwelt innerhalb von wenigen Monaten ein weiteres musikalisches Genie.Und nach Michael Jackson und David Bowie war dieser Mann vielleicht das letzte Chamäleon des Pop Business. „Heute verliert die Welt eine kreative Ikone“, schrieb Obama auf Facebook. Bei seinem letzten Konzert, stimmte er als Zugabe „Sometimes It Snows in April“ an. Es sind die Zeilen, an die wir wohl von nun immer wieder denken werden: „Sometimes I wish that life was never ending/ But all good things, they say, never last“. Wir haben April, und es wird am Samstag schneien. Seine Mitgliedschaft bei Zeugen Jehovas bringt ihm für die Ewigkeit leider wenig, denn wir sündigen Menschen werden nicht durch unsere Zugehörigkeit zu einer religiösen Vereinigung erlöst, sondern nur durch unseren persönlichen Glauben an Jesus Christus.

Sometimes it snows in April.
Sometimes I feel so bad.
Sometimes I wish that life was never ending,
and all good things they say never last…