Der Missionar und das sinkende Schiff.

Der deutsche Missionar Frey, der in Ostindien gearbeitet hatte und krankheitshalber nach Europa zurückkehren mußte, reiste von Bombay ab, um den Weg um das Kap nach Europa zu machen. In der Nähe von St. Maurice trat ein furchtbarer Orkan ein, und das Wasser brach ein Loch in das Schiff, durch welches die Flut mit aller Macht hindurch drang. Alle Bemühungen, das Wasser zurückzuhalten, waren vergeblich, und das Schiff fing an zu sinken.

Da kam der Kapitän zu dem Missionar und forderte ihn auf, bei den Passagieren herumzugehen und ihnen zu eröffnen, daß sie in ein paar Stunden in der Ewigkeit sein würden. Unter den Reisegefährten befand sich auch die Frau eines amerikanischen Richters mit fünf Kindern. Es war ein jammervoller Auftritt, als die auf dem Krankenbett liegende Mutter die Botschaft von dem nahen Untergange des Schiffes hörte. „Soll ich mit allen meinen Kindern ins Meer versinken? Soll ich meinen Gatten nicht wiedersehen? Kann ich noch Vergebung der Sünden erlangen? Ich habe Jesus hintenan gesetzt!“ So schrie sie eins ums andere.Frey wies sie zu Jesus. – Die Todesstunde schien gekommen zu sein.

Zwei der Kinder klammerten sich an die Mutter an, zwei hielt der Missionar in seinen Armen und eins die Magd, die sie begleitete. Und so warteten sie, bis die Tiefe sie verschlingen werde. Der Tod klopfte draußen mit furchtbaren Schlägen an die Planken. Mit den Kindern fiel alsdann der Missionar auf die Knie und flehte: „Herr Jesus, Du hast in den Tagen Deines Fleisches in ähnlicher Not Deinen Jüngern geholfen. Du bist noch derselbe, hilf auch uns! Sieh diese Kleinen an, die nicht wissen, was gut und böse ist. Herr Jesus, rette uns!“So betete er. Da drehte sich auf einmal der Wind und warf das Schiff auf die andere Seite, so daß das Loch über das Wasser emporgehoben wurde und kein Wasser mehr eindrang. Nun wurde mit gewaltiger Anstrengung das Schiff leergepumpt, wurde dadurch frei, und das Leck verstopfte man.Da bekannte selbst der gottlose Kapitän wie vor Zeiten die Zauberer Ägyptens: „Das ist Gottes Finger!“

Ermunterung + Ermahnung, Jahrgang 1947, Seite 51

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