Wir kennen beide gut: Sie gehörten zu den, von Jesus ausgewählten 12 Aposteln. Petrus – war bekannt als derjenige, der immer etwas zu sagen hatte und sehr überzeugt von sich war – Judas – wurde sprichwörtlich für all jene, die auf eine höchst hinterlistige und widerliche Weise einen anderen Menschen verraten. In mancher Weise ähneln sich beide, aber in ihrem Wesen sind sie völlig konträr: 1) Judas war von Anfang an nicht aufrichtig. Er bediente sich selbst aus der Kasse. Petrus dagegen folgte Jesus von ganzem Herzen und lud ihn auch in seine Familie ein. 2) Beiden sagte Jesus voraus, dass sie ihn verraten bzw. verleugnen würden. Beide wollten dies nicht wahrhaben. 3) Beiden tat es hinterher leid. Die Motivation der Reue war aber eine ganz andere: Für Petrus war es schrecklich, dass er imstande war, seinen Lehrer und Herrn zu verleugnen. Nie hätte er gedacht, dass ihm das passieren könnte. Er war tief traurig über sich selbst, aber Jesus blickte liebend auf ihn. Judas dagegen tat es leid, dass es anders kam als er dachte und darüber, dass man ihn betrogen hatte. Eine echte Reue gegenüber Jesus kannte er nicht, denn er hatte keine Herzensverbindung zu ihm. So beging er Selbstmord. Petrus aber wurde von Jesus selbst voll rehabilitiert.

