Die am schwersten anzunehmende Wahrheit

Man kennt Sprüche wie „Wir müssen der Wahrheit ins Auge sehen“ oder auch „Jede Wahrheit braucht einen Mutigen, der sie ausspricht…“ 

In unserer Geschichte haben wir Menschen uns nicht unbedingt damit hervorgetan, dass wir der Wahrheit gerne ins Auge sehen oder dass wir die Wahrheit gerne aussprechen.

Gerade lese ich immer häufiger, dass wir doch eine gemeinsame Haftung für die Schulden der anderen Länder brauchen (heute mit im Team: Peer Steinbrück, SPD) und wahrscheinlich werden in Zukunft noch mehr Leute auf diesen Zug aufspringen. Im Moment erhärtet sich mein Eindruck immer mehr, dass wir dem Sozialdemokratischen Prinzip auch weiter hinterherlaufen. Einfach ausgedrückt besagt es, dass ein Mensch, wenn wir nur seine Umstände verbessern, sich auch selber besser verhalten wird. Wenn also Versicherungen, Arbeitsumstände, soziale Sicherungssysteme etc. verbessert werden, wird der Mensch dem schon folgen und sein Handeln entsprechend verbessern. Ich möchte an dieser Stelle nicht falsch verstanden werden. Die Errungenschaften in Sachen Arbeit, Absicherung, Rente, Krankenversicherung etc. möchte ich nicht kleinreden, aber der Grundgedanke dahinter liegt mir fern. Es ist weiter gedachter Humanismus. Der Mensch ist gut, die Umstände machen in schlecht. Ergo: ändere ich die Umstände, kann der Mensch endlich sein Gutes herauskehren. Entsprechend wird auch in Europa mit der Schuld / den Schulden der anderen Länder umgegangen. Wenn wir nur endlich zusammenstehen, wenn wir die Schulden der anderen mittragen, dann wird sich alles zum Guten wenden. Die Korruption und die Misswirtschaft, die strukturellen Probleme und die hohe Arbeitslosigkeit werden sich fast in Luft auflösen. So klingt es zumindest manches Mal.

Die biblische Wahrheit hierzu ist die härteste, die ich kenne und die Paulus in den Worten „Ich weiß, dass in mir, das ist in meinem Fleisch NICHTS Gutes wohnt.“ (Römerbrief, Kapitel 7) ausdrückt. Ich werde meine Schuld nicht dadurch los, dass ich sie negiere und die Umstände dafür verantwortlich mache. Ich werde meine Schuld auch nicht los, indem ich sie auf andere abwälze und danach weitermache wie vorher, wenn ein anderer für mich „haftet“. Ich werde meine Schuld (vor allem vor Gott) nur dadurch los, dass ich sie zunächst anerkenne, dann ernstlich bereue und dann vor dem einen und einzigen darum Bitte, dass er sie mir vergibt. 

Wer Schuld negiert und meint, die Umstände seien Schuld, der kommt buchstäblich in Teufels Küche. Hier und jetzt – und später.

Mehr von jemandem, der mit dem sozialdemokratischen Prinzip nichts mehr anfangen konnte, findest du HIER.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Ich stimme zu

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.